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Bei Borussia Mönchengladbach beginnt nach dem katastrophalen Saisonstart ein neuer Abschnitt. Alexander Blessin übernimmt die Fohlen und bekommt zunächst die Länderspielpause, um einer Mannschaft wieder Struktur zu geben, die nach vier Bundesliga-Spielen noch ohne Punkt dasteht und bei einem Torverhältnis von 6:16 bereits erheblich unter Druck geraten ist. Der 53-Jährige erhält am Niederrhein einen Vertrag bis 2028.

 

Eugen Polanski verantwortete die ersten drei Bundesliga-Partien, ehe Jan-Moritz Lichte beim 3:4 gegen den 1. FSV Mainz 05 interimsweise an der Seitenlinie stand. Viel Zeit zum behutsamen Kennenlernen bleibt Blessin trotzdem nicht. Sein Bundesliga-Debüt mit der Borussia steigt am 11. Oktober ausgerechnet beim 1. FC Köln.

 

Bevor es im Rheinderby um die ersten Punkte geht, stellen sich für Fantasy-Manager deshalb einige Fragen: Wie stark baut Blessin die Mannschaft um? Welche seiner bevorzugten Strukturen lassen sich auf den Gladbacher Kader übertragen? Und welche Spieler könnten durch den Trainerwechsel plötzlich an Bedeutung gewinnen?

 

Blessins erste Aufgabe: Gladbach wieder stabilisieren

Was Blessin in Mönchengladbach zunächst verändern dürfte, lässt sich aus seiner bisherigen Arbeit recht klar ableiten. Sein erfolgreiches St. Pauli der Saison 2024/25 zeichnete sich vor allem durch defensive Kompaktheit, enorme Laufarbeit und klar organisierte Abläufe gegen den Ball aus. Mit lediglich 41 Gegentreffern stellten die Hamburger hinter Bayern München die zweitbeste Defensive der Bundesliga (!) – obwohl sie als Aufsteiger in die Saison gegangen waren.

 

Dabei ist Blessins Ansatz keineswegs mit bloßem Tiefstehen gleichzusetzen. St. Pauli konnte Gegner früh anlaufen, im Mittelfeld kompakt verteidigen und nach Ballverlusten schnell ins Gegenpressing kommen. Gleichzeitig zeigte Blessin während seiner Zeit in Hamburg, dass er seine Mannschaft auch tiefer und geduldiger verteidigen lassen kann. Gerade nach anfänglichen Problemen mit einem sehr aggressiven Pressing passte er seinen Ansatz an und legte stärkeren Wert auf Stabilität und die Kontrolle zentraler Räume.

 

Typisch war dabei, den Gegner nach außen zu lenken und erst dort aggressiver Zugriff herzustellen. Die Schienenspieler rückten heraus, während Mittelfeld und Halbverteidiger die umliegenden Räume eng hielten. Blessins Mannschaften sollen nicht permanent attackieren, sondern erkennen, wann und wo sich ein Pressing lohnt.

 

Genau das passt zur Ausgangslage in Gladbach. Nach 16 Gegentreffern aus vier Spielen muss Blessin zunächst nicht das Offensivspiel revolutionieren. Viel dringlicher sind kürzere Abstände, ein besser geschütztes Zentrum und klare Abläufe gegen den Ball.

 

Dreierketten-Varianten wahrscheinlich

Naheliegend ist, dass Blessin wieder verstärkt mit einer Dreierkette arbeitet. Schon bei St. Pauli variierte er seine Grundordnung und ließ unter anderem im 3-4-2-1, 3-5-2 oder 3-4-1-2 spielen. Auch innerhalb eines Spiels konnten sich die Staffelungen verändern.

 

Gegen den Ball entsteht daraus häufig eine Fünferkette. Die Schienenspieler fallen zurück, während die offensiveren Akteure davor unterschiedliche Aufgaben im Pressing übernehmen. Mit Ball können wiederum ein Innenverteidiger ins Mittelfeld vorrücken, offensive Mittelfeldspieler in den Halbräumen auftauchen oder ein zentraler Angreifer entgegenkommen und Räume für Tiefenläufe öffnen.

 

Für Gladbach ist das auch deshalb interessant, weil sich die Mannschaft unter Polanski zuletzt eigentlich stärker von einer dauerhaft genutzten Dreierkette lösen wollte. Entsprechend ist der Kader nicht ausschließlich auf dieses System zugeschnitten. Blessin wird also Lösungen finden müssen, die zu seinem bevorzugten Fußball passen, ohne vorhandene Stärken einzelner Spieler unnötig einzuschränken.

 

Kevin Diks und Kō Itakura sind naheliegende Kandidaten für die Dreierkette. Um den dritten Platz könnten unter anderem der hoch veranlagte Jan Leszczyński und Fabio Chiarodia kämpfen. Auch Philipp Sander bringt zusätzliche Flexibilität mit: Unter Polanski kam der Mittelfeldspieler bereits in der Dreierkette zum Einsatz, wenngleich seine interessanteste Rolle unter Blessin zunächst weiter im Zentrum liegen dürfte.

 

Aufstellung

5. Spieltag
Moritz Nicolas
3,4

Nicolas

Daiki Hashioka
4,8

Hashioka

Lukas Ullrich
4,0

Ullrich

Kevin Diks
4,8

Diks

Ko Itakura
4,8

Itakura

Jan Leszczynski
4,0

Leszczyński

Philipp Sander
4,6

Sander

Kevin Stöger
4,7

Stöger

Tim Kleindienst
5,0

Kleindienst

Franck Honorat
3,9

Honorat

Hugo Bolin
4,0

Bolin

11.10.2026|Auswärts gegen1. FC Köln

 

Ullrich dürfte Blessin gefallen

Besonders interessant erscheint die Situation von Lukas Ullrich. Der 22-Jährige bringt als gelernter Linksverteidiger bereits das grundsätzliche Profil für die linke Schiene mit und kommt in der laufenden Saison regelmäßig zum Einsatz. Zuletzt bereitete er beim 3:4 gegen Mainz sogar zwei Treffer vor.

 

Unter Blessin könnte diese Position zusätzlich an Bedeutung gewinnen. Seine Wingbacks sollen nicht lediglich eine Fünferkette komplettieren, sondern aktiv am Pressing teilnehmen, weit nach vorne schieben und gleichzeitig die Breite im eigenen Ballbesitz herstellen. Dafür sind enorme Laufwege gefragt.

 

Bei St. Pauli entwickelte sich etwa Philipp Treu unter Blessin zu einem aggressiven und sehr laufstarken Schienenspieler. Ullrich könnte ein ähnliches Aufgabenprofil erhalten. Hinter ihm würde eine Dreierkette zusätzliche Absicherung geben, gleichzeitig dürfte er regelmäßig deutlich höher auf dem Feld auftauchen.

 

Links steht mit David Herold allerdings weitere Konkurrenz bereit. Trotzdem gehört Ullrich aufgrund seines bisherigen Stellenwerts und seines Profils zu den interessantesten Kandidaten für einen möglichen Schub unter dem neuen Trainer.

 

Rechts ist der Konkurrenzkampf völlig offen

Deutlich schwieriger vorherzusagen ist die Besetzung der rechten Schiene. Mit Daiki Hashioka, Yukhym Konoplya und Joe Scally stehen Blessin gleich mehrere Kandidaten zur Verfügung, ohne dass sich zum jetzigen Zeitpunkt ein klarer Favorit ableiten lässt.

 

Alle drei bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Hashioka kennt die Rolle auf der Schiene, Konoplya bietet hohe Intensität auf der Außenbahn und Scally verfügt bereits über viel Bundesliga-Erfahrung. Gerade in den kommenden Trainingswochen dürfte Blessin genau beobachten, wer seine Anforderungen an Laufstärke, Pressingverhalten und das Spiel mit Ball am zuverlässigsten umsetzt.

 

Für Scally spricht dabei vor allem seine Vielseitigkeit. Neben einer Rolle auf der Schiene wäre er auch als defensiverer Außenverteidiger oder situativ als rechter Spieler einer Dreierkette denkbar. Das verschafft ihm verschiedene Einsatzmöglichkeiten, bedeutet angesichts der Konkurrenz aber keineswegs automatisch einen Vorteil in der Hierarchie.

 

Gerade auf der rechten Seite dürfte deshalb zunächst vieles offen sein. Wer sich unter Blessin durchsetzt, könnte stärker von dessen konkreten Vorstellungen abhängen als von der bisherigen Rangordnung.

 

Sander könnte eine zentrale Rolle einnehmen

Einer der spannendsten Kandidaten im Mittelfeld bleibt Philipp Sander. Blessin verlangt von seinen zentralen Spielern viel Präsenz gegen den Ball. Sie sollen Räume schließen, Zweikämpfe führen, Passwege kontrollieren und bei Ballverlusten sofort reagieren.

 

Sander ist aktuell ohnehin ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft und bringt viele dieser Qualitäten mit. Interessanter wird deshalb die Frage, wer neben beziehungsweise vor ihm spielt. Denn Blessins Variabilität eröffnet mehr Möglichkeiten, als es ein flaches 3-4-3 vermuten lässt. Bei St. Pauli arbeitete er beispielsweise mit Danel Sinani in einer sehr flexiblen Rolle. Der offensive Mittelfeldspieler ließ sich zwischen die Linien oder weit ins Mittelfeld fallen, agierte teilweise als falsche Neun und schuf dadurch Räume für nachstoßende Mitspieler. Damit ergeben sich auch für Kevin Stöger und Florian Neuhaus interessante Perspektiven.

 

Stöger und Neuhaus müssen nicht zwangsläufig verlieren

In einem klassischen 3-4-3 ohne Zehner hätte sich für Stöger und Neuhaus zunächst die Frage gestellt, wo genau ihre beste Rolle liegt. Blessins tatsächliche Arbeit ist jedoch variabler.

 

Ein 3-4-2-1 mit zwei Spielern in den Halbräumen, ein 3-4-1-2 mit einem klareren Zehner oder andere asymmetrische Staffelungen würden beiden Möglichkeiten eröffnen. Gerade Stögers Kreativität zwischen den Linien könnte dort wertvoll werden. Auch Neuhaus verfügt über die technischen Fähigkeiten, um nach Ballgewinnen Verbindungen nach vorne herzustellen.

 

Gleichzeitig bleiben die Anforderungen gegen den Ball hoch. Wer in Blessins Zentrum oder in einer Halbraumrolle spielt, muss sich in die Pressingstruktur einfügen und zuverlässig mitarbeiten. Das macht Stöger und Neuhaus aber nicht automatisch zu Verlierern des Trainerwechsels. Im Gegenteil: Blessin benötigt neben Intensität auch Spieler, die nach einem Ballgewinn den ersten sauberen Pass finden und Angriffe fortsetzen können.

 

Durch die Ausfälle von Enzo Leopold nach Kreuzbandriss und Jens Castrop aufgrund seiner Schulterverletzung sind die Optionen im Zentrum derzeit ohnehin reduziert. Auch Eigengewächs Mathieu Nguefack könnte deshalb in den kommenden Trainingswochen die Gelegenheit bekommen, sich beim neuen Trainer anzubieten.

 

Itakura könnte eine besondere Rolle bekommen

Auch innerhalb der Dreierkette muss nicht jeder Spieler dauerhaft auf derselben Höhe bleiben. Bei St. Pauli spielte Eric Smith zeitweise eine interessante Hybridrolle: Aus der zentralen Position der Dreierkette rückte er im eigenen Ballbesitz ins defensive Mittelfeld vor und schuf dort einen zusätzlichen Anspielpunkt.

 

Ein ähnliches Modell wäre bei Gladbach grundsätzlich mit Itakura vorstellbar. Der Japaner besitzt die technischen Voraussetzungen, um aus der Abwehr heraus ins Mittelfeld zu schieben und beim Spielaufbau eine zusätzliche Verbindung herzustellen.

 

Für Diks dürfte eine Rolle als äußerer Innenverteidiger interessant sein. Dort müsste er nicht nur absichern, sondern situativ aus der letzten Linie herausrücken und direkte Duelle annehmen. Genau solche aggressiven Vorwärtsbewegungen gehörten bei St. Pauli zur Arbeit der Halbverteidiger.

 

Für Leszczyński könnte die Rückkehr zu einer Dreierkette wiederum zusätzliche Einsatzchancen schaffen. Blessin benötigt drei Innenverteidiger gleichzeitig, wodurch automatisch mehr Bedarf auf dieser Position entsteht. Das gilt grundsätzlich auch für Chiarodia, der aktuell aber wohl hinten dran ist.

 

Honorat könnte auf mehreren Positionen interessant werden

Auch Franck Honorat ist eine spannende Personalie. Der Franzose bringt Tempo und Offensivqualität über die rechte Seite mit und könnte unter Blessin unterschiedliche Rollen übernehmen.

 

Einerseits ist er als offensiver Spieler in der vorderen Linie denkbar. Andererseits könnte Blessin ihn in bestimmten Spielen auch als sehr offensiv ausgerichteten Wingback einsetzen. Das würde Gladbach zusätzliche Durchschlagskraft auf der Außenbahn geben, gleichzeitig aber hohe Anforderungen an die Absicherung seiner Seite stellen.

 

Im offensiven Bereich konkurrieren außerdem Robin Hack, Hugo Bolin, Wael Mohya und Shuto Machino um Positionen. Nicolas Kühn fällt aufgrund seines Muskelbündelrisses zunächst aus.

 

Auch hier dürfte Blessin mehr verlangen als reine individuelle Qualität. Seine vorderste Linie ist ein wichtiger Bestandteil des Pressings. Die Angreifer müssen den gegnerischen Aufbau mit ihren Laufwegen lenken, Passwege schließen und auf bestimmte Auslöser reagieren. Dadurch könnten sich die Kräfteverhältnisse in der Offensive durchaus verschieben.

 

Kleindienst bleibt erste Option – Lidberg drängt dahinter

Im Sturmzentrum bleibt Tim Kleindienst zunächst der naheliegende Fixpunkt. Gerade nach Ballgewinnen setzt Blessin auf möglichst schnelle und klare Anschlussaktionen. Ein physisch starker Mittelstürmer, der Bälle festmachen, direkte Duelle führen und nachrückende Spieler einbinden kann, passt grundsätzlich gut in dieses Anforderungsprofil.

 

Ganz konkurrenzlos ist Kleindienst allerdings nicht. Der Angreifer konnte in den ersten drei Bundesliga-Partien sportlich noch nicht an seine gewohnte Wirkung anknüpfen und fehlte gegen Mainz nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt. Ausgerechnet in dieser Partie nutzte Isac Lidberg seine Chance und traf direkt.

 

Damit dürfte sich der Schwede zumindest in eine deutlich interessantere Ausgangslage gebracht haben. Lidberg bringt ein anderes Profil mit, bewegt sich viel, attackiert Räume und kann Blessin dadurch eine dynamischere Alternative für die Spitze bieten. Gerade wenn Kleindienst nicht schnell wieder an seine gewohnte Wirkung herankommt, könnte sich hier früher als erwartet ein echter Konkurrenzkampf entwickeln.

 

Mit Shuto Machino besitzt Gladbach zudem eine weitere Option für das Zentrum. Blessin könnte dadurch je nach Gegner unterschiedliche Profile wählen oder auch mit zwei zentraleren Angreifern agieren.

 

Seine Zeit bei St. Pauli zeigt ohnehin, dass er im Angriff nicht zwangsläufig an drei klassischen Spielern auf einer Linie festhält. Bewegungen entgegen dem Ball, Läufe aus den Halbräumen und ein zurückfallender zentraler Spieler gehörten ebenfalls zu seinen Lösungen.

 

Die große Frage bleibt die Offensive

2024/25 erzielte St. Pauli lediglich 28 Bundesliga-Tore – weniger als jeder andere Verein. Auch danach verschwanden die offensiven Probleme nicht dauerhaft. Blessins Mannschaft konnte den Ball durchaus nach vorne bringen, tat sich aber weiterhin schwer damit, regelmäßig hochwertige Torchancen zu erzeugen und diese konsequent zu nutzen.

 

Hinzu kommt, dass die defensive Stabilität der starken ersten Bundesliga-Saison nicht dauerhaft konserviert werden konnte. In Blessins zweitem Jahr kassierte St. Pauli deutlich mehr Gegentore (60) und stieg am Ende als Tabellenletzter aus der Bundesliga ab.

 

Für die Bewertung seiner Gladbacher Möglichkeiten sind deshalb beide Seiten wichtig. Blessin hat bereits gezeigt, dass er eine Mannschaft defensiv enorm stabilisieren und seine Ausrichtung an das vorhandene Personal anpassen kann. Gleichzeitig muss er am Niederrhein beweisen, dass daraus mehr entstehen kann als eine schwer zu bespielende Mannschaft mit begrenzter offensiver Durchschlagskraft.

 

Der Gladbacher Kader gibt ihm dafür zumindest andere Möglichkeiten. Kleindienst als Zielspieler, Honorat mit seinem Tempo über außen, Stöger und Neuhaus zwischen den Linien sowie Spieler wie Hack, Bolin, Mohya oder nach seiner Rückkehr Kühn bringen unterschiedliche offensive Profile mit.

 

Blessins Aufgabe wird darin bestehen, diese Qualität mit seiner gewünschten Struktur gegen den Ball zu verbinden.

 

Wer könnte profitieren?

Besonders interessant erscheint zunächst Ullrich. Eine laufintensive Rolle auf der linken Schiene passt gut zu seinem Profil und könnte ihm gleichzeitig mehr Möglichkeiten im letzten Drittel verschaffen.

 

Sander bringt wiederum viele Eigenschaften für Blessins Zentrum mit und dürfte auch aufgrund seiner Flexibilität eine wichtige Rolle spielen. Diks und Itakura könnten von klareren Abläufen innerhalb einer Dreierkette profitieren, wobei Itakura zusätzlich für eine bewegliche Rolle im Spielaufbau infrage kommt.

 

Leszczyński ist ein interessanter Überraschungskandidat. Eine Dreierkette erhöht den Bedarf an Innenverteidigern und könnte ihm dadurch zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.

 

Auf der rechten Schiene lässt sich dagegen noch kein klarer Gewinner ausmachen. Hashioka, Konoplya und Scally starten in einen offenen Konkurrenzkampf, bei dem Blessins Anforderungen und die Eindrücke aus den kommenden Trainingseinheiten entscheidend sein dürften. Scallys Flexibilität verschafft ihm mehrere Einsatzmöglichkeiten, eine feste Rolle lässt sich daraus momentan aber ebenso wenig ableiten wie bei seinen beiden Konkurrenten.

 

Und auch Stöger und Neuhaus sollten nicht vorschnell auf die Verliererseite gestellt werden. Blessins unterschiedliche Staffelungen lassen durchaus Rollen für einen Zehner oder offensive Halbraumspieler zu. Entscheidend wird sein, wie gut sie seine Anforderungen gegen den Ball erfüllen.

 

Köln wird zum ersten großen Blessin-Test

Blessin übernimmt keine Mannschaft, bei der es zunächst um Feinheiten geht. Vier Spiele, null Punkte und 16 Gegentreffer machen die Priorität offensichtlich: Gladbach muss wieder schwerer zu bespielen sein.

 

Dafür bringt Blessin einen klaren Leistungsnachweis mit. Seine Mannschaften können kompakt verteidigen, den Gegner gezielt in bestimmte Räume lenken und aus einer Dreierkette unterschiedliche Strukturen entwickeln. Gleichzeitig hat seine Zeit bei St. Pauli gezeigt, dass er bereit ist, einen ursprünglichen Plan anzupassen, wenn er nicht zum vorhandenen Personal passt.

 

Genau diese Flexibilität könnte in Gladbach wichtig werden. Der Kader wurde nicht ausschließlich für Blessins bevorzugte Dreierketten-Strukturen zusammengestellt und bietet gerade im offensiven Mittelfeld Spieler, deren Stärken er in seine Ideen integrieren muss.

 

Die entscheidende Frage wird deshalb weniger sein, ob Gladbach künftig in einem ganz bestimmten System spielt. Viel wichtiger ist, welche Rollen Blessin für seine Spieler findet und ob es ihm gelingt, defensive Stabilität mit der größeren individuellen Offensivqualität seines neuen Kaders zu verbinden.

 

Erste Antworten gibt es ausgerechnet im Rheinderby. Am 11. Oktober in Köln geht es für Blessin nicht nur um einen gelungenen Einstand – für Gladbach geht es nach dem Fehlstart endlich um die ersten Punkte der Saison.

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