Chuki-Deal: Ersatz oder Konkurrent von Schmid?
Werder Bremen legt auf dem Transfermarkt vor und verpflichtet mit Iván San José Cantalejo, besser bekannt als Chuki, bereits den zweiten Transfer für den Sommer und das noch vor Ablauf der alten Saison. Die offizielle Verkündung steht zwar noch aus, wird laut der DeichStube jedoch lediglich auf Wunsch des Spielers verschoben. Alle nötigen Unterschriften sind gesetzt und der Medizincheck ist bereits abgeschlossen.
Besonders für Werder-Anhänger ist dies ein ungewohntes Bild und zeigt zugleich, wohin die Reise in Bremen gehen soll und welche konkreten Maßnahmen schon vor der großen Saisonanalyse für Geschäftsführer Sport Clemens Fritz und sein Team etabliert wurden, um die Fehler der Vergangenheit als Lerneffekt zu nutzen.
Ein offensiver, guter Techniker mit längerem Vornamen aus der spanischen Sprachfamilie und einer Namensabkürzung mit fünf Buchstaben. Da kommen bei jedem Bremer sehr gute Erinnerungen hoch und der junge Spanier versprüht durchaus ähnlichen Flair. Aber welches Potenzial trägt er in sich? Das beantworten wir für euch.

Beim Blick auf das Spielerprofil von Chuki wird besonders im Vergleich zu Schmid klar, welcher primäre Sinn dieser Transfer vermutlich hat: Ein möglicher Schmid-Abgang soll über die Saison kompensierbar sein und Potenzial zur Weiterentwicklung mitbringen. Die beiden Spieler sind sich sehr ähnlich in ihren Anlagen, ein möglicher entscheidender Unterschied ist aber der starke Fuß. Während Schmid vor allem mit dem rechten Fuß agiert, ist Chuki vor allem mit links stark, sodass auch ausreichend Fantasie da wäre, beide zusammen auf dem Platz zu haben.
Die Werte sind wie immer im Vergleich zu den jeweiligen Ligen in dieser Saison, sodass hier nicht der Eindruck entstehen soll, dass beide Spieler auf demselben Niveau sind. Trotzdem verfügt Chuki bereits über Erfahrung in der spanischen ersten Liga, in der Real Valladolid in der Saison 2024/25 gespielt hat, und konnte dort immerhin rund 700 Einsatzminuten sammeln. Gut zu erkennen ist, dass Chuki insgesamt noch etwas breiter veranlagt ist, da er häufiger aufs Tor schießt und gezielt selbst Abschlusssituationen sucht und auch gut trifft (sieben Saisontore). Trotzdem sieht man ebenso einen deutlicheren Ausschlag bei den sogenannten Second Assists, also Aktionen, die entscheidend dafür sind, dass der Vorlagengeber eines Tores in eine Position kommt, in der er den Ball sehr gut für den Torschützen vorbereiten kann. Das zeigt seine Variabilität im letzten Drittel und seine Spielintelligenz bezogen auf die Notwendigkeit seiner Fähigkeiten im richtigen Moment.

Um das zu prognostizieren, kommt es im Wesentlichen darauf an, was im Werder-Mittelfeld passiert. Unter der Annahme, dass Cameron Puertas nicht weiter verpflichtet wird und Schmid im Verein bleibt, wäre denkbar, dass Schmid auf der Achter-Position sein Zuhause findet, während der etwas variablere Chuki auch auf dem rechten Flügel gut eingesetzt werden könnte. Seine inverse Qualität ist gut ausgeprägt, sodass er diese Räume ohnehin häufig als Anspielstation sucht. Dennoch gibt es vorne natürlich aktuell einiges an Konkurrenz.
Bei einem Abgang von Schmid könnte er möglicherweise direkt zum Stammspieler avancieren und ihn in der zentralen Rolle ersetzen – ohnehin seine angestammte Position. Auch einzelne Einsätze als falsche Neun hat Chuki bereits absolviert. Im Sturmzentrum wird Werder sich zur neuen Saison allerdings breit aufstellen und auch dort ist man mit dem neuen Mann Kenny Quetant aus Le Havre bereits tätig geworden. Der junge Franzose dürfte primär als Entwicklungsspieler und Herausforderer geholt worden sein, hat aber ebenso Chancen, sich über die Saison hinweg durchzusetzen.
Ich prognostiziere Chuki eine mögliche Einsatzzeit von 1000-1400/3000 Spielminuten in der Liga.
Kenny Quetant prognostiziere ich 500-700/3000 Spielminuten in der Liga.
Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. – die Mehrfachbelastung der Vereine versuche ich ungefähr mit einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Ligasaison liegt bei ca. 3000 Minuten, diese hat bspw. Patrick Mainka erreicht, der weder gesperrt noch verletzt war und auch keine europäischen Wettbewerbe gespielt hat. Zum Vergleich liegen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah bei rund 1700–2000 Spielminuten und gelten dennoch als Stammspieler. Die Prognose der Spielzeit gilt deshalb als Anhaltspunkt für euch, um besser zu verstehen, welche Rolle ich einem neuen Spieler in seinem Verein zutraue.
Was glaubt ihr? Welcher der beiden Neuzugänge hat am Ende der Saison die meisten Einsatzminuten gesammelt?
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