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Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©LigaInsider/Getty

Wende beim FCA? Der TSG-Plan für königliche Nächte

Die TSG Hoffenheim reist am Freitagabend zum FC Augsburg und steht nach dem erneut enttäuschenden Ergebnis gegen den 1. FSV Mainz 05 unter Druck. Trotz der jüngsten Rückschläge geht Hoffenheim als Champions-League-Anwärter leicht favorisiert in die Partie. Trainer Christian Ilzer wird dabei an seinen mutigen Prinzipien festhalten: Ein riskanter Spielaufbau mit vielen vertikalen Pässen, gepaart mit Flanken und mutigem Anlaufen für hohe Ballgewinne.

 

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TSG-Formation gegen Mainz: Prass schob links hoch, Burger sollte Avdullahu im Aufbau ersetzen. Asllani dient als Anspielstation vor der letzten Linie.

 

Besonders in der Anfangsphase gegen Mainz funktionierte das hohe Anlaufen hervorragend. Alexander Prass unterstützte dabei die erste Pressinglinie gegen die gegnerische Dreierkette, während Fisnik Asllani dahinter Kaishu Sano in Manndeckung nahm. Dieser Druck führte zum zwischenzeitlichen 1:1 als Bazoumana Touré den Mainzer Stefan Posch so unter Druck setzte, dass dessen Fehlpass durch die Mitte bei Asllani landete, der aus etwa 18 Metern verwandelte.

 

Dennoch offenbarte die Defensive eklatante Schwächen, die gegen Augsburg abgestellt werden müssen. In der zweiten Halbzeit kam offensive Harmlosigkeit hinzu, die die Zweifel vieler an der Königsklassen-Tauglichkeit der Hoffenheimer nährt. Ein Hauptproblem in der Abwehr war die Verteidigung gegnerischer Einwürfe. Hier mangelte es an der Zuordnung und dem nötigen Zugriff auf den Einwerfer, was Mainz eiskalt ausnutzte.

 

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Eine von vielen Ausführungen: Der Einwerfer Mwene hat auf der linken Seite reichlich Platz für seine Flanke, nachdem der Ball zu ihm zurückgespielt wird. Schon den ersten Treffer hat der Österreicher vorbereitet.

 

Ein weiteres taktisches Manko war die Anfälligkeit gegen Überladungen auf den Flügeln. Mainz zwang Albian Hajdari und Wouter Burger durch gezielte Bewegungen von Paul Nebel nach außen, was Lücken in der TSG-Kette riss. Der Abstand zwischen den Verteidigern und zu den direkten Gegenspielern war teils zu groß, um die anschließenden Tiefenläufe effektiv zu sichern.

 

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Nebel überlädt gerne die rechte Mainzer Seite, hier in der Entstehung des 0:1. Hajdari verfolgt ihn nur halbherzig. Die anschließende Flanke rutscht durch auf Mwene, der den Kopf von Tietz findet.

 

Personell gibt es zur kommenden Partie eine entscheidende Veränderung: Wouter Burger fehlt gelb-gesperrt. Für ihn rückt Leon Avdullahu in die Startelf, der als der „Anker“ vor der Abwehr gilt, den Ilzer für sein System in der vergangenen Saison vergeblich gesucht hat. Avdullahus Spielfähigkeit erlaubt es zudem Bernardo, im Aufbau etwas höher zu schieben.

 

Auf der rechten Außenbahn bleibt Vladimir Coufal ein wichtiger Faktor. Hoffenheim nutzt auch seine weiten Einwürfe gezielt als Flankenersatz. Nachdem Coufal zuletzt angeschlagen ausgewechselt werden musste, agierte übrigens Grischa Prömel als Rechtsverteidiger – eine interessante, aber letztlich fruchtlose Variante.

 

Um das kompakte Augsburger Zentrum zu knacken, wird auch Torhüter Oliver Baumann als Initiator gefragt sein. Seine langen Bälle sind ein probates Mittel, um die gegnerische Kette zu überspielen und schnelle Umschaltmomente zu kreieren.

 

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Nach diesem langen Ball von Baumann erwischt die TSG Mainz auf dem falschen Fuß. Asllani hält sich hinter der offensiven Dreierreihe auf. Prass vertändelt die Chance aber.

 

Andrej Kramarić ist wieder eine Option von Beginn an. Nach seiner Länderspielreise erschien er gegen Mainz als Joker allerdings blass. Auffällig war eigentlich nur sein offensives Reklamieren: Kramarić signalisierte deutlich, dass ihm die Flügelbesetzung fehlte, was auf der rechten Seite angesichts des Coufal-Ausfalls wenig verwunderlich war.

 

Augsburg muss ausgewogen agieren

Augsburg wird unter Manuel Baum auf maximale Kompaktheit setzen. Ihr Ziel ist es, das Zentrum so zu verriegeln, dass Hoffenheim zu langen Bällen oder Flanken gezwungen wird. Das Offensivspiel des FCA ist dabei pragmatisch: Sie scheuen den schnellen „Exit“ nicht, etwa über lange Bälle auf Zielspieler wie den robusten Michael Gregoritsch.

 

Jeffrey Gouweleeuw könnte ins Abwehrzentrum zurückkehren. Da Keven Schlotterbeck gelb-gesperrt fehlt, braucht Baum einen neuen Taktgeber für seine Defensive. Der Routinier ist bereit für sein Comeback. Neben ihm läuft möglicherweise die TSG-Leihgabe Arthur Chaves auf, der für seine beherzten Abwehraktionen bekannt, im Spielaufbau sowie im Stellungsspiel aber auch fehlerbehaftet ist. Es gilt für den FCA, die richtige Mischung aus Kompaktheit und aggressiver Zweikampfführung zu finden, um einerseits keine zu großen Räume vor und hinter der Kette zu öffnen, andererseits aber nicht in Passivität zu verfallen, bei der man sich der Hoffenheimer Intensität beugen müsste.

 

Die Offensivreihe des Gastgebers braucht ebenfalls einen Taktgeber: Alexis Claude-Maurice konnte seine zwischenzeitliche Hochform zuletzt nicht halten, ist als spielerische „Exit“-Strategie aber ein ebenso probates Mittel, etwa wenn er sich tief ins Mittelfeld fallenlässt. Im Mittelfeldzentrum agierten zuletzt Fabian Rieder und Robin Fellhauer, die eigentlich aber für andere Positionen vorgesehen sind. Mit Han-Noah Massengo und Kristijan Jakić stehen zwei laufstarke und robuste Zweikämpfer wieder bereit.

 

Für die TSG wird es wichtig sein, die physische Wucht von Gregoritsch zu kontrollieren, falls dieser startet. Andernfalls sind auch Spieler mit hoher Endgeschwindigkeit ein probates Mittel, um die aufgerückte Hoffenheimer Defensive zu überlisten: Anton Kade kam in dieser Saison schon im Angriff zum Einsatz, ist eigentlich aber für den rechten Flügel eingeplant. Rodrigo Ribeiro gilt als erster Konkurrent für Gregoritsch.

 

Hoffenheim wird am Freitag das Spiel machen müssen und versuchen, das Augsburger Herzstück im Zentrum durch Aktionen von Avdullahu, Asllani oder Kramarić zu durchdringen. Diese kreativen Köpfe können ihre Mitspieler am ehesten in Szene setzen. Gelingt es, die Konterabsicherung stabil zu halten und die Standards des Gegners besser zu verteidigen, ist ein Erfolg möglich.

 

Wer wird in der Augsburger Puppenkiste die Fäden ziehen?

 

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