©Getty/LigaInsiderBackhaus: Darum wird ein Torwart zum Rekordtransfer
Der SC Freiburg hat den Wechsel von Mio Backhaus offiziell perfekt gemacht. Der 22-jährige Torwart kommt von Werder Bremen in den Breisgau und soll künftig die Nachfolge von Noah Atubolu antreten, dessen Abschied sich zuletzt bereits angedeutet hatte.
Zur möglichen Ablöse gibt es verschiedene Angaben von u. a. Sky, BILD und kicker und Deichstube. So soll eine Basisablöse von 12–15 Mio. im Raum stehen, mit möglichen Boni von bis zu 3 Mio. Damit ist der U21-Nationalkeeper der teuerste Torwart der Freiburger Vereinsgeschichte. Auch Werder Bremen kassierte bislang noch nie mehr Geld für einen Schlussmann.
Im Gegenzug deutet vieles darauf hin, dass Freiburg bei einem Atubolu-Verkauf ebenfalls hohe Einnahmen erzielen dürfte. Dem Vernehmen nach liegt die Ablöseforderung für den bisherigen Stammkeeper bei 20 Millionen Euro.

Für Freiburg war der Wechsel damit nicht nur sportlich hochinteressant, sondern auch wirtschaftlich ein bemerkenswert starker Deal. Trotz der Rekordablöse für Backhaus könnten die Breisgauer durch einen Atubolu-Abgang sogar mit einem kleinen Plus aus dem Deal hervorgehen und haben wieder einen Torwart, der auch noch viel wirtschaftliches Potenzial nach oben hat.
Vor allem aber ist Freiburg davon überzeugt, mit Backhaus sofort wieder hohe Qualität zwischen die Pfosten zu bekommen. Der Werder-Keeper gilt als extrem modernes Torwartprofil: agil, mutig im Herauslaufen, stark im Eins-gegen-eins und auffällig sicher mit dem Ball am Fuß. Zudem machte er wenige Fehler und seine Entwicklung über die Saison war kontinuierlich positiv.
Die Zahlen aus der vergangenen Bundesliga-Saison untermauern diesen Eindruck. Zwar kamen beide Keeper nahezu auf identische Werte bei Paraden und Paradenquote, doch Backhaus überzeugte insbesondere beim aktiven Verteidigen außerhalb des Strafraums sowie im Aufbauspiel.
So fing der Bremer deutlich mehr hohe Bälle ab, war erfolgreicher im Herauslaufen und spielte zudem die klar bessere Passquote. Gerade der letzte Punkt dürfte für den SC Freiburg enorm wichtig sein, weil der Klub seit Jahren großen Wert auf sauberen Spielaufbau und pressingresistente Lösungen legt. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass Backhaus zwei Spiele weniger als Atubolu absolviert hat und trotzdem überwiegend bessere Werte vorweist.
Besonders bemerkenswert: Backhaus kommt bislang erst auf eine komplette Bundesliga-Saison als Stammkeeper – wirkt in vielen Bereichen aber bereits weiter als Atubolu nach dessen längerer Zeit als Freiburger Nummer eins.
Atubolu hatte sich nach anfänglichen Unsicherheiten gut entwickelt und sich zuletzt sogar bis in die deutsche A-Nationalmannschaft gespielt. Dennoch war Freiburg nun bereit, den nächsten Entwicklungsschritt auf der Torwartposition einzuleiten.
Backhaus bringt dabei nicht nur sportliche Qualität mit, sondern auch eine klare Karriereplanung. Trotz Interesses größerer Klubs, u. a. aus der Premier League und Serie A, soll sich der U21-Nationalkeeper bewusst gegen den ganz großen Schritt entschieden haben, um sich weiter Stück für Stück entwickeln zu können.

Die kommenden Monate könnten damit nicht nur für Freiburg, sondern auch mit Blick auf die Zukunft des deutschen Nationalteams interessant werden.
Im deutschen Torwarttalente-Pool gehört Backhaus mittlerweile zur absoluten Spitzengruppe. Zuletzt setzte er sich in der U21 sogar gegen Dennis Seimen vom VfB Stuttgart durch. Parallel konkurriert er perspektivisch unter anderem mit Atubolu und Jonas Urbig um eine langfristige Rolle im DFB-Team. Nach der diesjährigen WM wird es im deutschen Tor einen Umbruch geben, und mehrere Spieler dürfen sich berechtigte Hoffnungen machen. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Backhaus nicht sofort den großen Schritt wagt, sondern sich lieber im bewährten Freiburger Ausbildungsumfeld weiterentwickelt und in Deutschland auf sich aufmerksam macht.
Hinzu kommt eine weitere Besonderheit: Aufgrund seiner Vergangenheit in Japan steht bei Backhaus perspektivisch auch die Entscheidung zwischen einer Karriere für Deutschland oder Japan im Raum. Noch wäre ein Verbandswechsel möglich. Hier wird der DFB im Zweifel genau prüfen, ob er diese Qualität tatsächlich gehen lassen will.
Klar ist jedenfalls schon jetzt: Freiburg könnte mit dem vollzogenen Wechsel erneut beweisen, warum der Klub seit Jahren zu den klügsten und nachhaltigsten Entscheidern der Bundesliga gehört – sportlich wie wirtschaftlich.
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