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Mit Otávio hat sich Eintracht Frankfurt die Dienste eines der interessantesten jungen Innenverteidiger der portugiesischen Liga gesichert. Die Hessen zahlen Medienberichten zufolge rund 4,5 Millionen Euro an den CF Estrela Amadora und setzen damit ihren eingeschlagenen Weg fort, entwicklungsfähige Defensivspieler mit großem Potenzial frühzeitig an den Main zu holen.

 

Der 1,93 Meter große Brasilianer bringt ein Profil mit, das hervorragend in die Transferstrategie der Frankfurter passt: jung, athletisch, entwicklungsfähig und mit einem seltenen Positionsprofil. Otávio ist gelernter Innenverteidiger, kann aber auch als Linksverteidiger eingesetzt werden. Das macht ihn besonders interessant, denn mit Arthur Theate steht derzeit nur ein linksfüßiger Innenverteidiger im Profikader. Gleichzeitig halten sich um den Belgier weiterhin Wechselgerüchte.

 

Scouting-Profil von Otávio

 

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Hinweis: Die eingeblendeten Defensivstatistiken sind ballbesitzadjustiert (pAdj). Dadurch werden Unterschiede im Ballbesitz der Mannschaften (mehr Ballbesitz = weniger Chancen auf Defensivaktionen) weitgehend herausgerechnet, sodass die Werte die Qualität der Defensivaktionen besser widerspiegeln und nicht lediglich deren Häufigkeit .

 

Ein Blick auf die Daten zeigt schnell, welches Profil der 20-Jährige mitbringt. Besonders auffällig ist seine enorme Defensivpräsenz. Otávio gehört ligaweit zu den stärksten Verteidigern bei abgefangenen Pässen (89. Perzentil) und kommt auf rund 1,72 Interceptions pro 90 Minuten. Das spricht für eine ausgeprägte Spielintelligenz sowie die Fähigkeit, Situationen frühzeitig zu antizipieren und Angriffe bereits vor dem eigentlichen Zweikampf zu entschärfen.

 

Auch seine generelle Aktivität gegen den Ball fällt ins Auge. Knapp zehn Defensivaktionen pro 90 Minuten unterstreichen, dass er in Portugal regelmäßig gefordert wurde und dabei konstant viele Aktionen erfolgreich verteidigte. Seine Erfolgsquote im Eins-gegen-eins sowie beim sogenannten Last-Man-Tackle gehört ebenfalls zu den besseren Werten der Liga.

 

Dazu kommt seine enorme körperliche Präsenz. Mit 1,93 Metern gewinnt Otávio viele Luftduelle und bringt gleichzeitig ein überraschend gutes Tempo mit. Für einen Innenverteidiger seiner Größe vereint er damit wichtige athletische Voraussetzungen.

 

Was verrät das Profil?

Besonders interessant ist die Art, wie Otávio verteidigt. Seine hohen Interception-Werte deuten darauf hin, dass er Situationen häufig bereits löst, bevor überhaupt ein klassischer Zweikampf entsteht. Dieses sogenannte Vorwärtsverteidigen gehört mittlerweile zu den gefragtesten Eigenschaften moderner Innenverteidiger.

 

Genau hier passt sein Profil hervorragend zu den Ideen von Adi Hütter. Bereits in den ersten Testspielen ließ Frankfurt extrem hoch pressen und die Innenverteidiger oftmals weit in die gegnerische Hälfte aufrücken. Für eine derart mutige Spielweise benötigt es Verteidiger, die Tempo mitbringen, große Räume absichern können und Spielsituationen früh erkennen. Genau diese Anlagen bringt Otávio mit.

 

Verbesserungspotenzial besitzt der Brasilianer dagegen im Spiel mit dem Ball. Zwar verfügt er über eine saubere Spieleröffnung und wählt meist sichere Lösungen, bei Pässen ins letzte Drittel sowie dynamischen Ballvorträgen gehört er aktuell jedoch noch nicht zu den auffälligsten Innenverteidigern der portugiesischen Liga. Gerade in diesem Bereich dürfte Frankfurt gezielt an seiner Entwicklung arbeiten.

 

Positiv fällt dagegen seine Vielseitigkeit auf. Neben der Innenverteidigung kann Otávio auch als Linksverteidiger eingesetzt werden. Gerade im modernen Profifußball sind solche flexiblen Spielertypen besonders wertvoll und verschaffen Trainer Hütter zusätzliche taktische Möglichkeiten.

 

Fazit

Otávio wirkt wie ein klassischer Frankfurter Entwicklungstransfer. Für vergleichsweise überschaubare 4,5 Millionen Euro verpflichtet die Eintracht einen jungen Linksfuß mit hervorragenden physischen Voraussetzungen, ausgeprägter Spielintelligenz, starker Antizipation und sehr guten Defensivanlagen.

 

Spielertyp und Entwicklungsprofil wecken Erinnerungen an frühere Frankfurter Erfolgsgeschichten wie Evan Ndicka oder Willian Pacho. Ob Otávio einen ähnlichen Weg einschlagen kann, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen dafür bringt der Brasilianer jedoch mit. Vor allem sein Spiel gegen den Ball passt bereits heute hervorragend zu den Anforderungen des modernen Spitzenfußballs. Gelingt es ihm, sich auch im Spielaufbau und Ballvortrag weiterzuentwickeln, besitzt er das Potenzial, sich langfristig als Bundesliga-Stammspieler zu etablieren.

 

Prognose zur möglichen Spielzeit

Otávio dürfte zunächst als Rotationsspieler in die Saison starten. Sollte Arthur Theate den Verein noch verlassen, würden seine Einsatzchancen allerdings steigen. Durch seine Rolle als einziger weiterer linksfüßiger Innenverteidiger sowie seine Möglichkeit, auch als Linksverteidiger auszuhelfen, besitzt der Brasilianer gute Chancen, im Laufe der Saison zunehmend Verantwortung zu übernehmen. Prognose: 1.200–1.400 Bundesliga-Minuten.

 

Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. Die Mehrfachbelastung der Vereine versuchen wir dabei so gut wie möglich einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Bundesliga-Saison liegt bei rund 3.000 Minuten. Diese erreichte beispielsweise Patrick Mainka, der weder gesperrt noch verletzt war und zudem keine europäischen Wettbewerbe bestritt. Zum Vergleich kamen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah trotz ihrer Rolle als Stammspieler auf rund 1.700 bis 2.000 Bundesliga-Minuten. Die Spielzeit-Prognose dient daher als Orientierung, welche Rolle wir einem Spieler in seinem Verein zutrauen.

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