©LigaInsider/Getty ImagesLynen-Ausfall: Ersatz und Prognose
Der SV Werder Bremen muss gegenwärtig auf eine zentrale Mannschaftsäule verzichten. Bekanntlich fällt Senne Lynen (27) wie schon am vergangenen Wochenende auch für das Duell mit dem VfL Wolfsburg aus. Wir wollen dazu hier unsere Einschätzung zur Ausfalldauer nachreichen und beleuchten seine Ersatzkandidaten.
Lynen laboriert an einem Muskelfaserriss in den Adduktoren. Werder-Trainer Daniel Thioune gab frisch zu Protokoll, dass eine Rückkehr in Richtung Heimspiel gegen RB Leipzig (4. April) das Ziel sei. Dank der zwischen den Partien liegenden Länderspielpause würde der defensive Mittelfeldspieler dann keine weitere Partie verpassen. Dass dieser Plan aufgeht, ist aber keineswegs gesichert.
Die kürzliche Erfahrung in der Personalie Karim Coulibaly hat noch mal untermauert, dass Bremens nach außen kommunizierten Prognosen durchaus optimistisch als realistisch ausfallen können. So wurde Coulibaly nach der im Februar erlittenen strukturellen Muskelverletzung seitens des Klubs fürs unmittelbar folgende Spiel als „fraglich“ bezeichnet. Tatsächlich verpasste er aber vier Partien. Bei der letzten stand Coulibaly zwar im Kader, jedoch nur als absolute Notoption, auf die letztlich nicht zurückgegriffen wurde. Hier hatten wir euch bereits zeigen und erklären können, dass die Verletzung durchaus länger zum Ausfall führen könnte.
Bei der Diagnose Muskelfaserriss in den Adduktoren zeigen unsere in den letzten Jahren gesammelten Daten eine durchschnittliche Ausfallzeit von 23 Tagen. Lynen ist seit ungefähr Mitte März verletzt, was demnach sein Comeback gegen Leipzig zum Wettlauf mit der Zeit machen könnte. Es bleibt genau zu beobachten, wie es in der Länderspielpause läuft. Auf viele Minuten direkt nach dieser Bundesliga-Unterbrechung sollte man zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt setzen.
Leonardo Bittencourt (32)

Der erste Ersatzkandidat ist klar ausgemacht. Leonardo Bittencourt ist bereits in der vergangenen Begegnung für Lynen eingesprungen und hat auch für Wolfsburg praktisch schon sein Startelfticket erhalten, vermutlich wie zuletzt in einer Drei-Mann-Zentrale, bei der aber Improvisation gefragt ist, da neben Lynen auch Jens Stage (gesperrt) ausfällt.
Zwar ging zuletzt mit Bittencourt das Heimspiel gegen Mainz 0:2 verloren, doch Thioune verortet die Gründe nicht vordergründig in dem Wirkungsbereich in der Zentrale. Vielmehr habe sein Team „zwischen den Sechzehnern den Gegner kontrolliert“, während an vorderster Front keine Gefahr erzeugt werden konnte. „Wir haben viel am Tor vorbeigeschossen.“ Eine Woche zuvor sei der 32-Jährige außerdem „maßgeblicher Faktor“ für den 4:1-Sieg gegen den 1. FC Union Berlin (Einwechslung in der Halbzeit) gewesen.
Patrice Čović (18)

Seit Langem schon gilt Patrice Čović als vielversprechende Option für die Zukunft. In der jüngeren Vergangenheit war seine sportliche Rolle aber eine untergeordnete. Thioune machte dem Youngster immerhin Hoffnung auf weitere Minuten, deutete aber fürs kommenden Spiel eher einen erneuten Bankplatz an – und das, obwohl durch Stages Ausfall ein weiterer Platz freigeworden ist.
Dennoch: Sollte die Lösung mit Bittencourt im Ergebnis ein weiteres Mal schiefgehen, würde Čović stärker in den Fokus rücken. Viele andere bewährte Möglichkeiten bleiben Werder in dem Bereich nicht.
Zurück zur Dreierkette?

Eine schon praktizierte Variante ist die einer Doppelsechs vor einer Dreierabwehrkette. Wegen Verletzungsproblemen in der Abwehr stand das zuletzt nicht mehr zur Debatte, aber allmählich bekommt Thioune wieder mehr Auswahl. Sollte Niklas Stark sich wieder stabilisieren und Amos Pieper (Fleischwunde am Knie) nach der Länderspielpause zurückkehren, könnte Bremens Coach eine Dreierkette aufbieten (Stark/Pieper, Friedl, Coulibaly) und hätte trotzdem noch einen Ersatz für die Innenverteidigung auf der Bank.
Im Mittelfeld könnte dann runterreduziert werden. Da Stage im Anschluss an die Länderspielpause wieder spielberechtigt ist, wäre zum Beispiel eine Variante wie im Auswärtsspiel gegen St. Pauli denkbar, als der Däne gemeinsam mit Cameron Puertas das Zentrum besetzte, während der aktuell verletzte Lynen wegen der Abwehrprobleme nach hinten gezogen wurde und somit auf seiner Stammposition fehlte.
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