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Andrej Kramarić kommt seinem 100-Prozent-Fitnesslevel näher. Beim 2:3 gegen Besiktas in der Europa League stand der Kroate mal wieder 70 Minuten auf dem Platz. Auch wenn es die nächste Pleite für die TSG Hoffenheim mit drei Gegentreffern hagelte, ist die Hoffnung groß, dass ihr Routinier bald auch in der Bundesliga von Beginn an auflaufen kann – mutmaßlich aber nicht an diesem Wochenende.

 

Trainer Christian Ilzer kennt die Ursache für den personellen Aderlass: „Am Ende war es auch bedingt durch die WM. Wir hatten ja einige WM-Starter, was für den Klub und unsere Entwicklung ja sehr positiv ist. Sie kommen dann zu unterschiedlichen Zeiten und auch mal mit Verletzungen zurück.“

 

Der Österreicher ordnete das Problem auf der Pressekonferenz am Freitagnachmittag vor dem Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 17:30 Uhr) Kramarićs Situation konkret zu: „So war es auch im Fall von Andrej. Den Spielern fehlen dann einfach ein Step in der Vorbereitung und die Heranführung über die Testspiele. Du kannst als Trainer aber auch keine Spielzeit verschenken.“

 

Das heißt auch, dass der kroatische Nationalspieler sich seinen Startelfplatz erst erarbeiten musste. Bei der TSG im Training und auch mit Kroatien in der Länderspielpause. „Du musst dir dann über Leistungen und Impact deine Spielzeiten verdienen. Und das macht die Situation oft auch zu einer schwierigen, die man mit dem Spieler gut kommunizieren muss. Andrej war gestern 70 Minuten auf dem Platz. Das tat ihm gut und wird ihm helfen, seiner Form ein Stück näher zu kommen.“

 

„Es braucht es Veränderungen“

Dass der 35-Jährige ein Unterschiedsspieler für die Kraichgauer sein kann, zeigt er seit Jahren. Er ist Hoffenheims Rekordtorschütze, seine Bedeutung kennt natürlich auch Ilzer bestens: „Um Praxis oder Spielzeit zu bekommen, da musst du einfach mit Leistung glänzen. Ob das Andrej oder ein blutjunger Spieler ist, es gilt für jeden das Gleiche. Wichtig ist, dass Andrej mit seiner Erfahrung und Klasse einfach Spiele entscheiden kann.“

 

In der Europa League war Kramarić jedoch kein Entscheider. Vielmehr fiel seine Leistung eher dürftig aus, was nun mit ein Grund sein dürfte, dass er zunächst wieder der Konkurrenz den Vortritt lassen muss. Obendrein spricht die Belastungsfrage bei ihm eher für einen Bankplatz.

 

Der erfahrene Mittelfeldspieler wird seine Momente bekommen, auch wieder in der Bundesliga. Bei der engen Taktung und dem vollen TSG-Terminkalender ist erst mal wichtig, dass er bei 100 Prozent ankommt und über die volle Distanz spielen kann.

 

„Wir haben viele Spiele, es ist eine herausfordernde Zeit. Umso größer der Pool an Spielern ist, umso besser wird es auch für uns sein, diese Herkules-Aufgaben, die alle drei, vier Tage auf uns warten, zu bewältigen“, merkt Ilzer an und stellt klar: „Es ist wichtig, der Mannschaft jetzt auch Stabilität zu geben. Es wird nicht zu viel verändert. Aber trotzdem, und das zeigen die Ergebnisse, braucht es Veränderungen.“

 

Nach seinem ersten Spiel von Beginn an am Donnerstag ist davon auszugehen, dass der Kroate gegen Gladbach nicht in der Startelf stehen wird. Der in Zagreb geborene Offensivspieler will aber bald den nächsten Schritt machen und seinen Trainer mit Torbeteiligungen überzeugen und begeistern. Ein Tor oder eine Vorlage ist ihm in dieser Saison noch nicht gelungen.

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