©LigaInsider/Getty ImagesTop-Elf-Prognose: Bayer Leverkusen im Check
In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf Bayer 04 Leverkusen. Nach dem Verpassen der Champions-League-Qualifikation soll unter dem neuen Cheftrainer Carles Martínez der sportliche Neustart gelingen. Personell hat sich im Laufe des Sommers bereits einiges getan: Mit Afonso Moreira und Kennet Eichhorn hat Bayer 04 zwei vielversprechende Neuzugänge präsentiert. Dem gegenüber steht jedoch der Abgang von Alejandro Grimaldo, den es zu Atlético Madrid gezogen hat.
Mit dem Trainerwechsel dürfte sich auch auf dem Platz einiges verändern. Während Leverkusen in der Vergangenheit mit einer Dreierkette agierte, deuten Medienberichte darauf hin, dass Martínez künftig häufiger auf eine Viererkette setzen könnte. Der Spanier selbst ließ seine bevorzugte Grundordnung bislang offen und betonte, sowohl mit einer Dreier- als auch einer Viererkette flexibel arbeiten zu wollen. Für unsere aktuelle Top-Elf-Prognose gehen wir zunächst von einem 4-3-3-System aus.
Auch wenn bis zum Ende des Transferfensters noch Bewegung in den Kader kommen dürfte, lautet unser Ansatz wie gewohnt: Wie sieht die stärkste Leverkusener Elf aus, die aktuell in einem Topspiel zu erwarten wäre?
Top-Elf: Mark Flekken (33)
Im vergangenen Sommer für rund 10 Millionen Euro vom Brentford FC nach Leverkusen gewechselt, hat sich der 33-Jährige als die Nummer eins der Werkself etabliert. An diesem Status wird sich auch zur neuen Saison aller Voraussicht nach nichts ändern.
Rechter Außenverteidiger: Arthur (23) | Alternativen: Montrell Culbreath (18), Neuzugang
Die rechte Abwehrseite wird als potenzielle Schwachstelle im Leverkusener Kader angesehen. Quantitativ ist Bayer 04 dort allerdings gut aufgestellt. Unsere Tendenz geht hier aktuell zu Arthur. Der Brasilianer bringt mit seiner Dynamik, seinem intensiven Anlaufverhalten und seinen Qualitäten im Gegenpressing viele Eigenschaften mit, die gut zur Spielidee von Martínez passen. Offensiv dürfte er zudem wichtig werden, um Breite zu geben, da Ibrahim Maza als Rechtsaußen voraussichtlich häufig ins Zentrum einrücken wird. Defensiv offenbarte Arthur in der Vergangenheit zwar noch einige Wackler, das Entwicklungspotenzial ist jedoch unverkennbar.
Dicht dahinter lauert Montrell Culbreath. Der ursprünglich im offensiven Mittelfeld ausgebildete Youngster war die große Überraschung der vergangenen Saison und überzeugte nach seinem Sprung aus dem Nachwuchsbereich mit starken Leistungen als rechter Schienenspieler. Für ein System mit Viererkette sehen wir seine Stärken aktuell allerdings eher in einer offensiveren Rolle, weshalb Arthur zunächst vorne liegt. Sollte die sportliche Führung dennoch zu dem Schluss kommen, dass auf der rechten Abwehrseite noch mehr Qualität benötigt wird, bleibt ein weiterer Neuzugang auf dieser Position ebenfalls durchaus denkbar.
Rechter Innenverteidiger: Jarell Quansah (23)
Satte 30 Millionen Euro überwies Geschäftsführer Simon Rolfes im Vorjahr an den Liverpool FC, um sich die Dienste des hochtalentierten Innenverteidigers zu sichern. Ein Investment, das sich ausgezahlt hat: Quansah ist in der Innenverteidigung absolut gesetzt und bringt genau die Dynamik mit, die gefordert wird. Seine Leistungen blieben auch England-Coach Thomas Tuchel nicht verborgen, der ihn für die Weltmeisterschaft nominierte. Zwar besitzt Liverpool eine Rückkaufoption, diese wird in diesem Sommer an der Anfield Road aber kein Thema sein. Erst im Sommer 2027 könnte die Klausel (dann in Höhe von 60 Millionen Euro) noch mal so richtig heiß werden.
Linker Innenverteidiger: Edmond Tapsoba (27)
Er ist und bleibt die personifizierte Konstanz im Leverkusener Abwehrverbund. Erst im April setzte der 27-Jährige mit einer langfristigen Vertragsverlängerung bis 2031 ein dickes Ausrufezeichen hinter seine sportliche Zukunft. Die Wertschätzung im Verein ist groß: „In den zurückliegenden sechseinhalb Jahren ist Edmond Tapsoba zu einem absoluten Schlüsselspieler unserer Werkself geworden, zu einem der besten Verteidiger der Bundesliga, der auf internationalem Topniveau agiert“, betont Rolfes. Er soll und wird auch unter Martínez die Defensive anführen.
Linker Außenverteidiger: Neuzugang
Update: Auf der linken Abwehrseite muss Bayer 04 einen bedeutenden Verlust auffangen. Mit Alejandro Grimaldo hat sich einer der prägenden Spieler der vergangenen Jahre Atlético Madrid angeschlossen. Da die Werkself aktuell über keinen gleichwertigen Ersatz verfügt, gehen wir davon aus, dass auf dieser Position noch einmal nachgelegt wird. Übergangslösungen mit Spielern wie Edmond Tapsoba erscheinen allenfalls kurzfristig denkbar. Gesucht wird ein Linksverteidiger mit klarem Startelf-Anspruch.
Defensives Mittelfeld: Aleix García (29) | Alternative: Loïc Badé (26)
Aleix García ist aktuell unsere erste Wahl auf der Sechserposition, auch wenn der Spanier nicht als idealer Fit für die Spielidee von Carles Martínez gilt. Seine größten Stärken liegen im Spielaufbau: Mit seiner Passqualität, Übersicht und Spielkontrolle gibt er dem Leverkusener Ballbesitz Struktur und bestimmt das Tempo aus der Tiefe. Im intensiven Pressing sowie gegen den Ball bringt García hingegen nicht das Profil eines klassischen Abräumers mit, wie es Martínez grundsätzlich bevorzugt. Deshalb schließen wir nicht aus, dass die Personalie im Laufe des Transferfensters noch einmal Fahrt aufnimmt. Sollte Leverkusen auf dieser Position nachlegen oder sich García doch noch für einen Wechsel entscheiden, könnte sich die Hierarchie im zentralen Mittelfeld verändern. Aktuell sehen wir den 29-Jährigen allerdings weiterhin in der Startelf. Sollte Martínez entgegen unserer Prognose doch überwiegend auf eine Dreierkette setzen, könnte Loïc Badé anstelle eines zusätzlichen Mittelfeldspielers in die erste Elf rücken.
Zentrales Mittelfeld: Exequiel Palacios (27)
Wenn der argentinische Weltmeister fit ist, führt im zentralen Leverkusener Mittelfeld absolut kein Weg an ihm vorbei. Palacios ist der Leader und der unermüdliche Motor im Zentrum. Rolfes unterstrich dessen immense Bedeutung bereits im Zuge der Vertragsverlängerung im Vorjahr: „Exequiel Palacios hat sich seit seiner Verpflichtung 2020 zu einer tragenden Säule unserer Werkself entwickelt. Palas Wert für uns ist von Saison zu Saison gestiegen. Seine große internationale Erfahrung sowie seine herausragenden strategischen und individuellen Qualitäten im Zentrum machen ihn zu einem Kernelement.“
Zentrales Mittelfeld: Kennet Eichhorn (16) | Alternativen: Nathan Tella (27), Kerim Alajbegović (18)
Mit Kennet Eichhorn hat Bayer 04 einen der begehrtesten Nachwuchsspieler Europas verpflichtet. Dass sich die Werkself im Werben um den erst 16-Jährigen gegen zahlreiche Top-Klubs durchsetzen konnte, unterstreicht dessen außergewöhnliches Potenzial. Trotz seines jungen Alters überzeugte Eichhorn bereits in der vergangenen Saison mit bemerkenswerter Reife, enormer Physis und starken Leistungen im Profifußball. Wir trauen dem Neuzugang deshalb durchaus zu, ähnlich wie Ibrahim Maza den Sprung zum Stammspieler schneller zu schaffen als zunächst erwartet.
Eichhorn bringt eine außergewöhnliche Dribbelstärke, Pressingresistenz und Dynamik mit, die dem Leverkusener Mittelfeld eine neue Komponente verleihen können. Gemeinsam mit Exequiel Palacios könnte sich ein sehr spannendes Duo im Zentrum entwickeln. Natürlich wäre es keine Überraschung, sollte Eichhorn zunächst noch etwas Anlaufzeit benötigen. Dann könnte Maza auch auf eine zentrale Position ins Mittelfeld rücken und durch Nathan Tella rechts ersetzt werden. Kerim Alajbegović empfahl sich zudem mit starken Leistungen in Österreich nachhaltig für höhere Aufgaben und kann ebenso flexibel auf beiden Flügeln sowie im Zentrum eingesetzt werden. Eichhorns Potenzial ist jedoch so groß, dass wir ihm den direkten Durchbruch in seiner ersten Saison bei Bayer 04 durchaus zutrauen.
Rechtes Offensives Mittelfeld: Ibrahim Maza (20)
Nach seinem 12-Millionen-Wechsel von der Hertha im vergangenen Sommer ist der 20-Jährige in der Bundesliga voll eingeschlagen. Maza bringt alles mit, was ein moderner Zehner braucht, gepaart mit einer enormen Lernbereitschaft. „Er hat hervorragende technische Fertigkeiten, er ist dribbelstark und durchsetzungsfähig und hat dabei einen Blick für seine Mitspieler, die er glänzend einzusetzen weiß“, schwärmt Rolfes über den extrem talentierten Rechtsfuß. Maza ist im offensiven Halbraum absolut gesetzt. Darüber hinaus ist immer auch ein Einsatz im Zentrum als Achter oder als Zehner in einem 4-2-3-1 absolut denkbar. Sollte der Youngster nun auch noch eine starke Weltmeisterschaft spielen, könnten im Spätsommer sogar Mega-Angebote im Bereich der 80 Millionen Euro eintrudeln. Aktuell planen wir ihn aber noch fest in der Top-Elf ein.
Linkes Offensives Mittelfeld: Afonso Moreira (21) | Alternativen: Ernest Poku (22), Kerim Alajbegović (18)
Mit Afonso Moreira hat Bayer 04 für die linke Offensivseite mit rund 30 Millionen Euro Ablöse kräftig investiert. Angesichts der hohen Summe spricht vieles dafür, dass der Portugiese von Beginn an eine tragende Rolle übernehmen soll. Moreira bringt ein modernes Flügelprofil mit: Der Rechtsfuß startet bevorzugt über die linke Seite, sucht immer wieder den Weg in den Strafraum und vereint Torgefahr mit ausgeprägter Kreativität. Besonders als Vorbereiter besitzt er außergewöhnliche Qualitäten, ohne dabei selbst den Abschluss zu vernachlässigen. Allerdings ist die Konkurrenz auf dieser Position durchaus vorhanden. Kerim Alajbegović kann offensiv flexibel eingesetzt werden und auch Ernest Poku deutete in seiner ersten Bundesliga-Saison mehrfach sein großes Potenzial an und besitzt das Rüstzeug, den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Dennoch sehen wir Moreira aufgrund seines Profils und der hohen Erwartungen zunächst leicht im Vorteil.
Stürmer: Patrik Schick (30) | Alternative: Christian Kofane (19)
Im Sturmzentrum dürfte sich einer der spannendsten Konkurrenzkämpfe im Leverkusener Kader entwickeln. Wir sehen Patrik Schick aktuell noch knapp vorne. Der Tscheche zählt im Strafraum weiterhin zu den gefährlichsten Abschlussspielern Europas und bleibt mit seiner Präsenz sowie seinen Qualitäten im Kombinationsspiel ein enorm wichtiger Fixpunkt für die Offensive. Ihn aus der Startelf zu verdrängen, wird auch für Christian Kofane alles andere als einfach.
Der 19-Jährige hat sich allerdings mit einer überragenden ersten Saison eindrucksvoll angemeldet. Kofane bringt deutlich mehr Tempo, Dynamik und Laufstärke mit, ist technisch variabler und kann sich durch seine hohe Beweglichkeit besser in Positionsrotationen einbringen. Zudem passt sein intensives Anlauf- und Pressingverhalten sehr gut zur Spielidee von Carles Martínez. Dass der neue Trainer junge Spieler weiterentwickeln möchte, könnte dem Angreifer zusätzlich in die Karten spielen. Trotzdem sehen wir Schick zunächst leicht im Vorteil. Denkbar ist allerdings auch, dass Martínez phasenweise auf eine Doppelspitze setzt. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Stärken würden sich Schick und Kofane hervorragend ergänzen: Der eine als herausragender Strafraumstürmer, der andere mit seiner Dynamik, Athletik und seinem großen Aktionsradius.
Voraussichtliche Top-Elf 26/27




Flekken


Neuzugang


Tapsoba


Quansah


Arthur


Palacios


Moreira


Maza


Aleix García


Eichhorn


Schick
Mit der Verpflichtung von Trainer Martínez bleibt Leverkusen seiner sportlichen Linie der vergangenen Jahre absolut treu. Der neue Cheftrainer bringt durch seine Ausbildung in der berühmten spanischen La Masia-Schule die perfekte DNA mit, um unter dem Bayer-Kreuz weiterhin für attraktiven, dominanten Offensivfußball zu stehen. Zudem gilt Martínez als ausgewiesener Entwickler junger Talente – ein Profil, das wie die Faust aufs Auge zu dem mit hochkarätigen Youngsters gespickten Leverkusener Kader passt. So könnten auch Spieler wie Jeanuël Belocian (21), Eliesse Ben Seghir (21) oder Axel Tape (18) profitieren, die bislang für unsere Top-Elf aber noch etwas zu spekulativ wären. Die größten Chancen räumen wir noch Belocian ein, der sowohl in der Innenverteidigung als auch als linker Schienenspieler agieren könnte.
Spannend wird vor allem, welchen taktischen Weg Martínez letztlich einschlägt. Wir gehen aktuell von einer Viererkette aus, schließen aber nicht aus, dass der Spanier im Saisonverlauf flexibel zwischen verschiedenen Grundordnungen wechselt. Auch personell dürfte sich bis zum Ende des Transferfensters noch einiges tun. Mit Alejandro Grimaldo hat die Werkself einen ihrer wichtigsten Leistungsträger verloren, weshalb auf der linken Abwehrseite aus unserer Sicht zwingend ein hochkarätiger Ersatz verpflichtet werden muss.
Bislang noch nicht in unserer ersten Elf berücksichtigt ist Malik Tillman (24). Der Offensivakteur, der erst im vergangenen Jahr für 35 Millionen Euro von der PSV Eindhoven verpflichtet wurde, könnte nach einer komplizierten ersten Saison vor dem Absprung stehen. Da Abwanderungssignale zu vernehmen sind, planen wir vorerst ohne ihn. Die Entwicklung in den kommenden Wochen behalten wir hierzu aber natürlich ganz genau im Auge.
Zum Schluss liegt uns eines besonders am Herzen: Diese Prognose soll kein starres Konstrukt sein, sondern der Startschuss für eine lebhafte Diskussion mit euch. Bei LigaInsider leben die Aufstellungen traditionell vom direkten Austausch zwischen unserer Redaktion und der Community. Wir lesen euer Feedback und eure Einschätzungen aufmerksam mit und nutzen eure stichhaltigsten Argumente liebend gern, um unsere Aufstellung in den kommenden Wochen anzupassen.
Deshalb übergeben wir das Wort jetzt an euch: Wie bewertet ihr den Kader? Wo seht ihr noch den größten Handlungsbedarf und wie sieht eure persönliche Wunsch-Formation für Leverkusen aus? Lasst es uns wissen und diskutiert fleißig unten in den Kommentaren mit!
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