Borussia Dortmund hat beim 0:1 gegen den FK Bodø/Glimt in der Champions League eine enttäuschende Vorstellung abgeliefert. Erst nach einem Vierfachwechsel in der 60. Minute kam der BVB richtig in Schwung und erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten. Trainer Niko Kovač zeigte sich anschließend unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft und räumte ein, bei der personellen Besetzung nicht die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Mit Blick auf das Bundesliga-Auswärtsspiel bei Union Berlin am Samstag (15:30 Uhr) könnten sich daraus Veränderungen in der Startelf ergeben.
„Wir haben heute mit Sicherheit mit denen, die gespielt haben, nicht richtig gelegen. Das ist einfach so“, erklärte Kovač auf der Pressekonferenz nach der Partie. „Aber ich bin derjenige, der das entschieden hat, und ich übernehme die volle Verantwortung.“
Nach dem Gegentreffer durch Fredrik Sjövold in der 52. Minute reagierte Kovač mit vier Wechseln: Felix Nmecha, Serhou Guirassy, Ethan Nwaneri und Julian Ryerson kamen für Joey Veerman, Fábio Silva, Konstantinos Karetsas und Samuele Inácio ins Spiel.
Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Bereits in der 62. Minute zwang Nmecha Bodø-Keeper Nikita Haikin mit einem Distanzschuss zu einer starken Parade. Wenig später wurde ein Abschluss von Guirassy im Strafraum gerade noch abgefälscht. Auch Nwaneri sorgte für Gefahr, ließ bei einem freien Kopfball aus kurzer Distanz allerdings eine gute Gelegenheit liegen und scheiterte später ebenfalls an Haikin.
Der BVB entwickelte nun deutlich mehr Druck, konnte seine Chancen aber nicht zum Ausgleich nutzen. Auch der in der 77. Minute für Maximilian Beier eingewechselte Carney Chukwuemeka brachte sich in die Offensivbemühungen ein. Am Ende blieb es trotz einer weiteren guten Möglichkeit für Nmecha in der Nachspielzeit bei der knappen Niederlage.
Noch mehr als die fehlende Durchschlagskraft störte Kovač allerdings die Herangehensweise seiner Mannschaft in der ersten Stunde. Der Trainer hatte seine Spieler bereits vor der Begegnung auf die aggressive Spielweise der Norweger vorbereitet. Dennoch gelang es Dortmund über weite Strecken nicht, die nötige Intensität auf den Platz zu bringen.
„Fußballerisch haben wir schon die Qualitäten. Das haben wir ab der 60. Minute gezeigt, aber bis dahin musst du ja ganz anders auftreten“, kritisierte Kovač. Gerade gegen einen Gegner, der von Beginn an mit großer Entschlossenheit agiere, müsse seine Mannschaft zunächst die kämpferischen Voraussetzungen schaffen, um anschließend ihre spielerischen Stärken auszuspielen.
Für das anstehende Duell mit Berlin erwartet der BVB-Coach eine vergleichbare Herausforderung. „Denn bei Union erwartet uns ja ein ähnliches Spiel. Da können wir auch davon ausgehen, dass die Post abgeht“, warnte Kovač.
Ob Nmecha, Guirassy, Nwaneri oder Ryerson nach ihren auffälligen Auftritten in Norwegen am Samstag von Beginn an spielen werden, bleibt offen. Angesichts seiner selbstkritischen Bewertung der ursprünglichen Aufstellung und der deutlichen Leistungssteigerung nach den Wechseln spricht jedoch einiges dafür, dass Kovač seine Startelf für das Gastspiel in Berlin sicherlich anders planen wird …
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