©Getty/LigaInsiderWird Frankfurt das deutsche Barcelona?
Die Bundesliga erlebt aktuell eine neue Generation junger Spieler, die an die Tür zum Profifußball klopfen. Cassiano Kiala und David Santos Daiber (FC Bayern), Jeremiah Mensah und Montrell Culbreath (Leverkusen), Fousseny Doumbia (Frankfurt), Kacper Potulski (Mainz), Wael Mohya und Jan Urbich (Gladbach), Nick Schmidt (St. Pauli), Precious Benjamin (Hoffenheim) sowie Adam Kölle, Yannik Wagner, Nick Rothweiler und Tobias Weigel (Heidenheim) standen in dieser Saison bereits im Bundesliga-Aufgebot – einige durften sogar erste Minuten sammeln.
Auch wenn viele dieser Spieler bisher „nur“ im Kader saßen, ist das ein bedeutender Schritt. Eine Nominierung zeigt, dass sie im Blickfeld der Trainer stehen und der Sprung nach oben greifbar ist.
Mit unserer neuen Serie „Bundesliga Future Stars“ wollen wir genau das bieten: Wir stellen regelmäßig Nachwuchsspieler vor, die noch unterhalb der Profikader agieren, dort aber in absehbarer Zeit auftauchen könnten.

In Frankfurt wächst derzeit ein Stürmer heran, der vom Profil her stark an Jonathan Burkardt erinnert: Alexander Staff, 17 Jahre jung, gilt als eines der größten Versprechen im deutschen Nachwuchsfußball. In der U19-Bundesliga kommt er auf neun Spiele, sieben Tore und vier Vorlagen, dazu zwei Tore und zwei Assists in drei Youth-League-Partien.
Staff überzeugt mit exzellentem Timing, Abschlussinstinkt und einer bemerkenswerten Reife für sein Alter. Wie Burkardt versteht er es, sich im Strafraum clever freizulaufen, Räume zu antizipieren und Mitspieler über präzises Link-up-Play einzubinden. Sein Abschluss ist variabel – ob per Kopf, mit links oder rechts – und er nutzt seine Physis geschickt, um sich gegen Gegenspieler zu behaupten. Seine Zahlen unterstreichen diesen Eindruck: 4,12 Schüsse pro Partie (Top 9% aller Stürmer in der U19 Bundesliga), eine Dribbling-Erfolgsquote von 50 Prozent und fast 5 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum pro 90 Minuten verdeutlichen, wie konstant er Gefahr ausstrahlt.
Im Sommer erhielt Staff als erster Spieler aus dem Frankfurter Nachwuchsleistungszentrum die Fritz-Walter-Medaille in Gold (vor Bayerns Lennart Karl, der Silber holte) – ein Meilenstein für die Eintracht, deren Nachwuchsarbeit derzeit enorme Fortschritte macht. Mit vier Spielern im deutschen U17-WM-Kader gehört die Frankfurter Akademie inzwischen zur nationalen Spitze. In der Summe entsteht das Bild eines Vereins, der nicht nur punktuell Talente hervorbringt, sondern nachhaltig Strukturen für Spitzenausbildung schafft – ein Weg, der Frankfurt langfristig zu einer Art „deutschem Barcelona“ machen könnte.

Sieben Tore und drei Vorlagen in 13 Drittliga-Partien – Ayoube Amaimouni-Echghouyab hat sich in kurzer Zeit ins Schaufenster gespielt. Der marokkanisch-spanische Flügelspieler kam 2024 von der SpVgg Erkenschwick nach Sinsheim und war schon letzte Saison mit 16 Scorerpunkten am Aufstieg der TSG-Reserve beteiligt.
Amaimouni-Echghouyab überzeugt mit explosivem Dribbling, enger Ballführung und hohem Tempo. Er kann außen sowohl zur Grundlinie gehen als auch invers agieren und bleibt dabei technisch sehr sauber. Mit 7,32 defensiven Aktionen pro 90 Minuten (Top 5% auf seiner Position), 3,75 progressive Carries (Bestwert in der 3. Liga) und 4,46 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum (ebenfalls Top 5%) zeigt er, wie aktiv und vielseitig er agiert. Seine hohe Pass- und Flankenquote belegt, dass er im letzten Drittel meist die richtige Entscheidung trifft.
Als Linksfuß auf der rechten Seite interpretiert er seine Rolle ähnlich wie Michael Olise: dribbelstark, spielstark, mit Zug nach innen und gutem Kombinationsspiel. Im Vergleich zu Hoffenheims Flügelspieler Bazoumana Touré bringt Echghouyab ähnliche Intensität, jedoch mehr Balance in der Entscheidungsfindung – weniger klassisches Flügelspiel mit Tempo zur Grundlinie, mehr Inversität im letzten Drittel.
Laut Medienberichten sollen unter anderem Leverkusen, Brügge und Como den 20-Jährigen beobachten. Sein Vertrag läuft im Sommer aus – ein Faktor, der seine Zukunft in Hoffenheim zusätzlich spannend macht.

Mit Elias Vali Fard wächst bei Borussia Mönchengladbach eines der interessantesten Abwehrtalente Deutschlands heran. Der 17-Jährige erhielt in diesem Jahr die Fritz-Walter-Medaille in Bronze und wird mit der deutschen U17-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Katar (3. bis 27. November 2025) teilnehmen.
Vali Fard besticht durch Ruhe und Übersicht am Ball, kombiniert mit hoher Mobilität und gutem Timing im Zweikampf. Er verteidigt Räume vorausschauend, positioniert sich klug und spielt mit Selbstvertrauen nach vorne. Seine Zahlen belegen das: 80 Prozent gewonnene Luftduelle (Platz 1 aller Innenverteidiger in der U19 Bundesliga), 10,85 progressive Pässe pro 90 Minuten (Top 20%) und ein konstant hohes Defensivpensum mit vielen Blocks, Tackles und Interceptions.
Auch im Training der Profis durfte der Innenverteidiger bereits reinschnuppern – ein Hinweis darauf, dass er im Verein bereits genau beobachtet wird. Mit seiner Mischung aus Ballkontrolle, Antizipation und Spielintelligenz bringt Vali Fard ein rundes Gesamtpaket mit, das ihn mittelfristig zu einer ernsthaften Option im Borussia-Kader machen könnte.
Das waren die ersten drei Gesichter unserer neuen Serie „Bundesliga Future Stars“ – Spieler, die noch unterhalb der Profikader agieren, dort aber schon bald auftauchen könnten.
Wenn euch das Format gefällt, folgen künftig regelmäßig neue Ausgaben mit weiteren Talenten, die kurz vor dem Sprung in den Profibereich stehen. Ziel ist es, euch frühzeitig mit Spielern vertraut zu machen, die schon bald die Bundesliga bereichern – und vielleicht auch für Managerspiele spannend werden könnten.
























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