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Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©Getty/LigaInsider

Herold-Transfer für Gladbach: Die logische Lösung?

Borussia Mönchengladbach reagiert auf eine der größten Baustellen der laufenden Saison und verpflichtet mit David Herold einen Spieler, der exakt das Profil mitbringt, das dem Kader zuletzt sichtbar gefehlt hat. Der 23-jährige Linksverteidiger kommt vom Karlsruher SC, unterschreibt bis 2030 und soll die linke Seite der Borussia stabilisieren.

 

Die Verpflichtung wirkt dabei weniger wie ein spektakulärer Transfer, sondern vielmehr wie eine längst notwendige Kaderkorrektur. Denn spätestens seit dem Winter war die linke Außenbahn eines der größten strukturellen Probleme im Gladbacher Kader. Nach dem Abgang von Luca Netz zum Nottingham Forest FC blieb mit Lukas Ullrich nur noch ein gelernter Linksverteidiger übrig – ein Risiko, das sich über Monate immer deutlicher zeigte.

 

Dass Gladbach nun genau dort nachlegt, kommt deshalb kaum überraschend.

 

Warum Herold sportlich gut passt

Besonders spannend ist, dass Herold und Ullrich sich vom Profil her erstaunlich ähneln. Beide fühlen sich auf der linken Schiene am wohlsten, bringen Offensivdrang mit und wollen über Dynamik und Flanken Einfluss nehmen. Die Unterschiede liegen eher in den Details.

 

Während Ullrich technisch etwas sauberer und kreativer agiert, bringt Herold mehr physische Stabilität, Konstanz im Laufspiel und eine höhere Intensität gegen den Ball mit. Besonders seine Athletik fällt auf: Mit 625 Sprints stellte Herold in dieser Zweitligasaison den dritthöchsten Wert aller Spieler auf, dazu kommen 379,5 abgespulte Kilometer – ligaweit Rang fünf. Auch beim Top-Speed lag er leicht vor Ullrich.

 

Die erste Grafik zeigt gut, warum Gladbach in Herold offenbar nicht nur einen Backup sieht, sondern einen Spieler, der direkt Druck auf Ullrich ausüben kann. Wie immer ist es wichtig, die Spieler nur innerhalb ihrer jeweiligen Liga zu vergleichen. Herold sollte daher keinesfalls automatisch als überlegen angesehen werden. Es geht um einen Vergleich der Spielerprofile.

 

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Auffällig ist vor allem, wie ähnlich die Grundprofile sind. Herold bewegt sich offensiv bereits jetzt auf einem ordentlichen Niveau, besonders bei Flanken, progressiven Läufen und dem generellen Aktivitätsradius auf der linken Seite. Defensiv bleibt auch er nicht fehlerfrei, gerade im direkten Eins-gegen-eins gibt es weiterhin Entwicklungspotenzial, insgesamt wirkt er in Zweikämpfen, aber etwas robuster und zuverlässiger.

 

Genau diese Mischung dürfte für Gladbach entscheidend gewesen sein. Die Borussia bekommt keinen fertigen Topspieler, aber einen laufstarken, taktisch passenden Schienenspieler mit Bundesliga-Potenzial und gleichzeitig endlich Konkurrenzkampf auf einer Position, die zuletzt unterbesetzt war.

 

So könnte Gladbach mit Herold spielen

Spannend wird dabei vor allem die mögliche Rollenverteilung im neuen Gladbacher System. Denn mit dem feststehenden Abgang von Rocco Reitz zu RB Leipzig wird sich das Zentrum der Borussia deutlich verändern.

 

Gerade Jens Castrop dürfte dadurch in eine wichtigere Rolle rücken. Der laufstarke Mittelfeldspieler war einer der wenigen konstanten Lichtblicke der aktuellen Saison und könnte künftig deutlich häufiger zentral eingesetzt werden, wo seine Dynamik, Aggressivität und Pressingintensität am wertvollsten sind.

 

Das hätte automatisch Auswirkungen auf die linke Schiene. Denn genau dort wurde Castrop zuletzt immer wieder als Notlösung eingesetzt. Mit Herold bekommt Gladbach nun erstmals wieder die Möglichkeit, diese Rollen sauberer zu trennen.

 

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Gleichzeitig entlastet die Verpflichtung auch Ullrich. Mit Herold entsteht nun erstmals wieder ein gesunder Konkurrenzkampf auf der linken Seite – etwas, das Gladbach in der vergangenen Saison praktisch komplett fehlte und Ullrichs Entwicklung auch antreiben könnte.

 

Prognose zur möglichen Spielzeit

Ich prognostiziere David Herold eine mögliche Einsatzzeit von 1400–1700/3000 Spielminuten in der Liga.

 

Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. – die Mehrfachbelastung der Vereine versuche ich ungefähr mit einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Ligasaison liegt bei ca. 3000 Minuten. Diese hat bspw. Patrick Mainka erreicht, der weder gesperrt noch verletzt war und auch keine europäischen Wettbewerbe gespielt hat. Zum Vergleich liegen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah bei rund 1700–2000 Spielminuten und gelten dennoch als Stammspieler. Die Prognose der Spielzeit gilt deshalb als Anhaltspunkt für euch, um besser zu verstehen, welche Rolle ich einem neuen Spieler in seinem Verein zutraue.

 

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