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Borussia Mönchengladbach reagiert auf die personelle Situation in der Defensive und verpflichtet Daiki Hashioka per Leihe inklusive Kaufoption vom SK Slavia Prag. Die Gladbacher sichern sich die Dienste des 27-jährigen Abwehrallrounders als gezielte Reaktion auf die schwere Verletzung von Yukhym Konoplya. Der eigentlich als Stamm-Rechtsverteidiger eingeplante Neuzugang hat sich einen Innenbandriss im Knie zugezogen und wird dem Klub in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen.

 

Gleichzeitig sendet dieser Transfer ein klares Signal in der Personalie Joe Scally. Der US-amerikanische Nationalspieler gilt aufgrund seines bis 2027 laufenden Vertrags als klarer Verkaufskandidat. Die Gladbacher Führung will in diesem Sommer die letzte richtige Gelegenheit nutzen, um mit einer Verpflichtung durch einen anderen Klub eine angemessene Ablösesumme zu erzielen.

 

Die Verpflichtung Hashiokas dient Gladbach hierbei als Absicherung: Dem Umfeld und Scally selbst wird damit verdeutlicht, dass die Borussia auf einen Abgang vorbereitet ist und personell nicht in Zugzwang gerät. Für Hashioka geht es nach dem Wechsel fast unmittelbar weiter zum Sommer-Trainingslager am Tegernsee. Dort soll der Japaner in den anstehenden Testspielen sofort integriert werden. Vom 2. bis 9. August weilt die Borussia dort.

 

Das Spielerprofil ist schwer herunterzubrechen

Wer versucht, Hashioka auf eine feste Position festzulegen, stößt schnell an Grenzen. Die vergangenen Monate verdeutlichen die extreme Positionsbreite des Japaners. In der Hinrunde bei Slavia Prag kam er primär als Rechtsverteidiger und im rechten Mittelfeld zum Einsatz. Nach seiner Leihe in der Rückrunde zur KAA Gent schob man ihn quer durch die Hintermannschaft: Zwölf Partien absolvierte er in der Innenverteidigung, vier als Rechtsverteidiger. Dabei bekleidete er die Rolle des rechten Innenverteidigers in einer Dreierkette ebenso wie den Posten als linker oder zentraler Innenverteidiger. In einer Viererkette kam er auch auf beiden inneren Positionen zum Einsatz, wenn auch öfter auf der rechten Innenseite.

 

Im Passspiel bewegt sich Hashioka durchgehend im soliden Durchschnitt, setzte – wenn, dann bei Slavia – über eigene Vorstöße mit präzisen Flanken Akzente. In der Defensive bei Bodenzweikämpfe oder Interceptions spiegelt er ein solides Niveau wider. Eine seiner größten Stärken liegt jedoch im Luftzweikampf: Obwohl er mit 1,84 Metern für einen Innenverteidiger keine Hünen-Maße mitbringt, wies er bei Gent gegen den Ball eine bemerkenswerte Kopfballstärke auf.

 

Taktische Flexibilität als Kader-Joker

Hashioka bringt ein Element in den Kader, das Vorbereitungsphasen und taktische Anpassungen erheblich erleichtert: Anpassungsfähigkeit. Seine Ausbildung erlaubt es ihm, ohne lange Eingewöhnung zwischen einer Viererkette und verschiedenen Ausprägungen einer Dreierkette zu wechseln.

 

Sollte Gladbach im Laufe der Saison das System umstellen oder in einzelnen Partien oder Situationen auf eine dreigliedrige Restverteidigung setzen wollen, stellt der Japaner eine sofort einsatzbereite Option dar. Er gibt dem Trainerteam die Möglichkeit, während des Spiels die Grundordnung zu verändern, ohne Wechsel vornehmen zu müssen.

 

Dass dem Japaner der langfristige Durchbruch in einer der europäischen Top-5-Ligen bislang verwehrt blieb, muss im Gladbacher Kontext kein Nachteil sein. Spieler mit diesem Profil fordern keine Einsatzgarantien, sondern schließen ohne Murren personelle Löcher. Hashiokas Wert liegt in seiner Unscheinbarkeit – er ist der taktische Lückenfüller, der einem Kader in verletzungsintensiven Phasen das Fundament sichert.

 

Fazit: Eine smarte Notlösung

Der Transfer von Daiki Hashioka erfindet das Rad im Borussia-Park nicht neu, ist aber ein absolut smartes Kader-Update. Gladbach löst das akute Problem auf der Rechtsverteidiger-Position während der Ausfallzeit von Yukhym Konoplya und schafft gleichzeitig die nötige Handlungsfreiheit für einen Transfer von Joe Scally. Sollte Hashioka über die Verletzung von Konoplya hinaus ein Faktor werden, könnte man ihn auch noch fest verpflichten.

 

Auch nach Konoplyas Rückkehr bleibt Hashioka als versatiler Backup für die komplette rechte Seite sowie die Innenverteidigung ein Puzzleteil im Kader. Ob er in der Bundesliga über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauswachsen kann, bleibt jedoch abzuwarten – seine Verpflichtung fängt erst einmal das Risiko in der Gladbacher Defensive ab. Unsere Prognose lautet daher: rund 800 von 3.000 möglichen Bundesliga-Spielminuten.

 

Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. – die Mehrfachbelastung der Vereine versuche ich ungefähr mit einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Ligasaison liegt bei ca. 3000 Minuten. Diese hat bspw. Patrick Mainka (Heidenheim) erreicht, der weder gesperrt noch verletzt war und auch keine europäischen Wettbewerbe gespielt hat. Zum Vergleich liegen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah bei rund 1700–2000 Spielminuten und gelten dennoch als Stammspieler. Die Prognose der Spielzeit gilt deshalb als Anhaltspunkt für euch, um besser zu verstehen, welche Rolle ich einem neuen Spieler in seinem Verein zutraue.

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