©Getty/LigaInsiderWójcik-Transfer: Werders neuer Fels?
Der SV Werder Bremen rüstet sich weiter für die kommende Bundesliga-Saison und hat den erhofften Coup für die Defensive gelandet: Oskar Wójcik wechselt vom KS Cracovia an die Weser. Wójcik, der einen langfristigen Vertrag bis 2031 unterschreibt, soll rund 3 bis 5 Millionen Euro Ablöse kosten und absolvierte in der abgelaufenen Saison der Ekstraklasa 31 Partien.
Angesichts der personellen Fragezeichen im Bremer Defensivzentrum – von Niklas Starks anhaltenden Hüftproblemen bis hin zu potenziellen Abgängen – soll er den Konkurrenzkampf sofort beleben.
Wójcik hat sich in der abgelaufenen Saison rasant zu einem Shootingstar der polnischen Liga entwickelt. Mit einer Körpergröße von 1,91 Metern bringt der Rechtsfuß bereits beste körperliche Voraussetzungen mit. Bei den Interceptions rangiert er im Positions- und Ligavergleich weit vorne und auch bei den erfolgreichen Luftduellen gehört er zur Spitze. Mit fast sechs erfolgreichen Zweikämpfen und rund zwei Interceptions pro 90 Minuten zählte er statistisch zu den dominantesten Abwehrspielern in der polnischen Ekstraklasa.
Mit dem Ball am Fuß agiert er schnörkellos und diszipliniert. Seine Fähigkeiten in der Ballbehauptung und seine Passgenauigkeit unterstreichen, dass er unter Druck die Ruhe bewahrt, wenngleich er primär auf Sicherheit bedacht ist und selten das Risiko im Dribbling oder bei kreativen Offensivaktionen sucht.

Beim Blick auf die interne Konkurrenz im Werder-Abwehrzentrum lohnt sich der direkte Vergleich mit Amos Pieper. Was unter anderem sein Stellungsspiel und die Ballgewinne angeht, hat der polnische Neuzugang sogar leicht die Nase vorn.
Es muss dabei betont werden, dass Pieper in der Bundesliga, Wójcik aber in der qualitativ schlechter aufgestellten Ekstraklasa zum Einsatz kam. Pieper überzeugt dennoch im Spielen langer Pässe und agiert besser in Luftduellen. Auffällig ist hingegen, dass sich die Charts beider Spieler ansonsten ähneln.
Ein klares Manko, das die Daten für Wójcik offenbaren, ist seine ungestüme Art gegen den Ball. Bei den getätigten Fouls und den Gelben Karten schneidet er im Positions- und Ligavergleich schwach ab. Hier wird er sich in der Bundesliga taktisch disziplinierter verhalten müssen, um Werders Defensivverbund nicht zu schwächen.

Trotz des offensichtlichen defensiven Fundaments und seines jüngsten Debüts in der polnischen Nationalmannschaft ist Wójcik im europäischen Spitzenfußball noch ein unbeschriebenes Blatt. Zwar bringt er die nötige Physis sofort mit, doch der Sprung aus der Ekstraklasa ins deutsche Oberhaus ist groß. Ihm wird man an der Weser die nötige Eingewöhnungszeit zugestehen müssen, um an seinen Schwächen – wie dem Timing bei Tacklings und den Blocks – zu arbeiten.
Während spielmachende Verteidiger oft von Ballbesitzphasen leben, generiert Wójcik seine Punkte primär über Defensiv-Stats: Gewonnene Luftduelle, Interceptions und zahlreiche Klärungsaktionen spülen bei angriffsstarken Gegnern verlässlich Rohpunkte aufs Konto, was für Fantasy-Manager interessant sein könnte.
Mit Marco Friedl und Amos Pieper verfügt Werder bereits über zwei etablierte Innenverteidiger. Gleichzeitig könnten die personellen Fragezeichen im Bremer Abwehrzentrum Wójcik im Saisonverlauf zusätzliche Einsatzchancen eröffnen. Der Wechsel aus der polnischen Ekstraklasa in die Bundesliga bringt zwar eine gewisse Eingewöhnungszeit mit sich, wir ihm bereits in seiner ersten Saison regelmäßige Einsatzchancen zu. Unsere Prognose: rund 1.400 von 3.000 möglichen Bundesliga-Spielminuten.
Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. – die Mehrfachbelastung der Vereine versuche ich ungefähr mit einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Ligasaison liegt bei ca. 3000 Minuten. Diese hat bspw. Patrick Mainka erreicht, der weder gesperrt noch verletzt war und auch keine europäischen Wettbewerbe gespielt hat. Zum Vergleich liegen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah bei rund 1700–2000 Spielminuten und gelten dennoch als Stammspieler. Die Prognose der Spielzeit gilt deshalb als Anhaltspunkt für euch, um besser zu verstehen, welche Rolle ich einem neuen Spieler in seinem Verein zutraue.
Nächste Spiele
Schweres ProgrammØ Liga 15,6
Basis: Vorsaison





















Kommentare1
Diskutiere mit der Community über diesen Artikel