©LigaInsider/GettyImagesGosens-Transfer: Soforthilfe oder nur ein großer Name?
Mit Robin Gosens hat der FC Schalke 04 einen echten Transfercoup gelandet. Der ehemalige Nationalspieler wechselt von der AC Florenz nach Gelsenkirchen und bringt dem Bundesliga-Aufsteiger auf Anhieb jede Menge Erfahrung, Qualität und Führungsstärke. Doch wie gut passt der mittlerweile 32-Jährige sportlich überhaupt noch ins System von Miron Muslić? Ein Blick auf sein aktuelles Spielerprofil liefert spannende Erkenntnisse.

Die Grafik zeigt, dass Gosens kein klassischer Außenverteidiger ist. Während Vitalie Becker und Moussa Ndiaye vor allem bei Dribblings und defensiver Athletik punkten, bringt der ehemalige Nationalspieler andere Qualitäten mit.
Seine größte Stärke bleibt die Torgefahr. Gosens wurde in den vergangenen Jahren überwiegend als offensiver Schienenspieler bekannt. In Florenz lag der Fokus zuletzt stärker auf der Arbeit gegen den Ball. Trotzdem bringt kaum einer der Schalker Außenverteidiger eine vergleichbare Präsenz im letzten Drittel mit. Seine intelligenten Tiefenläufe und sein gutes Timing im Strafraum machen ihn weiterhin zu einer echten Waffe.
Gleichzeitig bringt Gosens deutlich mehr Bundesliga- und internationale Erfahrung mit als seine Konkurrenten – ein Faktor, der gerade für einen Aufsteiger enorm wertvoll sein kann.
Interessant wird sein, inwiefern er seine Spielweise an den Kampf um den Klassenerhalt anpassen kann. Auf Schalke kann er in einem System mit Dreierkette offensive Freiheiten bekommen, wird aber auch viel Defensivarbeit in hoher Intensität verrichten müssen. Dort hat Gosens keine herausragenden Werte vorzuweisen, was etwa die Statistik seiner Klärungsaktionen oder gewonnenen Duelle angeht. Hier bewegt er sich bestenfalls im Mittelfeld der Serie A. Bei den Balleroberungen rangiert er beispielsweise im 57. Perzentil.
Gosens ist nicht mehr der Spieler, der vor einigen Jahren bei Atalanta B.C. europaweit für Aufsehen sorgte. Gerade im Antritt und auf den ersten Metern fehlt ihm inzwischen etwas Explosivität. Auch seine Flankenqualität fällt eher durchschnittlich aus – lediglich rund 24 Prozent seiner Hereingaben fanden in der vergangenen Saison einen Mitspieler.
Voraussichtliche Top-Elf 26/27




Karius


Kuruçay


Katić


Ayhan


El-Faouzi


Tanaka


Gosens


Neuzugang


Aouchiche


Karaman


Neuzugang
Gosens ist auf der linken Schiene der logische Stammspieler. Becker bringt zwar interessante Anlagen mit und dürfte langfristig Entwicklungspotenzial besitzen, aktuell reicht sein Gesamtpaket aber nicht an das des ehemaligen Nationalspielers heran. Vor allem Erfahrung, Spielintelligenz und Führungsqualitäten verschaffen Gosens einen deutlichen Vorsprung.
Er kann ein dankbarer Fantasy-Spieler sein, wenn er als Verteidiger gelistet ist, aber wie ein verkappter Stürmer agiert. Seine schwächere Passquote und die ausbaufähige Zweikampfquote könnten sich zwar negativ auf seine Rohpunkte auswirken, seine Schüsse, Flankenversuche und vor allem Tore und Assists dürften das jedoch wieder ausgleichen.
Wir prognostizieren Gosens für die kommende Saison rund 2.000 bis 2.500 Einsatzminuten von möglichen 3.000 Minuten. Damit dürfte er zu den wichtigsten Spielern im Schalker Kader gehören und vor allem in den entscheidenden Spielen eine tragende Rolle übernehmen.
Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. Die Mehrfachbelastung der Vereine versuchen wir dabei so gut wie möglich einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Bundesliga-Saison liegt bei rund 3.000 Minuten. Diese erreichte beispielsweise Patrick Mainka, der weder gesperrt noch verletzt war und zudem keine europäischen Wettbewerbe bestritt. Zum Vergleich kamen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah trotz ihrer Rolle als Stammspieler auf rund 1.700 bis 2.000 Bundesliga-Minuten. Die Spielzeit-Prognose dient daher als Orientierung, welche Rolle wir einem Spieler in seinem Verein zutrauen.
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