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Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©LigaInsider/Getty Images

Top-Elf-Prognose: SC Freiburg im Check

In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf den SC Freiburg. Nach Platz sieben in der Bundesliga und der Niederlage im Europa-League-Finale soll nun der nächste Schritt gelingen. Die Breisgauer werden auch in der kommenden Saison international vertreten sein und in der Europa Conference League an den Start gehen. Entsprechend wird die Mehrfachbelastung erneut Einfluss auf die Bundesliga-Aufstellungen haben.

 

Einen großen Umbruch erwarten wir im Kader allerdings nicht. Auf vielen Positionen setzt Freiburg weiterhin auf bewährtes Personal, investierte in diesem Sommer aber schon gezielt in Verstärkungen. Mit unter anderem Mio Backhaus und Rihito Yamamoto wurden bereits vielversprechende Neuzugänge verpflichtet.

 

Bis zum Ende des Transferfensters bleibt Bewegung im Kader möglich. Johan Manzambi steht nach starken Leistungen zuletzt unmittelbar vor einem Wechsel zum Aston Villa FC. Der Medizincheck soll zeitnah erfolgen, sodass Freiburg den Abgang des Offensivtalents bei der weiteren Kaderplanung bereits einkalkulieren dürfte.

 

Torwart: Der millionenschwere Nachfolger

Top-Elf: Mio Backhaus (22)

Der neue Mann zwischen den Pfosten heißt Mio Backhaus. Für den 22-Jährigen überwiesen die Freiburger satte 12 Millionen Euro an den SV Werder Bremen – eine Summe, die bereits erahnen lässt, welche Rolle für ihn vorgesehen ist. Backhaus ist die neue Nummer eins und bringt dafür beste Voraussetzungen mit.

 

Vorstand Jochen Saier erklärte bei der Verpflichtung: „Mio hat in seiner ersten Bundesliga-Saison eindrucksvoll nachgewiesen, auf welchem hohen Niveau er spielen kann. Seine ruhige und konzentrierte Art kann anstecken.“ Darüber hinaus betonte Saier, dass der Schlussmann „alle Facetten des Torwartspiels“ beherrsche und noch viel Entwicklungspotenzial mitbringe.

 

Die Freiburger investieren selten ohne Überzeugung in dieser Größenordnung. Alles deutet darauf hin, dass Backhaus langfristig das Gesicht einer neuen Torhüter-Generation im Breisgau werden soll.

 

Abwehr: Kontinuität und (neue) alte Bekannte

Rechter Außenverteidiger: Philipp Treu (25)

Treu bringt genau das Gesamtpaket mit, das in Freiburg geschätzt wird. Der Außenverteidiger ist laufstark, verfügt über ein ordentliches Grundtempo und kann auch Englische Wochen ohne sichtbaren Leistungsabfall absolvieren.

 

Hinzu kommen seine Variabilität und sein solides Aufbauspiel. Ob als klassischer Außenverteidiger oder in offensiverer Rolle – Treu liefert konstant ab, ohne unnötige Risiken einzugehen. Im Vergleich zu vielen anderen Freiburger Außenverteidigern bringt er zudem technische Qualitäten im Eins-gegen-eins mit.

 

Bemerkenswert ist auch seine Entwicklung abseits des Platzes. Intern übernimmt Treu zunehmend Verantwortung und entwickelt sich immer stärker in Richtung Führungsspieler. Auch diese Mentalität macht ihn für Julian Schuster so wertvoll.

 

Rechter Innenverteidiger: Matthias Ginter (32)

An Matthias Ginter führt weiterhin kein Weg vorbei. Der Routinier fühlt sich in Freiburg zu Hause und vieles deutet darauf hin, dass er seinen Vertrag verlängern wird. Sportlich befindet sich der Weltmeister von 2014 gefühlt noch immer in einer seiner besten Phasen.

 

Nach dem 3:0-Erfolg gegen Celta Vigo in der Europa League fand Trainer Schuster beispielhaft besonders deutliche Worte: „Ich habe ihm persönlich auch gesagt, wie er heute gespielt hat: Besser geht es nicht.“ Besonders beeindruckt zeigte sich der Coach davon, wie Ginter seine Mitspieler mitzieht und der gesamten Mannschaft Stabilität verleiht. Diese Führungsrolle dürfte er auch in der kommenden Saison innehaben.

 

Linker Innenverteidiger: Philipp Lienhart (30)

Auch Lienhart bleibt grundsätzlich gesetzt. Der Österreicher bildet gemeinsam mit Ginter weiterhin eines der am besten eingespielten Innenverteidiger-Duos der Bundesliga.

 

Komplett sorgenfrei dürfte er mit Blick auf seinen Stammplatz allerdings nicht mehr sein. Max Rosenfelder bringt enorme Anlagen mit und hat mehrfach angedeutet, welches Potenzial in ihm steckt. Das große Problem des Talents waren bislang die wiederkehrenden Verletzungen.

 

Sollte Rosenfelder über mehrere Monate fit bleiben, könnte er sich im Saisonverlauf zunehmend aufdrängen. Gerade durch die zusätzliche Belastung in der Europa Conference League dürften beide Innenverteidiger auf viele Einsatzzeiten kommen. Zum jetzigen Zeitpunkt hat Lienhart allerdings weiterhin die Nase vorn.

 

Im Vergleich zur Vorsaison etwas abfallen könnte Bruno Ogbus. Sind alle Innenverteidiger fit, verorten wir ihn im Ranking nur auf Rang vier. Tempo ist vorhanden, ebenso das grundsätzliche Skill-Set. In puncto Körperlichkeit und Luftduellen überragt er nicht gerade. Auch mehr Cleverness muss sich mit weiterer Erfahrung erst noch einstellen, genauso die Souveränität im Spielaufbau. Insgesamt wirkt er noch etwas zu unreif für die Position. Eine anspruchsvolle Leihe mit viel Spielzeit wäre unter Umständen eine sinnvolle Option für den Entwicklungssprung. Andererseits könnte sich Freiburgs Abwehrbesetzung dann mit Ginter, Lienhart, dem in der Vergangenheit verletzungsanfälligen Rosenfelder und Jung als etwas zu risikobehaftet herausstellen.

 

Linker Außenverteidiger: Berkay Yılmaz (21) | Alternativen: Lukas Kübler (33), Christian Günter (33)

Update: Auf der linken Seite könnte sich einer der spannendsten internen Konkurrenzkämpfe entwickeln. Vieles spricht dafür, dass Rückkehrer Yılmaz den nächsten Schritt gehen soll. Der 21-Jährige hat sich während seiner Leihe beim 1. FC Nürnberg hervorragend entwickelt. Sportdirektor Klemens Hartenbach lobte insbesondere die Mischung aus „offensivem Einschalten und defensiver Verantwortung“.

 

Für Jordy Makengo wird die Situation dadurch kompliziert. Mit Yılmaz und Vereinsikone Christian Günter verfügt Freiburg neben ihm über zwei weitere Linksverteidiger. Zudem kann auch Philipp Treu problemlos auf die linke Seite ausweichen. Entsprechend ist sogar ein Wechsel Makengos derzeit als wahrscheinliches Szenario in Betracht zu ziehen (womöglich übergangsweise, falls Günter in absehbarer Zeit aufhört).

 

Yılmaz bringt dagegen genau das Profil mit, das Freiburg künftig auf dieser Position sehen möchte. Es wäre gerade beim Sport-Club keine Überraschung, wenn er als Gewinner aus dieser Konstellation hervorgehen würde. Nichtsdestotrotz wird ihm teils auch der Status eines „Herausforderers“ zugeschrieben, sodass keineswegs gewährleistet ist, dass er der neue Platzhirsch ist. Sollte er sich nicht durchsetzen, sehen wir als erste Alternative die Variante mit Lukas Kübler auf der rechten Seite und Treu dafür als Linksverteidiger.

 

Mittelfeld: Zwischen Konstanz und Neuanfang

Defensives Mittelfeld: Maximilian Eggestein (29)

Im Freiburger Mittelfeld gibt es einen Fixpunkt, über den an und für sich nicht diskutiert werden muss: Maximilian Eggestein. Trainer Schuster schwärmte erst im April wieder in höchsten Tönen von seinem Dauerbrenner. „Maxi hat die körperlichen Voraussetzungen und er tut unglaublich viel dafür, um auf dem Platz zu stehen“, erklärte der Coach. Besonders hervor hob er Eggesteins Spielintelligenz und dessen Fähigkeit, Situationen bereits mit wenigen Blicken zu erfassen.

 

Der 29-Jährige verbindet die Mannschaftsteile miteinander, genießt innerhalb des Teams enormes Ansehen und ist sowohl sportlich als auch menschlich einer der wichtigsten Spieler im Freiburger Kader.

 

Mit Yannik Engelhardt (25, Como 1907) steht derzeit ein potenzieller Neuzugang im Raum, der vom Profil her Entlastung für Eggestein bringen könnte. Der Sport-Club galt zuletzt als Favorit auf eine Verpflichtung. Dass er am Freiburger Leistungsträger vorbeizieht, sehen wir aber nicht.

 

Zentrales Mittelfeld: Rihito Yamamoto (24) | Alternativen: Neuzugang

Yamamoto wirkt wie ein klassischer Freiburg-Transfer. Der Japaner kommt aus Belgien und ist in Deutschland bislang noch weitgehend unbekannt, bringt aber viele Eigenschaften mit, die perfekt zum Profil der Breisgauer passen. Der 24-Jährige ist ein laufstarker Box-to-box-Spieler, arbeitet enorm viel gegen den Ball und überzeugt durch seine Spielintelligenz. Mit Ball wirkt er kreativer als Eggestein, ohne dabei seine defensiven Aufgaben zu vernachlässigen.

 

Gleichzeitig ist Yamamoto ein anderer Spielertyp als Johan Manzambi. Während der Schweizer deutlich offensiver orientiert ist, interpretiert der Neuzugang die Position ausgewogener. Da Manzambi vor einem Wechsel steht, könnte Yamamoto schnell eine zentrale Rolle einnehmen. Sollte Freiburg auf dem Transfermarkt allerdings noch einmal qualitativ nachlegen, könnten die Karten auf dieser Position durchaus neu gemischt werden.

 

Der zuvor angesprochene Engelhardt, der vergangene Saison leihweise für Borussia Mönchengladbach am Ball war, wäre an der Seite von Eggestein dann vorstellbar, wenn der Letztgenannte in der neuen Saison einen offensiveren Part einnimmt (was aber eher nicht anzunehmen ist).

 

Offensives Mittelfeld: Yuito Suzuki (24)

Suzuki hat sich im Verlauf seiner ersten Saison im Breisgau nahezu unverzichtbar gemacht. Der Japaner bringt Dynamik, Technik, Pressingstärke und Kreativität mit – Eigenschaften, die im Freiburger Offensivspiel enorm wichtig sind.

 

Aufgrund der Belastung in drei Wettbewerben erhielt er gerade in der Bundesliga trotzdem nicht jede Woche einen Startelfeinsatz. Sobald es jedoch um die stärkste Formation ging, war Suzuki meist gesetzt. Sollte Manzambi tatsächlich wechseln, würde seine Bedeutung noch einmal deutlich steigen. Dann dürfte Suzuki endgültig zum Herzstück der Freiburger Offensive werden.

 

Angriff: Erfahrung trifft auf Entwicklungspotenzial

Rechter Flügel: Niklas Beste (27) | Alternative: Neuzugang

Beste benötigte etwas Anlaufzeit, steigerte sich im Saisonverlauf jedoch kontinuierlich. Seine Bilanz von zwei Toren und acht Vorlagen in 47 Pflichtspielen wirkt auf den ersten Blick ausbaufähig, spiegelt seinen tatsächlichen Einfluss aber nur bedingt wider. In Freiburg wird Einsatzbereitschaft traditionell hoch bewertet – und genau dort punktet Beste enorm. Dennoch bleibt die Position nicht völlig unangreifbar. Offensiv wäre perspektivisch durchaus noch etwas mehr Output wünschenswert.

 

Spannend wird die Entwicklung auf dem Transfermarkt. Der gehandelte Wilfried Gnonto wäre ein spektakulärer Transfer für Freiburger Verhältnisse. Da der Italiener flexibel auf beiden Flügeln sowie im Sturmzentrum eingesetzt werden kann, wäre er aber nicht zwingend nur ein direkter Konkurrent von Beste. Zudem benötigen Neuzugänge im Breisgau meist etwas Eingewöhnungszeit. Beste bleibt daher zunächst die wahrscheinlichste Lösung auf dem rechten Flügel.

 

Cyriaque Irié stünde zwar noch als Option für rechts zur Verfügung, ist aber ähnlich wie Ogbus noch zu unfertig. Immer wieder mal ist unsauberes Aufbauspiel zu erkennen. Er wirkt größtenteils übermotiviert, will gefühlt mit jeder Aktion etwas Besonderes machen und sich präsentieren. Obwohl zum Saisonende hin Alternativen durchaus gebraucht wurden, spielte Irié in den letzten Wochen kaum mehr eine Rolle. Es passt noch nicht so richtig mit Freiburgs Spielidee, sodass Geduld gefragt ist. Sofern Dinkçi nach Heidenheim-Leihe jetzt bei den Breisgauern bleibt, wäre nun bei Irié sogar eine Ausleihe denkbar.

 

Linker Flügel: Vincenzo Grifo (33) | Alternative: Derry Scherhant (23)

Grifo wird weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Vieles deutet darauf hin, dass auch sein Vertrag verlängert wird. Seine Bedeutung für den Klub bleibt ungebrochen. Gleichzeitig läuft im Hintergrund bereits die nächste Entwicklungsstufe. Scherhant erhielt in der Rückrunde deutlich mehr Einsatzzeit als noch im ersten Saisonabschnitt und dürfte seinen Anteil am Spiel weiter erhöhen. Der zehn Jahre jüngere Offensivspieler wird immer stärker an die Mannschaft herangeführt. Noch liegt Grifo vorn, doch Scherhant könnte im Laufe der Saison zunehmend Druck aufbauen.

 

Stürmer: Igor Matanović (23)

Bei Matanović zeigt die Formkurve klar nach oben. Der Angreifer hat sich im Freiburger System inzwischen hervorragend zurechtgefunden und wirkt auch abseits des Platzes komplett angekommen. Sportlich passt sein Profil immer besser zu den Anforderungen der Mannschaft. Er verbindet Physis mit Laufstärke und arbeitet intensiv gegen den Ball. Gleichzeitig entwickelte er zuletzt deutlich mehr Torgefahr. Sofern kein überraschender Wechsel erfolgt, gehen wir fest davon aus, dass Matanović zur Stammelf gehören wird.

 

 

Voraussichtliche Top-Elf 26/27

Mio Backhaus

Backhaus

Berkay Yilmaz

Yilmaz

Philipp Lienhart

Lienhart

Matthias Ginter

Ginter

Philipp Treu

Treu

Maximilian Eggestein

Eggestein

Vincenzo Grifo

Grifo

Niklas Beste

Beste

Igor Matanovic

Matanović

Rihito Yamamoto

Yamamoto

Yuito Suzuki

Yuito

 

Fazit

Der SC Freiburg bleibt sich auch in der kommenden Saison weitgehend treu. Große Umbrüche sind nicht zu erwarten, stattdessen setzt der Klub weiterhin auf Kontinuität, Entwicklung und gezielte Verstärkungen. Die Belastung durch die Europa Conference League wird zwar erneut für Rotation sorgen, am grundsätzlichen Gerüst der Mannschaft dürfte sie jedoch wenig ändern.

 

Die größte Veränderung findet im Tor statt: Mit Backhaus verpflichteten die Breisgauer einen neuen Stammkeeper. Auch auf der linken Abwehrseite könnte sich mit Yılmaz ein junger Spieler dauerhaft etablieren, während die erfahrenen Kräfte um Ginter, Lienhart und Treu weiterhin das Rückgrat der Defensive bilden.

 

Im Mittelfeld richtet sich der Fokus vor allem auf Yamamoto. Der Japaner bringt viele Eigenschaften mit, die perfekt zum Freiburger Fußball passen. Durch den bevorstehenden Wechsel von Manzambi dürfte Yamamotos Bedeutung sofort deutlich steigen.

 

In der Offensive setzt Freiburg auf eine interessante Mischung aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial. Grifo bleibt ein Fixpunkt, während Scherhant immer mehr beitragen könnte. Suzuki hat das Zeug zum zentralen Kreativspieler der Mannschaft und Matanović scheint endgültig bereit zu sein für eine Stammrolle. Das Fundament für eine weitere erfolgreiche Saison im oberen Tabellendrittel wirkt jedenfalls ausgesprochen stabil.

 

Wir freuen uns über eure Unterstützung

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Unsere Top-Elf-Prognosen entstehen nicht losgelöst von der Community. Eure Kommentare, eure Einschätzungen und eure Argumente liefern uns regelmäßig wertvolle Denkanstöße, die wir in unsere Prognosen einfließen lassen.

 

Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Kann Backhaus die großen Fußstapfen seines Vorgängers direkt ausfüllen? Traut ihr Yılmaz den Durchbruch auf der linken Seite zu und wie würdet ihr die Situation um Manzambi bewerten? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

 

Du kennst dich nicht nur bestens rund um den Verein aus, sondern analysierst das Geschehen auf dem Platz quasi auch rund um die Uhr? Dann melde dich gerne bei uns und bewirb dich als Experte unter folgender E-Mail: „experte@ligainsider.de“. Sollte es matchen, winkt dir ein Status-Upgrade in der App. Mit einem Vereinsbadge ausgestattet, könnten zum Beispiel Beiträge von dir direkt unter den Aufstellungen hervorgehoben werden.

 

 

 

 

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