Fokus: Hollerbach-Prognose und Ersatzkandidaten
Nach der Bestätigung der Verletzung von Benedict Hollerbach, wollen wir euch eine Einschätzung zur Dauer seiner Abwesenheit geben und beleuchten für euch die Kandidaten, die nach seiner Verletzung nun verstärkt in den Fokus rücken könnten.
Ein Riss der Achillessehne ist eine schwere Verletzung im Profisport. Als Verbindung zwischen dem Wadenmuskel und der Ferse, ist die Achillessehne essenziell für typische fußballerische Bewegungsmuster wie Sprinten und Springen. Zur Ausfalldauer ist eine durchschnittliche Zeitangabe zwar möglich, allerdings kaum sinnvoll aufgrund der großen Unterschiede, die immer wieder im Heilungsverlauf zu beachten sind.
Grundsätzlich kann man aber prognostizieren, dass eine mehrmonatige Ausfallzeit normal und damit auch die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Hollerbach während dieser Saison nicht mehr spielen kann. In der Bundesliga konnte man zuletzt gut erkennen, weshalb eine Prognose kaum möglich ist bei dieser speziellen Verletzung. Martin Terrier konnte nach seiner Verletzung bereits nach guten neun Monaten sein Comeback auf dem Platz feiern. Benjamin Henrichs benötigte hingegen für sein Comeback knapp über zwölf Monate. Der ehemalige BVB-Profi Axel Witsel benötigte 2021 nur rund fünf Monate für seine Rückkehr.
Was glaubt ihr? Wer könnte Hollerbachs Stammplatz einnehmen und reicht die Qualität im Mainz-Kader aus, um seinen Ausfall zu kompensieren?
Im Fokus ist natürlich ein Spieler mit ähnlichem Profil. Es geht primär um eine Anspielbarkeit im Raum hinter der gegnerischen Kette. Um diesen häufig zu belaufen, benötigt der Spieler entsprechende athletische Fähigkeiten und Ausdauer. Es geht also sowohl um Antritt, als auch Endgeschwindigkeit und das nötige Stamina, diese Qualität auch über den Großteil eines Spiels zu bringen. Gleichzeitig muss der Spieler eine hohe Aktivität gegen den Ball auf den Platz bringen.
Folgende Spieler sind im Mainzer Kader zu berücksichtigen: Silas, Sheraldo Becker, Armindo Sieb, Nelson Weiper, Paul Nebel und William Bøving.
Silas ist die erste, logische Alternative, aufgrund des ähnlichen Profils. Seine athletischen Fähigkeiten sind hervorragend. Sein Antritt ist sehr gut und auch seine Endgeschwindigkeit hat Werte über 36 km/h erreicht in den letzten Jahren. Sein Problem liegt in der Arbeit gegen den Ball, die in den letzten Saisons konstant durchschnittlich bis unterdurchschnittlich war. Dazu kommt: Sein Fitnesszustand ist zwar besser geworden in den letzten Jahren, allerdings kann man häufig beobachten, dass er nach ca. 2/3 der Spielzeit ausgewechselt werden muss. Bei ihm ist besonders auch die Komponente als Einwechslung von der Bank sehr interessant.
Becker ist Fischers ehemaliger Schützling. In der athletischen Komponente steht er Silas in nichts nach. Nach seinem Wechsel in die spanische Liga, hatte er Mühe an seine Bundesliga-Leistungen anzuknüpfen. Die Arbeit gegen den Ball ist ähnlich wie bei Silas einzuordnen. Einen deutlichen Vorteil bringt er aber mit: Seine Flankenqualität. Diese ist seit Jahren konstant gut und wichtig für seinen Sturmpartner Tietz, der genau diese Bälle benötigt.
Sieb konnten wir mehrfach beobachten bei Mainz. Abgesehen davon, dass die Nullfünfer im Winter bereit waren, ihn ziehen zu lassen, konnte man zudem in Frage stellen, wie geeignet er für die Funktion in der Doppelspitze ist, die er nicht besonders häufig gespielt hat und auch ansonsten kein klassischer Tiefenläufer ist. Ihm fehlen sowohl Geschwindigkeit als auch Durchhaltevermögen. Seine Qualität liegt eher im engen Raum, mit dem Ball am Fuß.
Bøving sollte normalerweise ein sehr interessanter Kandidat sein. Er hat viel Erfahrung in der Doppelspitze aus seiner Zeit in Graz. Seine Athletik kann nicht mit der von Silas oder Becker mithalten ist aber keinesfalls schlecht. In der Tiefe kann er eingesetzt werden, aber dort liegt nicht primär seine Stärke. Diese liegt klar in seiner Fähigkeit, Tore vorzubereiten. Er könnte sowohl über Pässe als auch sehr gute Flanken seinen Partner Tietz regelmäßig gefährlich in der Box einsetzen. Dazu kommt sein großer Trumpf: Die Pressing- und Laufarbeit gegen den Ball. Diese ist bei ihm besonders gut und bringt einen klaren Vorteil gegenüber Silas und Becker. Bisher hat er aber nur wenig Chancen in Mainz erhalten.
Weiper hat eine Menge Potenzial aber stolpert häufig an verschiedenen Hürden. Sein Profil passt allerdings ohnehin nicht auf die gesuchten Eigenschaften. Ihn könnte man eher als Tietz-Backup betrachten.
Nebel wäre eine unorthodoxe Lösung, da er normalerweise mehr im Mittelfeld unterwegs ist. Nichtsdestotrotz bringt auch er eine gewisse Athletik mit, die ihn befähigt, in der Tiefe hin und wieder anspielbar zu sein. Dazu bringt er hervorragende Fähigkeiten in der Chancenerzeugung mit und könnte bei einer gegnerischen Abwehrkette für viel Verwirrung sorgen, was beides Tietz zu gute kommen könnte. Auch er arbeitet emsig gegen den Ball.
Im Fokus stehen Silas und Becker, da sie als Option am besten in Plan A von Fischer passen. Beide haben aber Probleme mit der Arbeit gegen den Ball. Becker könnte aufgrund seiner Flankenqualität mittelfristig bessere Chancen haben. Silas könnte zudem eine sehr gute Joker-Option sein sowohl bei Führung zwecks Entlastung als auch bei Rückstand für frische Gefahr, wenngleich die Tiefenräume dann begrenzter sind.
Außer Acht lassen sollten man zudem Bøving und Nebel nicht. Sie bieten einen klaren Plan B und trotzdem wäre die Tiefe nicht komplett vernachlässigt. In Spielen, wo einerseits eine erhöhte Arbeit gegen den Ball erforderlich ist, könnten sie gefragt sein. Genauso in Spielen, in denen mehr spielerische Lösungen notwendig sind, und der Weg in die Tiefe häufig zu selten vorhanden ist.





Nächste Spiele
Leichtes ProgrammØ Liga 15,6
Basis: Vorsaison






















Kommentare5
Diskutiere mit der Community über diesen Artikel