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Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©LigaInsider/Getty Images

Lidberg-Transfer: Kommt er an Kleindienst vorbei?

Borussia Mönchengladbach schlägt weiter auf dem Transfermarkt zu und rüstet die vorderste Reihe mit Isac Lidberg vom SV Darmstadt 98 auf. Die fällige fixe Ablösesumme für den 27-jährigen Schweden beläuft sich laut Sky auf 3,5 Millionen Euro, kann jedoch durch erfolgsabhängige Bonuszahlungen auf ein Gesamtpaket von bis zu 4 Millionen Euro ansteigen. Im Borussia-Park erhält der Torjäger einen langfristigen Vertrag bis 2030.

 

Wir analysieren im Detail, welches spielerische Profil der Neuzugang mitbringt, wie er im Vergleich zu Sturm-Leader Tim Kleindienst sowie Ex-Leihgabe Haris Tabaković abschneidet und welche Rolle er in den Plänen der Fohlenelf einnehmen wird.

 

Prototyp des eiskalten Strafraumstürmers

Isac Lidberg verkörpert den klassischen Typus eines hocheffizienten Torjägers, dessen Spiel komplett auf den entscheidenden Moment im gegnerischen Sechzehner zugeschnitten ist. Seine wohl größte Stärke ist die eiskalte Chancenverwertung: Mit 17 Saisontoren bei einem erwarteten Torwert von lediglich 10,2 bewies der Schwede in der abgelaufenen Spielzeit, dass er stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht und ein enormes Gespür dafür besitzt, auch aus schwierigen Situationen maximalen Ertrag herauszuholen. Lidberg fungiert im letzten Drittel als verlässlicher Dreh- und Angelpunkt im Angriff, der das Beste aus den Zuspielen seiner Teamkollegen macht.

 

Die spielerischen Limitierungen des Neuzugangs liegen vor allem im progressiven Spielaufbau. Lidberg neigt dazu, das direkte physische Duell mit den Verteidigern im Mittelfeld zu scheuen und treibt den Ball nur äußerst selten selbst mit Tempo nach vorne. Das schränkt seinen Einfluss im Kombinationsspiel merklich ein. Der Fokus des Schweden liegt ganz klar auf dem reinen Abschluss.

 

Der Stürmer-Vergleich: Lidberg, Kleindienst und Tabaković

Hinweis vorab: Bei der datengestützten Einordnung muss berücksichtigt werden, dass Lidbergs statistische Werte aus der 2. Bundesliga stammen, während seine beiden Gladbacher Vergleichsspieler ihre Daten im anspruchsvolleren Oberhaus der Bundesliga gesammelt haben. Das unterschiedliche Liganiveau hat folglich einen Einfluss auf die Vergleichbarkeit.

 

Um die Rolle des Neuzugangs einzuordnen, lohnt sich der Quervergleich mit Tim Kleindienst (Saison 2024/25) und Haris Tabaković (Saison 2025/26). Da Tabaković den Verein nach dem Ende seines Leihgeschäfts im Sommer bereits wieder verlassen hat, wird Lidberg dessen Kaderplatz im Sturmzentrum einnehmen.

 

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Im direkten Vergleich sticht die Spielzeit 2024/25 von Tim Kleindienst als die stärkste und kompletteste der drei Akteure heraus. Kleindienst strahlte in seiner Premierensaison am Niederrhein nicht nur massive Torgefahr aus, sondern definierte sich vor allem über die Arbeit gegen den Ball. Er agierte in den Zweikämpfen aktiv und überragte mit einer enormen Präsenz in der Luft. Zudem wies er einen absolut akzeptablen Wert bei der Chancenkreation für seine Nebenleute auf.

 

Haris Tabaković hingegen brachte ein Profil mit, das dem von Kleindienst in vielen Facetten stark ähnelte – vor allem, was die Lufthoheit und die physische Komponente im Strafraum betrifft. Allerdings offenbarte der Bosnier in Sachen Effizienz deutliche Schwächen: Er verzeichnete zwar den höchsten xG-Wert des Trios, erzielte im Verhältnis dazu aber die wenigsten Tore. Zudem verweigert Tabaković das spielerische Element fast komplett, ging quasi nie ins Dribbling und kreierte am wenigsten für seine Kollegen.

 

Genau hier setzt Isac Lidberg an und spaltet die positiven Eigenschaften seiner beiden Konkurrenten auf: Während er die extreme Lufthoheit von Kleindienst nicht replizieren kann – diese Qualität lag eher bei Tabaković –, ähnelt Lidberg in puncto spielerischer Einbindung und dem Kreieren von Chancen für seine Mitspieler vielmehr dem akzeptablen Niveau von Kleindienst. Rein vom statistischen Scoring-Aspekt her betrachtet, stellt der Schwede somit ein spielerisches Upgrade zu Haris Tabaković dar.

 

Der Herausforderer auf der Lauer?

An der Hierarchie im Gladbacher Angriff wird dieser Transfer zum Saisonstart voraussichtlich erst einmal nichts ändern. Sollte Platzhirsch Tim Kleindienst in der neuen Spielzeit an die starke Form aus seiner ersten Gladbach-Saison anknüpfen können, führt an ihm im Sturmzentrum der Fohlenelf kein Weg vorbei. Er bleibt der absolute Fixpunkt und ein Gesicht des Gladbacher Offensivspiels.

 

Isac Lidberg schlüpft damit zunächst in die Rolle des hochkarätigen Herausforderers. Er ist der perfekte Joker und personelle Ersatz, der von der Bank kommend sofort Torgefahr garantiert. Sollte Kleindienst jedoch eine weitere Verletzungsphase durchlaufen oder ein sportliches Down-Year erleben, stünde mit Lidberg ein eiskalter Vollstrecker bereit, um diese Lücke sofort und ohne Qualitätsverlust im reinen Abschluss zu schließen.

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