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Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©Getty/LigaInsider

Das Wunder an der Brenz? Der FCH-Matchplan für Köln

Für den 1. FC Heidenheim beginnt oder endet am Sonntag beim 1. FC Köln die entscheidende Phase im Kampf um ein mittleres Fußballwunder. Obwohl die Mannschaft aktuell den letzten Tabellenplatz belegt, reist sie mit dem Rückenwind einer deutlich stabilisierten Form an. Frank Schmidt ist es gelungen, den typischen „Heidenheim-Fußball“ – ein intensives (wenn auch fehlerbehaftetes) Spiel, bei dem das Team niemals aufgibt – rechtzeitig zum Saisonfinale wiederzubeleben.

 

Die Ausgangslage für den Klassenerhalt ist klar definiert: Heidenheim muss gewinnen, um den Rückstand auf den Relegationsplatz zu verkürzen. Da die Konkurrenten VfL Wolfsburg (gegen Bayern München) und der FC St. Pauli (gegen RB Leipzig) an diesem vorletzten Spieltag vor extrem schweren Aufgaben stehen, könnte ein Heidenheimer Sieg die Entscheidung um Platz 16 auf den letzten Spieltag vertagen.

 

Ein zentraler Erfolgsfaktor der letzten Wochen war die personelle Umstellung in der Defensive. Jonas Föhrenbach verlieh der Mannschaft als Innenverteidiger enorme Stabilität und half seinen Nebenleuten durch seine (verglichen mit seinen zentralen Nebenleuten) hohe Geschwindigkeit. Ein großes Fragezeichen steht jedoch hinter seinem Einsatz am Sonntag, nachdem er sich gegen Bayern München in der Nachspielzeit die Nase gebrochen hat. Sollte er ausfallen, stünde Tim Siersleben bereit, um die Lücke in der Abwehrkette zu füllen.

 

Die voraussichtliche Aufstellung des 1. FC Heidenheim

 

Aufstellung

33. Spieltag
Marvin Pieringer
89
4,0

Pieringer

Budu Zivzivadze
83
4,5

Zivzivadze

Eren Dinkci
83
2,5

Dinkçi

Arijon Ibrahimovic
76
2,0

Ibrahimović

Niklas Dorsch
3,5

Dorsch

Jan Schöppner
1,5
2

Schöppner

Jonas Föhrenbach
3,0

Föhrenbach

Patrick Mainka
2,5

Mainka

Omar Traore
0
3,5

Traoré

Hennes Behrens
3,0

Behrens

Frank Feller
3,5

Feller

10.05.2026|Auswärts gegen1. FC Köln|1:3

Bank

Christian Conteh
4,5
Christian Conteh
76
Leonidas Stergiou
4,5
Leonidas Stergiou
76
Mathias Honsak
Mathias Honsak
83
Luca Kerber
Luca Kerber
83
Stefan Schimmer
Stefan Schimmer
89

 

Taktisch wird Heidenheim im Spielaufbau vermutlich wieder auf eine breite Stellung der Innenverteidiger setzen, um das gegnerische Pressing zu erschweren. Dabei kippen die Sechser, vorzugsweise Jan Schöppner oder Niklas Dorsch, immer wieder ab, um zusätzliche Anspielstationen zu schaffen. Schöppner agierte zuletzt häufiger im rechten Halbraum und unterstützte bei gegnerischem Ballbesitz teilweise als Teil einer Fünferkette.

 

Draw-Aufbau-Heidenheim-Bayern.jpg

Mainka und Föhrenbach als Anspielstationen für Ramaj, der sich unter Druck für den langen Ball entscheidet. Dorsch in der Bildmitte zeigt zwar an, dass er tief angespielt werden will, kann hier aber nicht erreicht werden. Gelingt der Aufbau über die Innenverteidiger, kann das Spiel auf die Flügel verlagert werden, um durch Überladungen nach vorne zu kommen.

 

Besonders Torhüter Diant Ramaj verkörpert die Ambivalenz des Heidenheimer Spiels. Statistisch gesehen hat er in dieser Saison zwar drei Tore mehr zugelassen, als nach der Qualität der gegnerischen Torschüsse zu erwarten gewesen wäre. Doch seine Bedeutung für das Umschaltspiel war zuletzt groß: Mit seinen schnellen Abschlägen leitete er sowohl gegen St. Pauli als auch gegen Bayern München Treffer ein.

 

Sollte der spielerische Aufbau unter Druck geraten, ist der lange Ball nach vorne ebenfalls ein probates Mittel. Das Ziel ist es, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und im letzten Drittel die zweiten Bälle aufzusammeln. Diese vertikale Ausrichtung war bereits in den Partien gegen St. Pauli und Bayern München ein Kernbestandteil des Matchplans, wobei Abstöße gegen die Bayern konsequent lang geschlagen wurden.

 

Effizienz schlägt Dominanz

Wie effektiv Heidenheim auch in der eigenen Defensivarbeit agieren kann, zeigte das jüngste Duell gegen die Münchner. Zwar gaben diese insgesamt 23 Schüsse ab, davon resultierten jedoch lediglich sechs aus Abschlüssen innerhalb des Strafraums. Heidenheim selbst bestach durch offensive Qualität und verzeichnete am Ende mit 2,59 sogar einen höheren xG-Wert als der Rekordmeister. 

 

Dies unterstreicht, dass die Schmidt-Elf aktuell durch gezielte Nadelstiche und hohe Effizienz zum Erfolg kommt, auch wenn das Flügelspiel des deutschen Meisters erst nach den Einwechslungen von Michael Olise und Luis Díaz in der zweiten Halbzeit an Schwung gewann.

 

In der Offensive ruhen die Hoffnungen vor allem auf Budu Zivzivadze, der pünktlich zum Saisonendspurt seinen Torriecher wiedergefunden hat. Mit fünf Treffern in den letzten vier Spielen ist er die Lebensversicherung der Schmidt-Elf. Unterstützt wird er durch die Geschwindigkeit von Eren Dinkçi, der auch aus zentraleren Positionen immer wieder in die Tiefe startet und so gefährliche Räume für sich nutzt.

 

Draw-Konter-Heidenheim-St-Pauli.jpg

Der Moment vor dem Umschalten: Dinkçi und Zivzivadze sind vorne in Lauerstellung, während St. Paulis Sinani den Ball leichtfertig hergibt, statt sich zum Zentrum hin zu öffnen. Aus dem Gegenangriff entsteht eine Ecke, die die frühe Führung bringt.

 

Die Bedeutung der Standards

Standardsituationen könnten in Köln zum entscheidenden Dosenöffner werden. Mit Niklas Dorsch, aber auch Arijon Ibrahimović und Hennes Behrens, verfügt Heidenheim über mehrere Schützen, die hier für Gefahr sorgen. Da die Mannschaft in der Offensive oft in Unterzahl agiert, bringen ruhende Bälle die nötige Entlastung und Torgefahr.

 

Gegen den Ball wird Heidenheim wohl wieder eine sehr mannorientierte Herangehensweise wählen. Frank Schmidt fordert dabei aber auch Kompaktheit, um den Gegner nicht durch das Zentrum kombinieren zu lassen. Die Flügelstürmer zogen sich gegen die Bayern andererseits bei gegnerischem Ballbesitz zurück, um die Außenbahnen doppelt zu besetzen.

 

Analyse des Gegners

Der Gegner aus Köln befindet sich in einer deutlich komfortableren Situation und hat den Klassenerhalt mit sechs Punkten Vorsprung quasi sicher. Dennoch wird erwartet, dass die Domstädter vor heimischem Publikum die Initiative übernehmen. Trainer René Wagner ließ sein Team zuletzt gegen Leverkusen und Union Berlin deutlich höher agieren als zu Beginn seiner Amtszeit und möchte sich für den Trainerjob in der kommenden Saison empfehlen.

 

Ein personeller Vorteil für Heidenheim könnte die Sperre des Sechsers Eric Martel sein. Damit fehlt den Kölnern ein physisch starkes Element im defensiven Mittelfeld. Zwar kehrt mit Ísak Jóhannesson ein spielerisches Element zurück, doch die Zweikampfstärke von Martel könnte im intensiven Spiel gegen Heidenheim eine schmerzliche Lücke hinterlassen. Der eher ins Zentrum tendierende Alessio Castro-Montes hat zurzeit als Außenverteidiger womöglich das Nachsehen, weil der Effzeh in der Offensive ohne einen klaren Flügelstürmer agiert.

 

Pitchshot-Heidenheim-Koeln.png

Die mögliche Zuordnung im Kölner Ballbesitz. In dieser Variante zieht sich Schöppner zurück, was allerdings Chancen durch das Zentrum eröffnet. Die Balance zwischen konsequentem Herausverteidigen und Sichern des Rückraumes muss gegeben sein. Außerdem gilt es, die Laufwege des flexiblen Jakub Kamiński zu durchkreuzen, ohne unnötige Fouls in Tornähe zu begehen.

 

Zusammenfassend muss Heidenheim am Sonntag alle Tugenden des „Schmidt-Fußballs“ auf den Platz bringen: Intensität, präzise gestreute lange Bälle und eine konsequente Chancenverwertung durch Zivzivadze. Wenn es gelingt, die Kölner Defensive unter Druck zu setzen, ist der Auswärtssieg möglich. Nur mit drei Punkten bleibt der Traum von der Relegation am letzten Spieltag lebendig, wobei zu beachten ist, dass die beiden direkten Konkurrenten bereits einen Tag zuvor siegen könnten.

 

Wer schießt Heidenheim am Sonntag zu drei Punkten in Köln?

 

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