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Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©LigaInsider/Getty Images

Top-Elf-Prognose: FC Schalke 04 im Check

In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf den FC Schalke 04. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga wird die zentrale Frage sein, ob Trainer Miron Muslić auf die Dreierkette aus der Hinrunde zurückgreift oder an der Viererkette festhält. Der aktuelle Kader bietet grundsätzlich beide Möglichkeiten. Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt allerdings von einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette aus. Ein wichtiger Grund dafür ist das fehlende Tempo in der Innenverteidigung, das sich in diesem System deutlich besser kaschieren lässt.

 

Grundsätzlich muss Schalke spielerisch nicht viel verändern. Die Knappen wurden Meister der 2. Bundesliga, obwohl sie beim Ballbesitz ligaweit mit den schlechtesten Wert hatten. Dominanter Ballbesitzfußball wäre für einen Aufsteiger in der Bundesliga jedoch wohl ohnehin sehr schwer umzusetzen gewesen, sodass dieser Aspekt zunächst mal kein Nachteil sein muss.

 

Auch wenn bis zum Ende des Transferfensters noch Bewegung in den Kader kommen dürfte, lautet unser Ansatz wie gewohnt: Wie sieht die stärkste Schalker Elf aus, die aktuell in einem Topspiel zu erwarten wäre?

 

Torwart: Der Aufstiegsheld bleibt gesetzt

Top-Elf: Loris Karius (33)

Karius war einer der Hauptgründe für den Aufstieg der Königsblauen. Der Torhüter rettete Schalke mehrfach Punkte und gehörte zu den besten Schlussmännern der vergangenen Zweitliga-Saison. Scheinbar unhaltbare Bälle fischte er immer wieder heraus. Viele der knappen 1:0-Erfolge wären ohne ihn kaum möglich gewesen. Mit der Verlängerung wurde diese Personalie in Vertragsfragen entsprechend konsequent verfolgt. Für Schalke gibt es auf dieser Position aktuell keinerlei Diskussionen.

 

Abwehr: Dritter Innenverteidiger für die Beletage?

Rechter Innenverteidiger: Mertcan Ayhan (19) | Alternativen: Timo Becker (29), Neuzugang

Durch die Umstellung auf eine Dreierkette wird hier eine Position frei. Wir besetzen sie vorerst mit Talent Ayhan. Der 19-Jährige besitzt beim Portal Transfermarkt bereits einen Marktwert in Höhe von 8 Millionen Euro. Bei seinen bisherigen Einsätzen (vergangene Zweitligasaison 20 in der Startelf) überzeugte er stets mit soliden Leistungen und bringt gleichzeitig ein großes Entwicklungspotenzial mit. Unter der Voraussetzung, dass Ayhan auch in der kommenden Saison noch das königsblaue Trikot trägt, wird er allein aus wirtschaftlichen Gründen viel Spielzeit sehen.

 

Timo Becker wäre ebenfalls eine Möglichkeit als rechter Innenverteidiger. Er ist bereits Bundesliga-erfahren (60 Einsätze im Oberhaus) und bringt mit rund 34,5 km/h noch mal ein höheres Tempo als Konkurrent Ayhan mit. Sollte Letzterer verkauft werden – was definitiv denkbar ist – könnte sich Becker gute Startelfchancen ausrechnen. In den vergangenen Monaten hatte er sich in puncto Zweikampfstärke, Kopfball- und Passspiel noch mal verbessert.

 

Obendrein rechnen wir mit einer Neuverpflichtung in der Innenverteidigung, welche den Konkurrenzkampf anheizen wird. Es ist hier also weiterhin mit einer Neubewertung der Situation in den kommenden Wochen zu rechnen.

 

Zentraler Innenverteidiger: Nikola Katić (29)

Katić bleibt der Abwehrchef der Knappen. Der Bosnier verkörpert genau die Tugenden, die Muslić von seinen Verteidigern verlangt: Robustheit, Zweikampfhärte und Dominanz in der Luft. Seine größte Schwäche bleibt das Tempo. Genau deshalb erscheint eine Dreierkette für Schalke sinnvoll. Mit den passenden Halbverteidigern an seiner Seite können diese Defizite deutlich besser aufgefangen werden. Im defensiven Ansatz der Königsblauen wird Katić erneut der Fels in der Brandung sein.

 

Linker Innenverteidiger: Hasan Kuruçay (28)

Kuruçay bringt ein sehr ausgewogenes Gesamtpaket mit. Im Vergleich zu vielen anderen Schalker Verteidigern besitzt er zudem die größte Qualität im Spielaufbau. Der Innenverteidiger ist technisch sauber und kann andribbeln. Er hat den Großteil seiner Karriere auf der linken Seite der Abwehr verbracht. Gleichzeitig wäre er flexibel genug, auch auf die rechte Seite zu wechseln, was auch passieren würde, sollte Schalke noch einen Linksfuß verpflichten.

 

Defensives Mittelfeld & Schiene: Kampf um die Doppelsechs, offene Positionen auf Außen

Rechte Schiene: Neuzugang | Alternative: Dejan Ljubičić (28)

Die rechte Seite war über weite Strecken der vergangenen Saison eine Problemzone. Weder Adrian Gantenbein noch Timo Becker konnten die Position dauerhaft zufriedenstellend besetzen. Deshalb rechnen wir fest mit einer externen Verstärkung. Gesucht wird ein Spieler, der defensive Stabilität mit Tempo und einem besseren Flankenspiel verbindet. Gerade in einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette wäre diese Position enorm wichtig.

 

Timo Becker, den wir momentan in der rechten Innenverteidigung einplanen, bleibt auch für die Schiene als defensivere Variante eine Option, während Gantenbein vor seiner Verletzung zwar ordentlich agierte, für die Bundesliga jedoch eher nicht das gewünschte Niveau mitbringt.

 

Für Ljubičić wäre die Formation mit Dreier-/Fünferkette im Übrigen problematisch. Der vielseitige Mittelfeldspieler spielte zuletzt häufig auf der rechten Offensivseite in einem Viererketten-System. Mit ihm hier als Alternative wird diese Formation in der Top-Elf weiter abgedeckt. Seine Leistungen in der Offensive blieben zum Ende hin aber etwas hinter den Erwartungen zurück, wobei fairerweise angemerkt werden muss, dass es nicht seine Idealposition ist. Diese liegt im zentralen Mittelfeld ...

 

Defensives Mittelfeld: Satoshi Tanaka (23) | Alternativen: Ron Schallenberg (27), Dejan Ljubičić (28)

Satoshi Tanaka ist nach seinem Wechsel von Fortuna Düsseldorf direkt ein heißer Kandidat für die Top-Elf. Der Japaner ist dynamischer, pressingresistenter und fühlt sich auf einer Doppelsechs wohler als Schallenberg. Letzterer kann seine Stärken eher in einem Dreier-Mittelfeld ausspielen. Während Tanaka trotz des Düsseldorfer Abstiegs zu den positiven Erscheinungen gehörte, hatte Schallenberg in der starken Schalker Aufstiegssaison immer wieder auch Spiele, in denen er etwas abfiel.

 

Möglich bleibt auch, dass Ljubičić seinen Hut in den Ring wirft und in eine ihm gut bekannte Rolle zurückkehrt. Die meisten Einsätze in seiner Karriere hatte er im zentralen Mittelfeld, sowohl offensiv als auch defensiv ausgerichtet.

 

Zentrales Mittelfeld: Soufiane El-Faouzi (24)

El-Faouzi war einer der größten Aufstiegsgaranten. Nach Bielefelds Corboz legte kein Spieler der Liga mehr Kilometer zurück. Der Marokkaner ackert unermüdlich, ist gegen den Ball enorm wertvoll und überzeugt durch seine Eleganz am Ball. Nicht umsonst schnupperte er zeitweise sogar am WM-Kader des marokkanischen Nationalteams. Die starken Leistungen weckten entsprechend Begehrlichkeiten. Inzwischen hat El-Faouzi seinen Vertrag auf Schalke allerdings offiziell bis 2030 verlängert. Damit ist ein Wechsel in diesem Sommer vom Tisch. Aus sportlicher Sicht ist der Verbleib Gold wert: El-Faouzi ist aktuell der Motor des Schalker Mittelfelds. In unserer Top-Elf-Prognose bleibt der Mittelfeldspieler folgerichtig gesetzt. Mit seinen Qualitäten ist er der perfekte Spieler für Trainer Muslić.

 

Linke Schiene: Neuzugang | Alternative: Vitalie Becker (21)

Der Neuzugang-Platzhalter steht zum Einen für Moussa Ndiaye. Schalke arbeitet daran, die Winter-Leihe fest zu verpflichten. Der 23-Jährige überzeugte sowohl als Schienenspieler als auch als klassischer Außenverteidiger. Er bringt Tempo, Offensivdrang und defensive Aufmerksamkeit mit – Eigenschaften, die auf dieser Position enorm wichtig sind. Das Problem: Ndiaye wäre für Schalker Verhältnisse kein günstiger Transfer. Eine Verpflichtung ist daher alles andere als ein Selbstläufer. Ohne entsprechende Transfererlöse dürfte der Deal kaum zu stemmen sein. Schalke verfolgt zugleich andere Spuren: Mit Robin Gosens ist seit Kurzem ein prominenter Name in der Verlosung.

 

Mit Vitalie Becker haben die Knappen ansonsten bereits ein spannendes Talent in den eigenen Reihen. Der 21-Jährige bringt gute Anlagen mit und fühlt sich in einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette wohler als in einer Viererkette. Defensiv fehlt ihm allerdings noch etwas die Abgeklärtheit.

 

Angriff: Qualität trotz offener Sturmfrage

Offensives Mittelfeld: Kenan Karaman (32)

Karaman verkörpert Schalke wie kaum ein anderer Spieler im Kader. Der Kapitän ging in der Aufstiegssaison voran, führte die Mannschaft an und lieferte gleichzeitig starke Scorerwerte. Unabhängig von Formation oder Spielsystem wird der 31-fache türkische Nationalspieler gesetzt sein. Seine Mentalität, sein Einsatz und seine Führungsqualitäten machen ihn unverzichtbar.

 

Offensives Mittelfeld: Adil Aouchiche (23)

Aouchiche ist technisch der stärkste Spieler im Kader. Kreativität, Spielwitz, Standards und Eins-gegen-eins-Situationen gehören zu seinen größten Stärken. Der Winter-Transfer erwies sich als echter Volltreffer. Gerade auf der linken Halbposition kann der Franzose seine Qualitäten optimal einbringen, weil er so noch mal besser in die engeren Spielsituationen kommt, als wenn er als klarer Flügelspieler agiert. Dort geht ihm obendrein das Tempo etwas ab. In der offensiven Dreierreihe im 3-4-2-1 dürfte ihm deshalb ein bedeutsamer Part zukommen.

 

Stürmer: Neuzugang | Alternative: Junior Adamu (25)

Im Sturm bleibt die Suche nach der optimalen Besetzung eine Baustelle im Schalker Kader. Mit Adamu hat Königsblau inzwischen bereits nachgelegt. Der Österreicher bringt vor allem Qualitäten im Pressing und im Spiel gegen den Ball mit, ließ in der Vergangenheit jedoch die nötige Konstanz im Abschluss vermissen. Deshalb sehen wir ihn aktuell eher noch als wertvolle Ergänzung denn als Stammlösung im Sturmzentrum.

 

Auch Edin Džeko wäre im Falle eines Verbleibs für uns keine dauerhafte Lösung. Trotz seiner Erfahrung und unbestrittenen Qualitäten dürfte es dem Bosnier mit 40 Jahren schwerfallen, die Rolle des Stammstürmers in der Bundesliga noch dauerhaft auszufüllen.

 

Weiterhin zum Kader gehört Moussa Sylla, dessen Zukunft jedoch offen ist. Aus wirtschaftlicher Sicht spricht vieles für einen Verkauf. Sollte der 26-Jährige wider Erwarten bleiben, wäre er aufgrund seiner Qualitäten allerdings ein klarer Kandidat für die Startelf. Unabhängig davon rechnen wir damit, dass Schalke bis zum Ende der Transferperiode noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv wird.

 

Voraussichtliche Top-Elf 26/27

Loris Karius

Karius

Hasan Kurucay

Kuruçay

Nikola Katic

Katić

Mertcan Ayhan

Ayhan

Soufiane El-Faouzi

El-Faouzi

Satoshi Tanaka

Tanaka

Neuzugang

Neuzugang

Neuzugang

Neuzugang

Adil Aouchiche

Aouchiche

Kenan Karaman

Karaman

Neuzugang

Neuzugang

 

Fazit

Auch im Oberhaus dürfte Muslić seiner erfolgreichen Spielidee treu bleiben. Nach dem Aufstieg setzte Schalke vor allem auf Intensität, Kompaktheit und hohe Ballgewinne statt auf dominanten Ballbesitz. Genau dieser Ansatz brachte die Knappen zurück in die Bundesliga und wird voraussichtlich auch die Grundlage für das Projekt Klassenerhalt bilden.

 

Mit einer 3-4-2-1-Formation könnte Schalke die vorhandenen Stärken optimal nutzen. Die Dreierkette schützt insbesondere Abwehrchef Katić, dessen Zweikampfstärke und Lufthoheit enorm wertvoll sind, während seine Tempodefizite durch (schnelle) Halbverteidiger aufgefangen werden können. Auch auf den Schienen benötigt Schalke dafür laufstarke und defensiv stabile Spieler, die sowohl die Breite im Angriff als auch die Absicherung gegen den Ball gewährleisten.

 

Die größte Stärke des Systems liegt in der defensiven Stabilität. Schalke kann tief verteidigen, Räume eng machen und über Ballgewinne schnell umschalten. Mit Spielern wie Tanaka, El-Faouzi, Karaman und Aouchiche verfügt Muslić zudem über genügend Qualität, um nach Balleroberungen zielstrebig nach vorne zu spielen.

 

Die größte Schwäche könnte hingegen im Ballbesitz liegen. Aber den will Schalke auch gar nicht haben. Die Königsblauen wurden Zweitliga-Meister, obwohl sie am Saisonende auf Platz 17 (!) der Ballbesitz-Tabelle waren. Gegen Bundesligisten wird der Aufsteiger nun noch häufiger Phasen ohne Ball überstehen müssen. Zudem hängt viel davon ab, ob die Schienen- und Innenverteidiger-Positionen ausreichend Bundesliga-Qualität erhalten. Fehlt dort Tempo, könnte die Mannschaft gegen schnelle Offensivreihen anfällig werden.

 

Insgesamt spricht vieles dafür, dass Schalke als unangenehmer, laufstarker und defensiv orientierter Aufsteiger auftreten wird. Viele enge Spiele, wenige Gegentore und maximale Effizienz dürften auch in der Bundesliga das Erfolgsrezept von Muslić sein. Das sollte eine realistische Grundlage schaffen, um bis zum Saisonende um den Klassenerhalt zu kämpfen.

 

Wir freuen uns über eure Unterstützung

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Unsere Top-Elf-Prognosen entstehen bei LigaInsider nicht im luftleeren Raum. Eure Einschätzungen, eure Argumente und eure Diskussionen helfen uns regelmäßig dabei, Entwicklungen neu zu bewerten und Prognosen anzupassen.

 

Daher seid jetzt auch ihr gefragt: Würdet ihr ebenfalls auf die Dreierkette setzen? Ist Tanaka direkt die beste Lösung auf der Sechs und welchen Stürmer sollte Schalke im Idealfall für die Bundesliga verpflichten? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

 

Du kennst dich nicht nur bestens rund um den Verein aus, sondern analysierst das Geschehen auf dem Platz quasi auch rund um die Uhr? Dann melde dich gerne bei uns und bewirb dich als Experte unter folgender E-Mail: „experte@ligainsider.de“. Sollte es matchen, winkt dir ein Status-Upgrade in der App. Mit einem Vereinsbadge ausgestattet, könnten zum Beispiel Beiträge von dir direkt unter den Aufstellungen hervorgehoben werden.

 

 

 

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