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Der FC Schalke 04 hat auf dem Transfermarkt nach wochenlangem Poker Junior Dina Ebimbe von Eintracht Frankfurt verpflichtet. Der Offensivallrounder schließt sich dem Bundesliga-Aufsteiger an und unterschreibt in Gelsenkirchen einen Vertrag bis 2028, der laut Medienberichten eine einsatzabhängige Option auf ein weiteres Jahr beinhaltet.

 

Aus finanzieller Sicht haben die Königsblauen ein überschaubares Paket geschnürt: Es wird eine fixe Ablösesumme von knapp 700.000 Euro nach Hessen überwiesen. Durch erfolgs- und einsatzbezogene Boni sowie den angestrebten Klassenerhalt kann dieser Betrag auf bis zu 1,3 Millionen Euro anwachsen. Die Eintracht hat sich zusätzlich eine Weiterverkaufsbeteiligung von 25 Prozent gesichert. Gehaltstechnisch ordnet sich der Franzose mit einem Jahresverdienst von rund 1 Million Euro direkt in der Stammspieler-Kategorie der Schalker ein, was für ihn ein Zugeständnis darstellt, da er in Frankfurt noch das Doppelte kassierte.

 

Spieler für die Außenbahn oder als Allrounder

Wer versucht, Junior Dina Ebimbe auf eine einzige feste Position festzulegen, stößt schnell an Grenzen. Die vergangenen Spielzeiten verdeutlichen die ausgeprägte Positionsbreite des 25-Jährigen. Während seiner vergangenen Leihe zum französischen Erstligisten Stade Brest kam er in 27 Spielen der Ligue 1 zwar auf 1.167 Einsatzminuten, wurde dort jedoch quer durch das gesamte System geschoben. Fünf Partien absolvierte er auf der linken Schienenposition, eine auf der rechten, viermal lief er als linker Flügelstürmer auf, zweimal auf der rechten Offensivseite und in drei Begegnungen bekleidete er das zentrale offensive Mittelfeld. Trotz dieser ständig wechselnden Anforderungen gelangen ihm immerhin fünf Saisontore.

 

Auch in seiner Frankfurter Zeit präsentierte sich Ebimbe als absoluter Verwandlungskünstler. In der Saison 2023/24, als er bei der Eintracht als Stammspieler 2.743 Minuten sammelte, kam er in 22 Partien primär als rechter Schienenspieler zum Einsatz. In der darauffolgenden Spielzeit, in der er in Frankfurt nur noch auf knapp 500 Einsatzminuten kam, verteilten sich seine Auftritte auf sechs Spiele im rechten Mittelfeld, drei auf der linken Seite sowie je einen Einsatz im zentralen Mittelfeld und auf dem linken Flügel. Diese Flexibilität macht ihn für Schalkes Trainerteam zu einem vielseitigen Werkzeug.

 

Dribbelstark und abschlussfreudig

Die Daten seiner erfolgreichsten Phase in Frankfurt aus der Saison 2023/24 zeichnen das nützlichste Bild seines Spielertyps. Verglichen mit dem ligaweiten Durchschnitt auf den Mittelfeld- und Schienenpositionen stechen bei Ebimbe vor allem sein Mut, seine Dynamik und sein ausgeprägter Drang zum gegnerischen Tor heraus. Mit durchschnittlich 1,6 erfolgreichen Dribblings pro 90 Minuten scheute er das direkte Eins-gegen-eins-Duell an der Seitenlinie nicht und suchte regelmäßig den dynamischen Durchbruch bis an den Strafraum.

 

Zudem ist der Franzose außergewöhnlich oft auf den eigenen Abschluss aus. 2,37 Torschüsse pro 90 Minuten sind für einen Außenbahnspieler ein herausstechender Wert. Allerdings offenbarte Ebimbe in der Vergangenheit Schwächen in der Effizienz: Im Schnitt vergab er nahezu in jedem vierten Spiel eine Großchance. Ebimbe versteht sich weniger als klassischer Vorbereiter. Dies schlägt sich auch in seiner bisherigen Profikarriere nieder, in der 24 erzielten Treffern lediglich elf Torvorlagen gegenüberstehen.

 

Taktische Variabilität als Faustpfand für Königsblau

Der nun vollzogene Transfer ist auch eine Reaktion auf die angespannte Personallage im Schalker Kader. Aktuell muss Schalke auf der rechten Außenbahn auf den verletzten Adrian Gantenbein verzichten, während auf der linken Seite mit Robin Gosens ein weiterer, als wichtige Säule vorgesehener Akteur ausfällt. Zwar stehen für die rechte Seite mit Timo Becker und Dejan Ljubičić Alternativen bereit, doch mit der Verpflichtung Ebimbes fängt Königsblau das Ausfallrisiko in der Defensive wie Offensive nachhaltig ab. Nach BILD-Informationen plant der Bundesliga-Aufsteiger den Neuzugang hauptsächlich für die rechte Schiene ein. Das bestätigt auch die Präsentation als „Verstärkung für die rechte Außenbahn“ in der offiziellen Vereinsmitteilung.

 

Mit Ebimbe gewinnt der FC Schalke 04 also ein Element, das taktische Anpassungen im Saisonverlauf erheblich erleichtert. Seine physische Athletik und fußballerische Grundausbildung erlauben es ihm, ohne lange Eingewöhnungszeit zwischen einer Fünferkette als Schienenspieler und einer klassischen Viererkette als Rechtsverteidiger, Flügelstürmer oder Achter zu wechseln.

 

Sollte das Schalker Trainerteam in einzelnen Partien eine defensivere Restverteidigung fordern, stellt der Neuzugang eine sofort einsatzbereite Option dar. Er gibt dem Trainerteam die Möglichkeit, die Grundordnung im laufenden Spiel flexibel anzupassen, ohne verfrühte personelle Wechsel vornehmen zu müssen.

 

Fazit: Kader-Update mit Startelf-Potenzial

Der Transfer von Junior Dina Ebimbe ist für den FC Schalke 04 ein extrem smartes Kader-Update. Königsblau schließt für ein überschaubares finanzielles Risiko die Personallücke auf den Außenbahnen und gewinnt einen gestandenen Profi mit Bundesliga- und Europapokal-Erfahrung hinzu.

 

Wenn er seine Qualitäten im Eins-gegen-eins ausspielt und seine Chancenverwertung vor dem Tor verbessert, könnte er sich schnell und nachhaltig im Ruhrpott etablieren. Außerdem muss Dina Ebimbe an seiner mangelhaften Rolle als Vorbereiter arbeiten. Mit Gosens spielt auf der anderen Seite nominell ein Spieler, der ebenso gerne den direkten Abschluss sucht. Im Sturmzentrum hat man mit Edin Džeko und Moussa Sylla zudem immer einen Neuner, der wenig selbst kreiert, sondern gefüttert werden muss. Hier sollte Ebimbe definitiv ansetzen.

 

Primär wird Dina Ebimbe für Königsblau auf der rechten Schienenposition eingeplant sein. Er besitzt auf Schalke das Potenzial, weit über die Rolle des flexiblen Ergänzungsspielers hinauszuwachsen. Unsere Prognose lautet daher: rund 1.600 von 3.000 möglichen Bundesliga-Spielminuten.

 

Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. – die Mehrfachbelastung der Vereine versuche ich ungefähr mit einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Ligasaison liegt bei ca. 3000 Minuten. Diese hat bspw. Patrick Mainka (1. FC Heidenheim) erreicht, der weder gesperrt noch verletzt war und auch keine europäischen Wettbewerbe gespielt hat. Zum Vergleich liegen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah bei rund 1700–2000 Spielminuten und gelten dennoch als Stammspieler. Die Prognose der Spielzeit gilt deshalb als Anhaltspunkt für euch, um besser zu verstehen, welche Rolle ich einem neuen Spieler in seinem Verein zutraue.

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