Zum Inhalt springen
Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©Getty/LigaInsider

Diese Spieler sind zu wenig im Fokus: Joel Fujita

In diesen Analysen stellen wir Spieler vor, die trotz starker Leistungen bisher zu wenig Beachtung gefunden haben.

 

Heute werfen wir einen genaueren Blick auf Joel Fujita vom FC St. Pauli. Der japanische Nationalspieler wechselte im Sommer von VV St. Truiden aus der belgischen Liga zu den Kiezkickern. Als vielseitiger Mittelfeldspieler deckt er alle zentralen Positionen von der Sechs bis zur Zehn ab. Besonders spannend ist sein Profil, das offensive Gefahr durch Chancenkreation mit defensiver Stärke durch Ballgewinne verbindet.

 

Offensive Stärke: Selten in ungefährlichen Bereichen aktiv

 

fujita_gefahrenanteile_2526.jpg

 

Schaut man auf die Topspieler der Liga in Sachen offensive Gefahr vor dem Abschluss, taucht Fujita erstmals weit oben auf. Auffällig ist, dass seine Werte deutlich gleichmäßiger verteilt sind als bei vielen anderen – ein klares Zeichen für sein breites Stärkenprofil. Mit 23 erfolgreichen Pässen in die gefährlichste Zone außerhalb des Strafraums (Zone 14), 28 Torschussvorlagen sowie 17 Dribblings und gezogenen Fouls in der roten Zone (innerhalb von 25 Metern vor dem gegnerischen Tor) liefert er ligaweit Spitzenwerte, die fast nur von den ganz großen Namen übertroffen werden.

 

 

fujita_fch_1.jpg

 

Um diese Gefahr in Kombination mit hoher Spielintelligenz und gutem Spielverständnis zu verdeutlichen, habe ich als Beispiel eine Szene aus dem Spiel gegen den 1. FC Heidenheim ausgewählt. Auf dem oberen Bild weist Fujita seinen Mitspieler auf den freien Raum in der Box hin, den er anläuft, und bekommt dort den Pass.

 

 

fujita_fch_2.jpg

 

Nun folgt der wichtigste Moment: Fujita täuscht durchs Anheben seines rechten Beines eine Bewegung in Richtung der Box vor, um den Pass zu James Sands hinter die Kette zu spielen. Selbst Sands glaubt, dass der Pass dort hingeht und startet in den freien Raum. Schaut man genauer hin, erkennt man allerdings, dass Fujitas Blick in die andere Richtung geht, denn in seinem Rücken sieht er den freien Martijn Kaars.

 

 

fujita_fch_3.jpg

 

Statt den Pass im ersten Kontakt mit rechts in die Tiefe zu spielen, nimmt er den Ball an und dreht sich entgegen seiner angezeigten Richtung. Durch diese Aktion lässt er drei Spieler aussteigen, Gimber fällt dabei fast zu Boden und zieht mit Niehues den vierten Spieler auf sich, wodurch Kaars in den freien Raum dahinter lossprinten kann.

 

 

fujita_fch_4.jpg

 

Fujita wartet bis Niehues nah genug an ihm ist und keinen Zugriff mehr auf Kaars hat und spielt dann die Pass durch die Schnittstelle in den Lauf des Stürmers, der wuchtig ins gegnerische Tor vollenden kann.

 

Defensive Zugriffe: Gute Positionierung und Antizipation

 

 

fujita_ballgewinne_2526.jpg

 

Auch bei Ballgewinnen durch das Aufsammeln zweiter Bälle, Interceptions und gewonnene Tacklings rangiert Fujita weit oben. Er holt sich viele zweite Bälle, ligaweit sogar die drittmeisten, was seine starke Positionierung unterstreicht. Dieses Stellungsspiel nutzt er geschickt, um Gegner vom Ball zu trennen – sei es durch das Abfangen von Pässen oder in direkten Zweikämpfen. Besonders seine Standhaftigkeit und sein tiefer Körperschwerpunkt helfen ihm dabei, ebenso wie offensiv bei gefährlichen Dribblings.

 

Modernes und gefragtes Stärkenprofil

 

 

fujita_aggregiert_2526.jpg

 

Diese Mischung aus offensiver Gefahr und defensiven Zugriffen ist besonders bei dominant auftretenden Teams beliebt, da im letzten Drittel durch viel Ballbesitz mehr Chancen entstehen und im Gegenpressing Bälle schnell zurückerobert werden. Vergleicht man beide Stärken, zeigen die Daten, dass ligaweit nur Angelo Stiller und Romano Schmid diese Qualitäten genau so gut miteinander vereinen.

 

Fazit

Bei seinem Team läuft es aktuell alles andere als gut, sodass er als Spieler nicht Woche für Woche im Rampenlicht steht, sondern eher das Gegenteil der Fall ist. Umso beeindruckender sind seine Leistungen aber im Endeffekt, da er diese hohe Qualität, auch innerhalb eines schwächeren Teams nachweist. Er ist damit nicht nur ein Spieler der zweifelsohne nächstes Jahr Bundesliga spielen sollte, sondern sich auch für höhere Aufgaben klar empfohlen hat in dieser Saison.

 

Was meint ihr? Welcher Bundesliga-Verein sollte im Sommer bei Fujita anklopfen?

 

 

Kommentare5

Diskutiere mit der Community über diesen Artikel.

Diskutiere mit der Community über diesen Artikel