©Getty/LigaInsiderYamamoto-Transfer: Der Manzambi-Ersatz?
Mit Rihito Yamamoto hat sich der SC Freiburg einen vielseitigen und spielstarken Mittelfeldspieler gesichert, der gut in die aktuelle Ausrichtung der Breisgauer passen könnte. Der 24-jährige Japaner bringt ein Profil mit, das im Freiburger Zentrum bislang eher selten vertreten war – und mittelfristig besonders im Zusammenhang mit Johan Manzambi interessant werden dürfte.
Zwar wurde Yamamoto zuletzt häufig auf der Sechserposition eingesetzt, doch sein Spielstil unterscheidet sich deutlich von klassischen Abräumern. Der Linksfuß versteht sich vielmehr als verbindender Mittelfeldspieler, der unter Druck Lösungen findet und das Spiel sauber weiterlaufen lässt. Gerade im Kurzpassspiel und in engen Räumen liegen seine Stärken.

Hinweis: Die Grafik entspricht dem Stand vom 21. Mai 2026
Auffällig ist vor allem seine Ruhe am Ball. Yamamoto bevorzugt direkte Kombinationen, bewegt sich konstant anspielbar zwischen den Linien und sucht spielerische Lösungen, statt nur lange Bälle zu spielen. Seine Passquote (Stand 21. Mai) lag zuletzt bei über 82 Prozent, gleichzeitig zählt er beim Kreieren von Torchancen und Vorlagen statistisch zu den auffälligeren Mittelfeldspielern seiner Liga.
Bezogen auf die Anzahl der Torschussvorlagen ist er im Positionsvergleich der belgischen Liga im 81. Perzentil – ist also besser als 81 % seiner Positionskonkurrenten im zentralen Mittelfeld. Man könnte auch davon sprechen, dass er zu den Top 19 % bei Torschussvorlagen von zentralen Mittelfeldspielern gehört. Eine Stärke, die ihr er Manzambi voraus hat. Dieser kommt vor allem über sein Spiel mit dem Ball am Fuß zur Geltung.
Damit bringt der Neuzugang genau jene spielerische Komponente mit, die Freiburg zuletzt verstärkt gesucht hat. Selbst der Transfer von Torwart Mio Backhaus deutete bereits an, dass die Breisgauer mittelfristig mehr Qualität am Ball und mehr Resistenz unter Druck ins Zentrum bringen wollen.
Yamamoto könnte in diesem Zusammenhang besonders interessant werden, weil er trotz seiner eher tiefen Rolle regelmäßig offensive Akzente setzt. In der vergangenen Saison sammelte er fünf Tore und fünf Vorlagen – ein ordentlicher Wert für einen zentralen Mittelfeldspieler.
Die spannendste Frage dürfte nun sein, wie Freiburg den Japaner konkret einplant. Vieles spricht dafür, dass Yamamoto eher als möglicher Ersatz beziehungsweise als alternatives Profil zu Johan Manzambi gedacht ist – und weniger als direkter Konkurrent für Maximilian Eggestein. Manzambi hatte seine Zukunft über den Sommer hinaus laut BILD zuletzt offengelassen: „Ich weiß es ehrlich nicht, mein Vertrag geht bis 2030. Jetzt muss ich mich erst mal auf die WM vorbereiten. Dann schaue ich, wie es für mich weitergeht.“
Ähnlich wie Manzambi ist Yamamoto kein leicht zu greifender Spieler. Er bewegt sich viel zwischen den Räumen, schaltet sich dynamisch nach vorne ein und entwickelt aus dem Zentrum heraus Torgefahr. Gleichzeitig bringt er spielerisch sogar noch etwas mehr Struktur und Kontrolle im Passspiel mit. Er gehört zu den Top 5 % der Spieler, die am häufigsten gefoult werden, was die schwere Greifbarkeit perfekt unterstreicht.
In anderen Bereichen besitzt er dagegen noch Entwicklungspotenzial. Vor allem im Dribbling und bei progressiven Ballaktionen dürfte noch Luft nach oben vorhanden sein. Auch im Luftzweikampf zeigt sich aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen eine gewisse Schwäche.
Sollte Manzambi dem Sport-Club über den Sommer hinaus erhalten bleiben, kann Yamamoto aber auch problemlos Druck auf Eggestein machen. Zwar ist er Linksfuß, hat aber bei St. Truiden viel auf der halbrechten Sechser-Position gespielt.
Zusätzlich interessant: Yamamoto ist flexibel einsetzbar. Den Großteil seiner Einsätze absolvierte er zwar im defensiven oder zentralen Mittelfeld, kam in seiner Karriere aber unter anderem auch als linker Verteidiger, offensiver Mittelfeldspieler oder auf den Außenbahnen zum Einsatz.
Gerade diese Variabilität dürfte ihn für Freiburg attraktiv machen. Der SC bekommt keinen reinen Spezialisten, sondern einen technisch starken Zentrumsspieler, der verschiedene Rollen interpretieren kann und dem Spiel der Breisgauer mittelfristig neue spielerische Elemente verleihen könnte.

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