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Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©Getty Images/LigaInsider

Estève: Das steckt hinter dem 32-Millionen-Transfer

RB Leipzig hat auf den sich abzeichnenden Umbruch in der Defensive reagiert und Maxime Estève vom Burnley FC verpflichtet. Rund 32 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen lassen sich die Sachsen den französischen Innenverteidiger kosten, die garantierte Sockelablöse liegt bei etwa 25 Millionen Euro.

 

Seit Wochen verdichten sich die Anzeichen, dass Castello Lukeba den Verein noch in diesem Sommer verlassen wird. Sowohl Spieler als auch Klub sollen einen Wechsel grundsätzlich anstreben. Leipzig hat deshalb früh gehandelt und präsentiert mit Estève bereits den designierten Nachfolger auf der linken Innenverteidigerposition.

 

Doch was für ein Spielertyp kommt eigentlich nach Sachsen? Kann Estève die entstandene Lücke sofort schließen oder handelt es sich eher um einen Spieler mit Entwicklungspotenzial? Wir haben den Franzosen genauer unter die Lupe genommen.

 

Leipzig setzt den defensiven Umbruch konsequent fort

Mit Estève verpflichtet RB bereits den zweiten französischen Innenverteidiger innerhalb weniger Monate. Schon im Winter hatten sich die Leipziger die Dienste von Abdoul Koné gesichert, der für rund 17 Millionen Euro plus möglichen Bonuszahlungen von Stade Reims kommt und nun ebenfalls zum Kader gehört.

 

Damit investiert Leipzig insgesamt rund 50 Millionen Euro in zwei neue Innenverteidiger. Gleichzeitig fällt auf, dass beide Verpflichtungen unterschiedliche Profile mitbringen und sich hervorragend ergänzen. Während Koné als rechter Innenverteidiger eingeplant ist, übernimmt Estève als Linksfuß die gemäß Kaderplanung vakante Position auf der linken Seite.

 

Unter Neu-Trainer Martín Demichelis dürfte der Franzose damit vom ersten Spieltag an beste Chancen auf einen Stammplatz besitzen. Die wahrscheinlichste Konstellation wäre aktuell ein Innenverteidigerduo aus Estève und Kapitän Willi Orbán. Ebenso denkbar ist eine langfristige Partnerschaft mit Koné.

 

Die hohe Ablösesumme und die Worte von Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer unterstreichen zusätzlich, welche Rolle der Verein für den Neuzugang vorgesehen hat. Estève kommt nicht als Perspektivspieler nach Leipzig, sondern als unmittelbarer Leistungsträger. „Die Verpflichtung von Maxime ist ein sehr wichtiger Transfer für uns. Wir sind überzeugt, dass er unserer Mannschaft direkt helfen und bei uns eine wichtige Rolle übernehmen kann.“

 

Vom Eigengewächs zum Premier-League-Stammspieler

Der Franzose stammt aus der Jugend vom Montpellier HSC und entwickelte sich dort Schritt für Schritt zum Stammspieler in der Ligue 1. Im Frühjahr 2024 folgte zunächst die Leihe zum Burnley FC, der den 1,93 Meter großen Innenverteidiger nach wenigen Monaten fest verpflichtete und langfristig bis 2030 an sich band.

 

Insgesamt blickt Estève bereits auf 59 Einsätze in der Ligue 1 sowie weitere 50 Partien in der Premier League zurück. Für einen 24-Jährigen bringt er damit bereits eine beachtliche Erfahrung in zwei der physisch anspruchsvollsten Ligen Europas mit.

 

Eine Bühne blieb ihm bislang allerdings verwehrt: das internationale Geschäft. Weder mit Montpellier noch mit Burnley sammelte Estève bislang Erfahrungen in europäischen Wettbewerben. Mit RB Leipzig betritt er in dieser Hinsicht komplettes Neuland.

 

Interessant ist auch ein Blick in die jüngere Vereinsgeschichte. Gerade französische Innenverteidiger entwickelten sich in Leipzig regelmäßig hervorragend weiter. Sowohl Dayot Upamecano als auch Ibrahima Konaté schafften bei den Sachsen den endgültigen Durchbruch auf internationalem Topniveau, ehe beide für hohe Summen zu europäischen Spitzenklubs wechselten. An diese Erfolgsgeschichte möchte Leipzig nun offensichtlich anknüpfen.

 

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Bereits das Scouting-Profil macht deutlich, warum Leipzig bereit war, eine derart hohe Ablösesumme zu investieren. Estève vereint ein modernes Gesamtpaket, das hervorragend zu den Anforderungen an einen Innenverteidiger im Ballbesitzfußball passt.

 

Auffällig ist zunächst seine außergewöhnliche Physis. Mit 1,93 Metern verfügt der Franzose über enorme Präsenz im Luftkampf, bewegt sich für seine Größe aber überraschend dynamisch. Gerade über längere Distanzen erreicht er ein hohes Tempo und kann dadurch auch größere Räume hinter der Abwehr absichern – eine Eigenschaft, die für hoch verteidigende Mannschaften enorm wichtig ist.

 

Hinzu kommt ein sehr sauberes Passspiel. Estève sucht regelmäßig den flachen Spielaufbau, zeigt Ruhe unter Gegnerdruck und kann Angriffe über seine linke Seite sauber eröffnen. Als Linksfuß bringt er zusätzlich natürliche Passwinkel mit, die im modernen Spielaufbau äußerst gefragt sind.

 

Der Franzose verteidigt sehr körperbetont, gewinnt viele direkte Duelle und lässt sich selbst unter Druck nur selten vom Ball trennen. Gerade seine Ballbehauptung gehört zu den auffälligsten Merkmalen seines Profils.

 

Jetzt werfen wir einen detaillierten Blick auf seine Daten im direkten Vergleich mit Castello Lukeba. Dabei zeigt sich ein überraschend klares Bild: Obwohl Estève für viel Geld verpflichtet wurde, spricht der direkte Vergleich dafür, dass Leipzig sportlich zunächst Qualität einbüßt – zumindest auf dem Papier.

 

Wie groß sind die Fußstapfen von Castello Lukeba?

 

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Wichtig dabei: Die eingeblendeten Defensivstatistiken sind ballbesitzadjustiert (pAdj). Dadurch werden Unterschiede im Ballbesitz der Mannschaften weitgehend herausgerechnet (mehr/weniger Ballbesitz des Gegners = mehr/weniger Möglichkeiten für eigene Defensivaktionen), sodass die Werte die Qualität der Defensivaktionen besser widerspiegeln und nicht lediglich deren Häufigkeit.

 

Die spannendste Frage lautet natürlich: Kann Estève Lukeba sportlich ersetzen? Ein Blick auf die Daten liefert zunächst eine überraschend eindeutige Antwort: Nein – zumindest noch nicht.

 

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Leipzig mit Estève einen schlechten Transfer tätigt. Vielmehr zeigt der Vergleich, auf welchem Niveau sich Lukeba mittlerweile bewegt. Der Franzose zählt trotz seines jungen Alters inzwischen zu den komplettesten Innenverteidigern der Bundesliga und hat sich in den vergangenen beiden Jahren in nahezu allen Bereichen weiterentwickelt.

 

Dennoch gibt es zwei Bereiche, in denen Leipzigs Neuzugang seinem Landsmann sogar überlegen ist.

 

Größer, robuster und stärker in der Luft

Der offensichtlichste Unterschied liegt in der Physis. Mit 1,93 Metern überragt Estève Lukeba um rund neun Zentimeter und bringt diese Größe auch entsprechend gewinnbringend ein. Luftduelle gehören zu seinen größten Stärken. Sowohl bei langen Bällen als auch bei Standards sorgt er regelmäßig für Stabilität und gewinnt einen hohen Anteil seiner Kopfballduelle.

 

Gerade dieser Aspekt könnte Leipzig nach einem möglichen Lukeba-Abgang sogar zusätzliche Qualität verleihen. Während Lukeba eher über Tempo und Antizipation verteidigt, bringt Estève deutlich mehr klassische Präsenz im Strafraum mit.

 

In nahezu allen übrigen Bereichen spricht der Vergleich allerdings für den bisherigen Leipziger: Lukeba bewegt sich dynamischer, verteidigt aggressiver nach vorne und überzeugt insbesondere im offenen Raum. Gerade wenn Leipzig weit aufrückt und große Räume hinter der letzten Linie verteidigen muss, zählt der ehemalige Lyon-Spieler zu den stärksten Innenverteidigern der Bundesliga.

 

Trotzdem passt das Profil hervorragend nach Leipzig

Martín Demichelis bevorzugt grundsätzlich Innenverteidiger, die mutig im Aufbau agieren, große Räume verteidigen können und gleichzeitig körperlich robust auftreten. Genau dieses Profil bringt der Franzose mit.

 

Hinzu kommt seine Erfahrung. Mit 59 Spielen in der Ligue 1 und 50 Einsätzen in der Premier League hat Estève bereits gegen unterschiedlichste Spielstile verteidigt und sich auf konstant hohem Niveau bewiesen.

 

Dass er bislang noch keine internationalen Spiele absolviert hat, dürfte angesichts seines Alters verschmerzbar sein. Leipzig traut ihm offensichtlich zu, diesen nächsten Entwicklungsschritt nun in Sachsen zu gehen.

 

Fazit

Mit Maxime Estève verpflichtet RB Leipzig keinen fertigen Weltklasse-Innenverteidiger, sondern einen Spieler, der bereits ein sehr hohes Niveau erreicht hat und dennoch weiteres Entwicklungspotenzial besitzt.

 

Die Ablösesumme mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, passt allerdings in Leipzigs langfristige Transferstrategie. Wie schon bei Upamecano oder zuletzt Lukeba investieren die Sachsen frühzeitig in entwicklungsfähige Defensivspieler, bevor deren Marktwert explodiert.

 

Sportlich wird Estève den wahrscheinlichen Abgang von Castello Lukeba zunächst nicht vollständig auffangen können. Dafür spricht der direkte Datenvergleich zu deutlich zugunsten des bisherigen Leipziger Leistungsträgers.

 

Dennoch bringt der Neuzugang genau die Eigenschaften mit, die ihn zu einem sehr passenden Baustein für Demichelis' neues Leipzig machen: Tempo trotz seiner Größe, starke Luftpräsenz, Ruhe am Ball und die Qualität, eine Abwehr über viele Jahre anzuführen.

 

Ob Estève eines Tages das Niveau seiner französischen Vorgänger Upamecano, Konaté oder Lukeba erreicht, bleibt offen. Das Potenzial, sich in Leipzig zum nächsten Millionen-Verkauf zu entwickeln, bringt er jedoch zweifellos mit.

 

Prognose zur möglichen Spielzeit

Für die kolportierte Ablösesumme dürfte Estève in Leipzig kaum als Ergänzungsspieler eingeplant sein. Als designierter Nachfolger von Castello Lukeba besitzt der Franzose gute Chancen, sich direkt einen Stammplatz auf der linken Seite der Innenverteidigung zu sichern. Eine Einsatzzeit von rund 2.000 Bundesliga-Minuten erscheint daher als realistische Prognose.

 

Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. Die Mehrfachbelastung der Vereine versuchen wir dabei so gut wie möglich einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Bundesliga-Saison liegt bei rund 3.000 Minuten. Diese erreichte beispielsweise Patrick Mainka, der weder gesperrt noch verletzt war und zudem keine europäischen Wettbewerbe bestritt. Zum Vergleich kamen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah trotz ihrer Rolle als Stammspieler auf rund 1.700 bis 2.000 Bundesliga-Minuten. Die Spielzeit-Prognose dient daher als Orientierung, welche Rolle wir einem Spieler in seinem Verein zutrauen.

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