In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf Bayer 04 Leverkusen. Nach dem Verpassen der Champions-League-Qualifikation soll unter dem neuen Cheftrainer Carles Martínez der sportliche Neustart gelingen. Personell hat sich im Laufe des Sommers bereits einiges getan: Unter anderem kamen mit Afonso Moreira und Miguel Gutiérrez zwei Spieler, die wir direkt in unserer Top-Elf sehen. Dem gegenüber steht der Abgang von Alejandro Grimaldo, den es zu Atlético Madrid gezogen hat.
Mit dem Trainerwechsel dürfte sich auch auf dem Platz einiges verändern. Während Leverkusen in der Vergangenheit mit einer Dreierkette agierte, deutet inzwischen vieles darauf hin, dass Martínez häufiger auf eine Viererkette setzen könnte. Der Spanier selbst ließ seine bevorzugte Grundordnung bislang offen und betonte, sowohl mit einer Dreier- als auch einer Viererkette flexibel arbeiten zu wollen. Für unsere aktuelle Top-Elf-Prognose gehen wir von einem 4-2-3-1-System aus, das Martínez in sämtlichen bisherigen Testspielen spielen ließ.
Auch wenn bis zum Ende des Transferfensters noch Bewegung in den Kader kommen dürfte, lautet unser Ansatz wie gewohnt: Wie sieht die stärkste Leverkusener Elf aus, die aktuell in einem Topspiel zu erwarten wäre?
Top-Elf: Mark Flekken (33)
Im vergangenen Sommer für rund 10 Millionen Euro vom Brentford FC nach Leverkusen gewechselt, hat sich der 33-Jährige als die Nummer eins der Werkself etabliert. An diesem Status wird sich auch zur neuen Saison aller Voraussicht nach nichts ändern.
Rechter Außenverteidiger: Jarell Quansah (23)
Quansah ist in der Leverkusener Defensive absolut gesetzt und bringt genau die Dynamik mit, die unter Martínez gefordert wird. Seine Leistungen blieben auch England-Coach Thomas Tuchel nicht verborgen, der ihn für die Weltmeisterschaft nominierte. Zwar besitzt Liverpool eine Rückkaufoption, diese ist in diesem Sommer an der Anfield Road aber kein Thema. Erst im Sommer 2027 könnte die Klausel, dann in Höhe von 60 Millionen Euro, noch einmal so richtig heiß werden.
Neu ist allerdings die Position, auf der wir Quansah anzeigen. Durch die Entwicklungen auf dem Transfermarkt bietet sich für Martínez eine Viererkette an, in der der Engländer die defensivere Rolle auf der rechten Seite übernimmt. Insbesondere die Verpflichtung von Facundo Medina eröffnet diese Möglichkeit: Mit Tapsoba und Medina könnte Bayer das Zentrum besetzen, während Gutiérrez auf der gegenüberliegenden Seite deutlich offensiver agieren kann. Genau diese Variante gilt inzwischen als denkbares Modell.
Rechter Innenverteidiger: Edmond Tapsoba (27)
Er ist und bleibt die personifizierte Konstanz im Leverkusener Abwehrverbund. Erst im April setzte der 27-Jährige mit einer langfristigen Vertragsverlängerung bis 2031 ein dickes Ausrufezeichen hinter seine sportliche Zukunft. Die Wertschätzung im Verein ist groß: „In den zurückliegenden sechseinhalb Jahren ist Edmond Tapsoba zu einem absoluten Schlüsselspieler unserer Werkself geworden, zu einem der besten Verteidiger der Bundesliga, der auf internationalem Topniveau agiert“, betont Rolfes. Er soll und wird auch unter Martínez die Defensive anführen.
Linker Innenverteidiger: Facundo Medina (27) | Alternative: Loïc Badé (26)
Update: Für die linke Innenverteidigerposition ist eine zusätzliche, prominente Option da: Bayer 04 hat Facundo Medina von Olympique Marseille verpflichtet. Je nach Quelle soll sich die Ablöse auf rund 20 Millionen Euro beziehungsweise 23 Millionen Euro plus zwei Millionen Euro an möglichen Boni belaufen.
Der argentinische Nationalspieler agiert hauptsächlich als linker Innenverteidiger und bringt ein robustes, zweikampfstarkes Profil mit. Gerade neben dem offensiv ausgerichteten Gutiérrez könnte diese Absicherung wichtig werden. Wir sehen Medina deshalb mit guten Chancen auf einen Platz in der Top-Elf.
Mit Loïc Badé steht allerdings ein hochwertiger Konkurrent bereit. Der Franzose besitzt ebenfalls die Qualität für regelmäßige Startelfeinsätze und dürfte angesichts der zahlreichen Möglichkeiten in der Defensive auf genügend Spielzeit kommen.
Linker Außenverteidiger: Miguel Gutiérrez (25)
Hier ist die zuvor noch offene Planstelle inzwischen endgültig besetzt. Bayer 04 hat Gutiérrez von der SSC Neapel verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2031 ausgestattet. Nach kicker-Informationen fließen 26 Millionen Euro Ablöse, hinzu kommen mögliche Bonuszahlungen. Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes bezeichnete den Spanier als „absolute Wunschlösung“ für die linke Abwehrseite.
Gutiérrez soll damit die Lücke schließen, die durch den Abgang von Alejandro Grimaldo entstanden ist. Der Linksfuß interpretiert die Position offensiv und spielstark und dürfte gerade in der angedachten Viererkette viel Freiheit für Vorstöße erhalten. Mit Medina als absicherndem Spieler hinter beziehungsweise neben ihm könnte sich auf der linken Seite eine interessante Kombination entwickeln.
Zentrales Mittelfeld: Exequiel Palacios (27) | Alternativen: Neuzugang, Equi Fernández (24)
Wenn fit, führte in der Vergangenheit im zentralen Leverkusener Mittelfeld kein Weg am Argentinier vorbei. Palacios ist der Leader und der unermüdliche Motor im Zentrum. Allerdings bleibt die Zukunft von Palacios eines der Fragezeichen im Kader. Der Argentinier beschäftigt sich weiterhin mit einem Wechsel. Ipswich bemüht sich hartnäckig, bietet aber noch viel zu wenig. Solange sich nichts Konkretes anbahnt, führen wir Palacios in der Top-Elf. Sollte es doch zum Abschied kommen, könnte noch einmal ein Neuzugang für das zentrale Mittelfeld in den Fokus rücken. Equi Fernández bleibt zudem eine interne Alternative und soll sich unter Martínez zuletzt deutlich gesteigert haben.
Nicht mehr in unserer unmittelbaren Top-Elf-Rechnung befindet sich Kennet Eichhorn. Nach der diagnostizierten Stoffwechselstörung besitzt die vollständige Genesung des 17-Jährigen oberste Priorität. Bayer 04 kalkuliert vorsorglich sogar für die Hinrunde ohne den Neuzugang, ohne ihm einen konkreten Zeitplan für die Rückkehr vorzugeben. Entsprechend wäre es zum jetzigen Zeitpunkt unseriös, Eichhorn bereits als unmittelbaren Kandidaten für die Stammformation einzuplanen.
Zentrales Mittelfeld: Aleix García (29)
García bleibt in unserer Prognose Teil der ersten Elf. Seine größten Stärken liegen im Spielaufbau: Mit seiner Passqualität, Übersicht und Spielkontrolle gibt er dem Leverkusener Ballbesitz Struktur und bestimmt das Tempo aus der Tiefe.
Im intensiven Pressing sowie gegen den Ball bringt García zwar nicht das Profil eines klassischen Abräumers mit, dafür ergänzt er Palacios durch seine Fähigkeiten am Ball. Durch den langfristigen Ausfall von Eichhorn hat sich außerdem die Ausgangslage auf dem Transfermarkt verändert. Ein Abgang Garcías ist zwar weiterhin nicht komplett ausgeschlossen, konkrete Interessenten sollen aktuell aber fehlen.
Offensives Mittelfeld: Ibrahim Maza (20)
Nach seinem 12-Millionen-Wechsel von der Hertha im vergangenen Sommer ist der 20-Jährige in der Bundesliga voll eingeschlagen. Maza bringt alles mit, was ein moderner Zehner braucht, gepaart mit einer enormen Lernbereitschaft. „Er hat hervorragende technische Fertigkeiten, er ist dribbelstark und durchsetzungsfähig und hat dabei einen Blick für seine Mitspieler, die er glänzend einzusetzen weiß“, schwärmt Rolfes über den extrem talentierten Rechtsfuß.
In unserer Formation rückt Maza auf die Zehnerposition. Dort kann er seine Stärken zwischen den Linien besonders gut ausspielen, ohne dauerhaft die Verantwortung im tieferen Spielaufbau übernehmen zu müssen. Prinzipiell ist auch weiterhin ein Einsatz als Achter möglich. Für unsere Top-Elf ist er aber als zentraler offensiver Mittelfeldspieler gesetzt.
Rechtes offensives Mittelfeld: Neuzugang | Alternative: Montrell Culbreath (18)
In Leverkusen bahnt sich eine bemerkenswerte Rückholaktion an: Moussa Diaby soll zurück unters Bayer-Kreuz. Nach BILD-Informationen sind sich Bayer und der 27-Jährige bereits über die Eckpunkte eines Vertrags bis 2031 einig. Auch die Gespräche mit Al-Ittihad befanden sich zuletzt auf der Zielgeraden, wobei die Ablöse unter 30 Millionen Euro liegen soll. Für Diaby selbst soll die Rückkehr nach Leverkusen die bevorzugte Lösung sein. Der Deal zieht sich aber wegen Unstimmigkeiten bei der Abfindungszahlung.
Sportlich wäre die Rückkehr schlüssig. Diaby kennt den Klub und die Bundesliga bestens, bringt enormes Tempo und Tiefgang mit und sammelte bereits während seiner ersten Leverkusener Zeit in 125 Bundesliga-Partien 68 Torbeteiligungen. Gemeinsam mit Maza und Moreira könnte er eine äußerst variable offensive Dreierreihe hinter Schick bilden.
Als Alternative sehen wir Montrell Culbreath. Der ursprünglich im offensiven Mittelfeld ausgebildete Youngster war eine der großen Überraschungen der vergangenen Saison und überzeugte nach seinem Sprung aus dem Nachwuchsbereich insbesondere auf der rechten Seite.
Zum Saisonstart wird Culbreath allerdings fehlen. Der 18-Jährige zog sich im Testspiel gegen Sevilla eine Fußverletzung zu und fällt zunächst zu Beginn der Spielzeit aus. Wie lange er darüber hinaus pausieren muss, ist noch offen. An seiner grundsätzlichen Rolle als spannende Alternative für die rechte Offensivseite ändert das für den Saisonverlauf aber nichts.
Linkes offensives Mittelfeld: Afonso Moreira (21)
Mit Afonso Moreira hat Bayer 04 für die linke Offensivseite mit rund 30 Millionen Euro Ablöse kräftig investiert. Angesichts der hohen Summe spricht vieles dafür, dass der Portugiese von Beginn an eine tragende Rolle übernehmen soll.
Moreira bringt ein modernes Flügelprofil mit: Der Rechtsfuß startet bevorzugt über die linke Seite, sucht immer wieder den Weg in den Strafraum und vereint Torgefahr mit ausgeprägter Kreativität. Besonders als Vorbereiter besitzt er außergewöhnliche Qualitäten, ohne dabei selbst den Abschluss zu vernachlässigen. In unserer aktuellen Top-Elf hat er seinen Platz auf der linken Seite sicher.
Stürmer: Patrik Schick (30) | Alternative: Christian Kofane (20)
Im Sturmzentrum dürfte sich einer der spannendsten Konkurrenzkämpfe im Leverkusener Kader entwickeln. Wir sehen Patrik Schick aktuell noch knapp vorne. Der Tscheche zählt im Strafraum weiterhin zu den gefährlichsten Abschlussspielern Europas und bleibt mit seiner Präsenz sowie seinen Qualitäten im Kombinationsspiel ein enorm wichtiger Fixpunkt für die Offensive. Ihn aus der Startelf zu verdrängen, wird auch für Christian Kofane alles andere als einfach.
Der 20-Jährige hat sich allerdings mit einer überragenden ersten Saison eindrucksvoll angemeldet. Kofane bringt deutlich mehr Tempo, Dynamik und Laufstärke mit, ist technisch variabler und kann sich durch seine hohe Beweglichkeit besser in Positionsrotationen einbringen. Zudem passt sein intensives Anlauf- und Pressingverhalten sehr gut zur Spielidee von Carles Martínez. Dass der neue Trainer junge Spieler weiterentwickeln möchte, könnte dem Angreifer zusätzlich in die Karten spielen.
Trotzdem sehen wir Schick zunächst leicht im Vorteil. Denkbar ist allerdings auch, dass Martínez phasenweise auf eine Doppelspitze setzt. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Stärken würden sich Schick und Kofane hervorragend ergänzen: der eine als herausragender Strafraumstürmer, der andere mit seiner Dynamik, Athletik und seinem großen Aktionsradius.
Voraussichtliche Top-Elf 26/27




Flekken


Quansah


M. Gutiérrez


Aleix García


Tapsoba


Medina


Diaby


Fernández


Schick


Maza


Moreira
Mit der Verpflichtung von Trainer Martínez bleibt Leverkusen seiner sportlichen Linie der vergangenen Jahre treu. Der neue Cheftrainer bringt durch seine Ausbildung in der berühmten spanischen La Masia-Schule die passende DNA mit, um unter dem Bayer-Kreuz weiterhin für attraktiven, dominanten Offensivfußball zu stehen. Zudem gilt Martínez als Entwickler junger Talente – ein Profil, das gut zu dem mit hochkarätigen Youngsters gespickten Leverkusener Kader passt.
Spannend wird weiterhin, welchen taktischen Weg Martínez letztlich einschlägt. Unsere Prognose hat sich inzwischen allerdings deutlich konkretisiert: Wir sehen Bayer 04 aktuell in einem 4-2-3-1 mit Quansah als defensiverem Rechtsverteidiger und dem offensiv ausgerichteten Gutiérrez auf der linken Seite. Nach dem Medina-Transfer stehen mit ihm und Tapsoba zwei starke zentrale Innenverteidiger bereit, während Badé als hochwertige Alternative lauert.
Auch offensiv sind die Konturen inzwischen deutlich schärfer. Moreira ist links eingeplant, Maza im Zentrum gesetzt und für die rechte Seite arbeitet die Werkself konkret an einer Rückkehr von Diaby.
Die größte offene Baustelle befindet sich damit eher im zentralen Mittelfeld. Palacios bleibt aufgrund seiner Wechselgedanken ein Unsicherheitsfaktor, während der langfristige Ausfall von Eichhorn die Transferstrategie zusätzlich beeinflusst. Wir planen zunächst mit Palacios und García, sehen mit Fernández eine interne Alternative und halten einen weiteren Neuzugang im Zentrum weiterhin für eine mögliche Option.
Bislang noch nicht in unserer ersten Elf berücksichtigt ist Malik Tillman (24). Der Offensivakteur, der erst im vergangenen Jahr für 35 Millionen Euro von der PSV Eindhoven verpflichtet wurde, könnte nach einer komplizierten ersten Saison vor dem Absprung stehen. Da Abwanderungssignale zu vernehmen sind, planen wir vorerst ohne ihn. Die Entwicklung in den kommenden Wochen behalten wir hierzu aber natürlich ganz genau im Auge.
Zum Schluss liegt uns eines besonders am Herzen: Diese Prognose soll kein starres Konstrukt sein, sondern der Startschuss für eine lebhafte Diskussion mit euch. Bei LigaInsider leben die Aufstellungen traditionell vom direkten Austausch zwischen unserer Redaktion und der Community. Wir lesen euer Feedback und eure Einschätzungen aufmerksam mit und nutzen eure stichhaltigsten Argumente liebend gern, um unsere Aufstellung in den kommenden Wochen anzupassen.
Deshalb übergeben wir das Wort jetzt an euch: Wie bewertet ihr die neue Leverkusener Viererkette? Seht ihr Medina direkt vor Badé? Und wie würde sich eine mögliche Rückkehr von Moussa Diaby auf die Offensive der Werkself auswirken? Lasst es uns wissen und diskutiert fleißig unten in den Kommentaren mit!
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