Der Hamburger SV hat sich erneut im zentralen Mittelfeld verstärkt. Der ablösefreie Bilal Nadir reiste nach absolviertem Medizincheck ins Trainingslager im österreichischen Längenfeld und stieg am Freitagvormittag direkt ins Mannschaftstraining ein. Der 22-jährige Marokkaner erhält beim HSV die Rückennummer 4.
Nadir bringt trotz seines jungen Alters bereits einige Erfahrungen mit und absolvierte für Olympique Marseille unter anderem vier Spiele in der Champions League. Medizinisch dürfte der Linksfuß beim Check im Volkspark genau unter die Lupe genommen worden sein: Neben einem Kreuzbandriss im Januar 2024 gab es im Oktober 2025 einen Schreckmoment, als er auf dem Platz zusammenbrach. Nach umfassenden Untersuchungen kehrte er jedoch schnell ins Spielgeschehen zurück.
Hinweis zur Datenbasis: Bilal Nadir absolvierte in der vergangenen Saison verletzungsbedingt nicht die nötige Mindesteinsatzzeit von 900 Minuten. Aufgrund der schmalen Stichprobe verzichten wir auf detaillierte Perzentil-Vergleiche. Die Daten lassen lediglich grobe Tendenzen zu.
Ein Blick auf die vorliegenden Daten deutet zumindest an, dass Nadir keineswegs ein reiner Ballschlepper ist. Gegen den Ball legt der Marokkaner eine hohe Aktivität an den Tag, wovon gute Werte bei den ballbesitzbereinigten Tacklings, den Interceptions und beim Erobern zweiter Bälle zeugen. Auch das Passspiel des Linksfußes zeigt gute Ansätze: Er agiert im Aufbauspiel ballsicher und kreiert immer wieder Großchancen.
Schwächen lassen sich hingegen im Abschluss und in der Luft ausmachen. In 20 Ligaspielen der abgelaufenen Saison blieb Nadir für Marseille ohne eigenen Treffer. Trotz einer Körpergröße von 1,79 Metern zeigt er in der Luft noch Ausbaupotenzial. Zudem fordert seine aggressive Spielweise gegen den Ball mit einigen Fouls und Gelben Karten ihren Tribut.
Ein direkter Einstieg in die erste Elf von HSV-Trainer Merlin Polzin ist vorerst unwahrscheinlich. Die finale Grundordnung (3-5-2 oder 3-4-2-1) hängt dabei stark von den weiteren Transferaktivitäten ab.
Auffällig ist, dass Nadir trotz seines linken Fußes in der Vergangenheit häufig halbrechts als Achter einer Doppel-Sechs oder im rechten Zehnerraum eingesetzt wurde. Dadurch entsteht ein direkter Konkurrenzkampf mit Martin Adeline, wobei auch die Verpflichtung von Fábio Vieira nicht vom Tisch ist, der im Mittelfeld gesetzt wäre. Nadir dürfte eher die Rolle eines Backup einnehmen, der aber nicht auf eine Position beschränkt ist.
Für Fantasy-Manager ist Nadir ein interessanter Herausforderer. Durch seine defensiven Qualitäten bei Balleroberungen und Interceptions besitzt er ein gutes Fundament für Rohpunkte. Dass er variabel auf der Sechs, Acht oder Zehn einsetzbar ist, erhöht seine Chancen auf regelmäßige Kader- und Rotationseinsätze.
Minuspunkte drohen allerdings durch seine Schwächen in den Luftzweikämpfen sowie eine gewisse Kartenanfälligkeit durch viele Fouls. Für die unmittelbare Startelf liegt er zunächst hinter den etablierten Kräften, bringt aber genug Potenzial mit, um Druck auszuüben.
Unsere Prognose: Aufgrund des breiten Konkurrenzkampfs im HSV-Zentrum und dem stufenweisen Aufbau nach seinen Verletzungen liegt unsere Erwartung bei rund 1.000 bis 1.300 von 3.000 möglichen Bundesliga-Spielminuten.
Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. – die Mehrfachbelastung der Vereine versuchen wir so gut es geht mit einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Ligasaison liegt bei ca. 3000 Minuten. Diese hat bspw. Patrick Mainka erreicht, der weder gesperrt noch verletzt war und auch keine europäischen Wettbewerbe gespielt hat. Zum Vergleich liegen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah bei rund 1700–2000 Spielminuten und gelten dennoch als Stammspieler. Die Prognose der Spielzeit gilt deshalb als Anhaltspunkt für euch, um besser zu verstehen, welche Rolle wir einem neuen Spieler in seinem Verein zutrauen.
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