Miro Muheim hat sich beim Hamburger SV eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit seinem entscheidenden Treffer gegen den VfB Stuttgart avancierte der in der Hierarchie zurückgefallene Profi zum zweiten Mal hintereinander zum Matchwinner und zeigte abermals, dass er mit seiner neuen Situation beim HSV bisher gut umgeht.
Der Schweizer hatte erst in der vergangenen Woche gegen die TSG Hoffenheim sein Pflichtspielcomeback nach einem Sommer ohne richtige Vorbereitung und zuletzt rund vierwöchiger Verletzungspause gefeiert, stand nun beim 1:0-Heimsieg wieder und sogar über die vollen 90 Minuten auf dem Platz.
HSV-Trainer Merlin Polzin zeigte sich nach der Partie begeistert: „Absolut genial, wie er das Spiel für uns entschieden hat.“ Gleichzeitig erinnerte der Coach daran, dass Muheim nach seiner WM-Teilnahme und der anschließenden Verletzung keinen einfachen Saisonstart erlebt hatte.
Auch die Rolle innerhalb der Mannschaft hat sich für den in der Vorsaison auf der linken Außenbahn gesetzten Fußballer verändert. „Wir haben uns bewusst entschieden, dass wir die Schienen anders besetzen und über mehr Intensität kommen wollen“, erklärte Polzin. Muheim ist nicht unbedingt der Spieler, der die Bahn rauf- und runterrennt. Seine Qualität kommt eher in Ballbesitz zum Tragen. Unterm Strich galt der 28-Jährige zu Saisonbeginn als Linksverteidiger Nummer drei hinter Neuzugang David Møller Wolfe und Nachwuchstalent Louis Lemke.
Besonders positiv bewertete der Trainer, wie sich Muheim in der Situation präsentiert hat. „Ihm ist es in den letzten Wochen gut gelungen, seine neue Rolle anzunehmen, insbesondere durch seine Haltung. Er hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt, nicht lamentiert“, lobte der Coach. Als ihn vor allem ein Engpass im Mittelfeldzentrum schließlich ins Team spülte, lieferte er gleich ab.
Trotz seiner jüngsten Erfolgserlebnisse könnte Muheim allerdings schon im kommenden Spiel gegen den SC Paderborn wieder auf der Bank landen, wie auch das Hamburger Abendblatt anmerkt.
Der zuletzt ausgefallene Sambi Lokonga wird bei rechtzeitiger Genesung ins zentrale Mittelfeld zurückkehren. Dort hatte Muheim gegen Stuttgart ausgeholfen. Auch auf seiner angestammten linken Schienenposition liegt die Konkurrenz vorne, während auf den offensiveren Positionen Albert Grønbæk nach Verletzungspause zurück ist und – sofern er wieder startfähig ist – damit eine weitere Tür versperrt.
Es bleibt offen, wo Muheim künftig unterkommen soll. Trotz seiner beiden entscheidenden Treffer innerhalb von acht Tagen ist ein Startelfplatz somit keineswegs garantiert. Polzin betonte dennoch: „Es ist eine ganz tolle Phase für ihn.“ Der HSV wolle Muheim weiterhin bestmöglich unterstützen, damit er der Mannschaft auch in den kommenden Wochen mit solchen Leistungen helfen könne.
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