
Wahi, Richter & Co.: Diese Leihen sollte man im Blick haben
Im ersten und zweiten Teil dieser Reihe haben wir bereits mehrere verliehene Spieler der Bundesligisten vorgestellt, deren Entwicklung mit Blick auf den Transfersommer 2026 besonders spannend ist. Viele von ihnen sammeln derzeit wichtige Spielpraxis bei ihren Leihklubs – und könnten schon bald wieder in den sportlichen Planungen ihrer Stammvereine auftauchen.
Auch im dritten Teil werfen wir einen Blick auf mehrere Personalien, bei denen im Sommer Entscheidungen anstehen dürften. Einige der Spieler könnten nach ihren Leihstationen eine neue Chance bei ihrem Stammverein erhalten, andere stehen möglicherweise vor einem dauerhaften Wechsel.
Elye Wahi (23)

Der bei Eintracht Frankfurt bis 2030 unter Vertrag stehende Elye Wahi spielt derzeit auf Leihbasis beim französischen Erstligisten OGC Nizza. Dort gelang ihm zunächst ein vielversprechender Start: In seinen ersten acht Einsätzen erzielte der Mittelstürmer drei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Anschließend wurde der Angreifer allerdings durch eine Knöchelverletzung ausgebremst und fehlt seit mehreren Wochen.
Bei Frankfurt verlief seine Zeit zuvor deutlich weniger erfolgreich. In 25 Pflichtspielen gelangen ihm lediglich ein Tor und drei Vorlagen, sodass sich die Verantwortlichen im Winter zu einer Leihe entschieden, um dem Angreifer wieder mehr Spielpraxis zu ermöglichen.
Eine Kaufoption enthält der Leihvertrag mit Nizza nicht. Dennoch könnte die Personalie im Sommer erneut Bewegung bekommen. Sollte Wahi nach seiner Verletzung wieder zu seiner Form finden, dürfte das Interesse aus Frankreich oder anderen europäischen Ligen durchaus wachsen.
Für Frankfurt stellt sich dabei auch eine wirtschaftliche Frage: Der Bundesligist hatte im Winter 2025 über 25 Millionen Euro für den französischen Mittelstürmer bezahlt und dürfte im Falle eines Verkaufs versuchen, zumindest einen größeren Teil dieser Investition wieder einzuspielen. Dies scheint auch die wahrscheinlichste Option zu sein, da man im Sturm nun ausreichend und qualitativ sehr gut besetzt ist und es für Wahi schwer wird, auf Spielzeit zu kommen.
Nahuel Noll (22)

Der bei der TSG Hoffenheim bis 2028 unter Vertrag stehende Nahuel Noll sammelt derzeit bei Hannover 96 wichtige Spielpraxis in der 2. Bundesliga. In der laufenden Saison kommt der Torhüter bislang auf 25 Einsätze, blieb achtmal ohne Gegentor und kassierte 32 Treffer. Seine Paradenquote liegt bei rund 69 Prozent.
Für Noll ist es bereits die zweite Leihstation nach einem Engagement bei der SpVgg Greuther Fürth. Seit seinem Wechsel in die Hoffenheimer Jugend im Jahr 2019 gilt der Keeper als ein interessantes Torwarttalent des Klubs. Vor seiner aktuellen Leihe verlängerte Hoffenheim seinen Vertrag bewusst bis 2028 – ein klares Zeichen, dass man perspektivisch weiterhin mit ihm plant.
Unter Hannover-Trainer Christian Titz ist Noll stark in das Aufbauspiel eingebunden und hat sich insbesondere im fußballerischen Bereich weiterentwickelt. Die Frage im Sommer wird daher sein, welche Rolle Hoffenheim ihm zutraut.
Mit Oliver Baumann steht zwar weiterhin ein erfahrener Stammkeeper im Tor, dessen Vertrag ebenfalls bis 2028 läuft. Gleichzeitig könnte Noll perspektivisch als möglicher Nachfolger aufgebaut werden – sofern er sich zunächst mit der Rolle als Nummer zwei hinter Baumann anfreunden würde. Seine Qualitäten bieten auch eine Weiterentwicklung für das gesamte Hoffenheimer Offensivspiel, dennoch liefert Baumann konstant gut ab.
Bambasé Conté (22)

Der bei der TSG Hoffenheim ausgebildete Bambasé Conté sammelt derzeit bei der SV 07 Elversberg wichtige Spielpraxis in der 2. Bundesliga. In bislang 21 Einsätzen gelangen dem Offensivspieler drei Tore und vier Vorlagen.
Conté steht seit 2018 bei Hoffenheim unter Vertrag und verlängerte vor seiner Leihe nach Elversberg noch einmal bis 2028. Der 22-Jährige kann auf beiden Flügeln sowie im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden, fühlt sich aber besonders im offensiven Halbraum wohl.
Seine Stärken liegen vor allem im Eins-gegen-eins: Rund 53 Prozent erfolgreiche Dribblings sowie über drei progressive Läufe pro 90 Minuten zeigen seine Dynamik mit dem Ball. Dazu kommen mehr als vier Ballkontakte pro Partie im gegnerischen Strafraum sowie rund 2,4 Abschlüsse pro 90 Minuten.
Für Hoffenheim könnte seine Entwicklung auch deshalb interessant werden, weil sich bereits in der vergangenen Saison mehrere Spieler über starke Leistungen in Elversberg für höhere Aufgaben empfehlen konnten. Muhammed Damar und Fisnik Asllani etwa rückten nach ihren Leihjahren in Elversberg stärker in den Fokus des Bundesligisten.
Trotzdem ist die Konkurrenz im Kader alles andere als gering. Bazoumana Touré, Alexander Prass, Cole Campbell, Muhammed Damar und Andrej Kramarić – die Liste der Positionskonkurrenten ist lang und qualitativ stark besetzt.
Eren Dinkçi (24)

Eren Dinkçi, der beim SC Freiburg unter Vertrag steht, spielt seit der Winterpause wieder beim 1. FC Heidenheim – jenem Klub, bei dem ihm zuvor bereits der Durchbruch im Profifußball gelungen war.
Beim SC Freiburg konnte sich der Offensivspieler in eineinhalb Jahren mit 36 Pflichtspielen (ein Tor, drei Vorlagen) nicht dauerhaft durchsetzen. Die erneute Leihe nach Heidenheim soll ihm vor allem wieder Spielzeit und Selbstvertrauen bringen.
Der Start ist gelungen: In den ersten sechs Einsätzen gelangen ihm bereits ein Tor und eine Vorlage. Zudem kommt er dort bereits jetzt auf mehr Spielminuten als in der gesamten Freiburger Hinrunde über Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal hinweg.
Mit einer Topgeschwindigkeit von über 36 km/h gehört der 1,88 Meter große Offensivspieler weiterhin zu den schnellsten Spielern der Bundesliga. Seine Dynamik bleibt damit ein außergewöhnliches Profil.
Im Sommer dürfte Freiburg die Situation neu bewerten müssen. Möglich erscheint sowohl ein neuer Anlauf im eigenen Kader als auch ein dauerhafter Wechsel – je nachdem, wie sich Dinkçi bis Saisonende bei Heidenheim präsentiert.
Marco Richter (28)

Der beim 1. FSV Mainz 05 bis 2027 unter Vertrag stehende Marco Richter spielt derzeit auf Leihbasis beim SV Darmstadt 98 und zeigt dort eine seiner statistisch stärksten Spielzeiten im Profifußball.
In bislang 20 Zweitligaspielen kommt der Flügelspieler auf zwei Tore und neun Vorlagen. Besonders auffällig ist dabei seine Kreativität im Offensivspiel: Mit rund 5,7 progressiven Pässen pro 90 Minuten gehört Richter zu den aktivsten Vorbereitern seines Teams.
Auch im Eins-gegen-eins überzeugt der Offensivspieler mit etwa 64 Prozent erfolgreichen Dribblings. Dazu kommen auffällig gute Defensivwerte, da Richter intensiv nach hinten arbeitet und viele Wege im Pressing geht.
Für Mainz könnte seine Entwicklung auch deshalb interessant werden, weil sich die Situation im offensiven Mittelfeld im Sommer verändern könnte. Sollten Spieler wie Nadiem Amiri oder Paul Nebel den Klub verlassen, könnte Richter bei seiner Rückkehr durchaus wieder an Bedeutung gewinnen.
Seine aktuelle Form bei Darmstadt liefert jedenfalls Argumente dafür, dass er sich für eine neue Chance bei Mainz empfehlen könnte.
Die drei Teile dieser Serie zeigen, wie unterschiedlich die Ausgangssituationen verliehener Spieler sein können. Während einige Talente über ihre Leihstationen den nächsten Schritt Richtung Bundesliga machen, stehen andere vor wichtigen Entscheidungen über ihre sportliche Zukunft.
Gerade im Transfersommer 2026 dürften daher mehrere dieser Personalien erneut in den Fokus rücken – sowohl in der Kaderplanung ihrer Stammvereine als auch auf dem Transfermarkt.
Welchem dieser fünf Leihspieler traut ihr im Sommer die größte Rolle bei seinem Stammverein zu?













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