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Eintracht Frankfurt hat den nächsten wichtigen Baustein für die Zukunft verpflichtet. Noël Aséko wechselt für ein Gesamtpaket von rund 10 bis 12 Millionen Euro vom FC Bayern München an den Main und unterschreibt einen langfristigen Vertrag bis 2030 inklusive Option auf eine weitere Saison.

 

Dass die Hessen für einen erst 20 Jahre alten Mittelfeldspieler eine zweistellige Millionensumme investieren, ist kein Zufall. Nachdem Frankfurt im Werben um zwei weitere hochveranlagte Zentrumsspieler leer ausgegangen war – Sean Steur entschied sich für den Newcastle United FC, Cajetan Lenz wechselte zur TSG Hoffenheim –, gelingt Markus Krösche nun doch noch die Verpflichtung eines lange umworbenen Mittelfeldtalents.

 

Bemerkenswert ist dabei auch der Transferweg. Erst im Frühjahr zog der FC Bayern München seine Rückkaufklausel in Höhe von 2,5 Millionen Euro, nachdem Hannover 96 den Mittelfeldspieler zuvor fest verpflichtet hatte. Wenige Monate später verlässt Aséko München bereits wieder.

 

Der deutsche U21-Nationalspieler kommt mit einer starken Saison im Rücken. Zehn Scorerpunkte in 33 Zweitliga-Partien, eine Höchstgeschwindigkeit von 34,3 km/h sowie eine rasante Entwicklung machten ihn auf dem Markt zu einem der begehrtesten deutschen Mittelfeldtalente.

 

Kein neuer Sechser, sondern der ideale Achter

Wer Aséko ausschließlich als Lösung für Frankfurts seit Jahren bestehende Sechser-Problematik betrachtet, dürfte allerdings enttäuscht werden. Seine Qualitäten liegen an einer anderen Stelle.

 

Frankfurts Neuzugang ist in erster Linie ein dynamischer Achter, der seine Stärken mit Ball entfaltet. Kaum ein Element beschreibt sein Spiel besser als seine Fähigkeit, den Ball durchs Zentrum zu tragen. Mit seiner engen Ballführung, seiner Explosivität und seiner hohen Beweglichkeit überspielt er regelmäßig gegnerische Linien und erzeugt dadurch enorme Dynamik im Offensiv- und Umschaltspiel.

 

Dabei sucht Aséko nicht den einfachen Sicherheitspass. Stattdessen spielt er mutig vertikal, erkennt durch sein Scanning freie Räume frühzeitig und besitzt ein sehr gutes Gespür für den finalen Pass. Besonders zwischen den Linien fühlt sich der Rechtsfuß wohl und sorgt dort immer wieder für Überzahlsituationen.

 

Auch gegen den Ball bringt Aséko interessante Qualitäten mit. Sein Timing im Zweikampf ist gut, im Gegenpressing arbeitet er mit hoher Intensität und gewinnt durch seine Dynamik viele zweite Bälle zurück. Genau diese Eigenschaften machen ihn zu einem äußerst spannenden Spieler für das intensive Umschaltspiel, das Adi Hütter von seinen zentralen Mittelfeldspielern verlangt.

 

Wo Aséko noch zulegen muss

Trotz seiner enormen Veranlagung bringt Aséko noch einige Baustellen mit, die zeigen, weshalb Frankfurt ihm trotz seines großen Potenzials noch Entwicklungsschritte zutraut.

 

Vor allem unter Gegnerdruck leistet er sich noch zu viele vermeidbare Ballverluste. Weil er häufig die progressive Lösung sucht, verliert er den Ball gelegentlich unnötig und öffnet dadurch Räume für Umschaltsituationen des Gegners. Auch sein defensives Positionsspiel wirkt phasenweise noch nicht konstant genug. Er überzeugt eher durch Aktivität und Intensität als durch strategische Raumkontrolle.

 

Hinzu kommen Defizite in Luftduellen sowie bei der körperlichen Robustheit. Kleinere Verletzungen und Fitnessprobleme bremsten seine Entwicklung in der Vergangenheit immer wieder etwas aus.

 

Diese Punkte ändern allerdings nichts daran, dass Aséko eines der größten deutschen Mittelfeldtalente ist. Vielmehr zeigen sie, welches Entwicklungspotenzial trotz seiner bereits starken Zweitliga-Saison noch vorhanden ist.

 

Ähnliche Rolle, unterschiedliche Schwerpunkte

 

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Der naheliegendste Vergleich innerhalb des Frankfurter Kaders ist Hugo Larsson. Beide Spieler sind keine klassischen Sechser, sondern dynamische Achter, die über ihre Laufstärke und Vertikalität Einfluss auf das Spiel nehmen.

 

Trotz dieser Gemeinsamkeiten setzen beide unterschiedliche Schwerpunkte. Larsson überzeugt vor allem durch seine Ruhe im Ballbesitz und seine Kontrolle des Spieltempos. Aséko spielt dagegen direkter, sucht häufiger den Weg nach vorne und besitzt bei Ballvorträgen sowie bei dynamischen Vorstößen noch einmal größere Stärken. Seine Fähigkeit, Räume mit Tempo zu attackieren, dürfte dem Frankfurter Umschaltspiel eine zusätzliche Dimension verleihen.

 

Auch athletisch bringt Aséko außergewöhnliche Voraussetzungen mit. Seine gemessene Spitzengeschwindigkeit von 34,3 km/h liegt rund drei Stundenkilometer über jener von Larsson in der vergangenen Saison (31,5 km/h). Gerade für einen zentralen Mittelfeldspieler ist das ein starker Wert und unterstreicht, warum Frankfurt großes Entwicklungspotenzial in ihm sieht.

 

So sieht die aktuelle Top-Elf der SGE aus

 

Voraussichtliche Top-Elf 26/27

Noah Atubolu
3,5

Atubolu

Nnamdi Collins

Collins

Neuzugang

Neuzugang

Raphael Onyedika
4,0

Onyedika

Robin Koch
2,5

Koch

Neuzugang

Neuzugang

Ritsu Doan

Dōan

Noel Aseko

Aséko

Neuzugang

Neuzugang

Jonathan Burkardt
4,0

Burkardt

Can Uzun
3,5

Uzun

 

Der Vergleich beider Spieler zeigt auch, dass Aséko kein direkter Ersatz für Larsson sein soll. Vielmehr verpflichtet die Eintracht einen Spieler mit einem ähnlichen Grundprofil, der durch seine Dynamik und seinen Offensivdrang andere Akzente setzt und das zentrale Mittelfeld langfristig auf ein noch höheres Niveau heben kann. Die Konkurrenz ist aktuell schon quantitativ sehr hoch, dennoch denke ich, dass besonders qualitativ Aséko Vorteile haben könnte.

 

Die wichtigste Erkenntnis dieses Transfers aus Sicht der Eintracht ist, dass Aséko kein Spieler sein wird, der Frankfurts jahrelange Suche nach einem defensiven Anker im Mittelfeld beendet – vielmehr ergänzt er diesen Spielertyp ideal.

 

Prognose zur Spielzeit

Die hohe Ablösesumme spricht klar dafür, dass Frankfurt Aséko als unmittelbare Verstärkung eingeplant hat. Gleichzeitig ist es seine erste Bundesliga-Saison, zudem brachten kleinere Verletzungen und Fitnessprobleme ihn in der Vergangenheit immer wieder aus dem Rhythmus. Auch die Eingewöhnung an das höhere Niveau dürfte etwas Zeit benötigen. Dennoch konnte er sportlich klar überzeugen in der 2. Bundesliga.

 

Wir erwarten daher, dass Aséko schnell viele Einsätze sammeln und sich im Saisonverlauf zunehmend als Stammspieler etablieren wird, ohne bereits jede Partie über 90 Minuten zu absolvieren. Unsere Prognose: rund 1.800 von 3.000 möglichen Bundesliga-Spielminuten.

 

Glaubt ihr Asekos Qualitäten lassen sich gut auf viele Fantasy-Punkte übertragen?

 

 

Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. – die Mehrfachbelastung der Vereine versuchen wir so gut es geht mit einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Ligasaison liegt bei ca. 3000 Minuten. Diese hat bspw. Patrick Mainka erreicht, der weder gesperrt noch verletzt war und auch keine europäischen Wettbewerbe gespielt hat. Zum Vergleich liegen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah bei rund 1700–2000 Spielminuten und gelten dennoch als Stammspieler. Die Prognose der Spielzeit gilt deshalb als Anhaltspunkt für euch, um besser zu verstehen, welche Rolle wir einem neuen Spieler in seinem Verein zutrauen.

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