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Der 1. FC Union Berlin hat sein Mittelfeld mit Michel Aebischer verstärkt. Für den 29-jährigen Schweizer Nationalspieler überweisen die Köpenicker dem Vernehmen nach eine Ablösesumme von rund 3,5 Millionen Euro an den italienischen Klub Pisa SC. Bei den Eisernen erhält Cheftrainer Mauro Lustrinelli damit seinen erklärten Wunschspieler fürs Zentrum, wie BILD berichtet.

 

Aebischer bringt reichlich Erfahrung aus über 300 Profispielen, darunter 102 Pflichtspielen für den Bologna FC, sowie Einsätzen bei den Weltmeisterschaften 2022 und 2026 für die Schweiz mit. Er soll die Kreativität des Bundesligisten stärken. Unklar ist dabei noch, ob Lustrinelli künftig mit zwei oder drei zentralen Mittelfeldspielern agieren lässt.

 

Stärken im Passspiel und bei zweiten Bällen

Ein Blick auf die Daten unterstreicht die Qualitäten des Schweizers im Ballbesitz: Aebischer überzeugt als ballsicherer Akteur mit hoher Passpräzision (40 erfolgreiche Pässe pro 90 Minuten). Besonders bei Pässen ins letzte Drittel (7 pro Spiel) und beim Kreieren von Großchancen gehörte er zur Spitzengruppe der Serie A in der vergangenen Saison.

 

Eigene Torgefahr strahlt er dagegen seltener aus: In Bologna gelang ihm nur ein eigener Treffer. Auch seine zwei gesammelten Assists und die Torgefahr während seiner Zeit in Pisa sind kaum erwähnenswert, während er in 194 Spielen für die Young Boys Bern zuvor starke 50 Torbeteiligungen vorweisen konnte.

 

Gegen den Ball sticht vor allem sein Gespür für zweite Bälle (79. Perzentil) heraus, während Tacklings oder Klärungsaktionen seltener zu seinen bevorzugten Mitteln gehören.

 

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Rolle unter Lustrinelli

Unter Lustrinelli, der bereits beim FC Thun auf genau diesen laufstarken und variablen Spielertypen setzte, dürfte Aebischer eine tragende Rolle einnehmen. Taktisch bietet er eine gewisse Flexibilität: Denkbar ist sowohl ein Einsatz im Zentrum an der Seite von Aljoscha Kemlein als auch auf der Halbposition (rechter Achter/rechtes Mittelfeld). Dadurch lässt sich im 4-4-2 oder 4-3-3 eine asymmetrische Mittelfeldreihe – etwa mit Livan Burcu auf der linken Außenbahn und Rani Khedira als zentraler Absicherung – formieren.

 

Fantasy-Manager dürfen kaum von einem Steal träumen: Aebischer kann wegen seiner Ballsicherheit, seinen Pässen ins Angriffsdrittel und der Passquote zwar ein solider Punktelieferant sein. Ausreißer nach oben dürften aber die Ausnahme bleiben. Der Schweizer wird eher dafür zuständig sein, die Angriffe der Eisernen ins letzte Drittel zu bringen, ohne dort selbst allzu häufig zum Abschluss zu kommen.

 

Unsere Prognose der erwarteten Spielzeit: Aebischer erreicht rund 2.000 bis 2.400 von 3.000 möglichen Bundesliga-Spielminuten.

 

Hinweis: Die Spielzeit ist abhängig von Sperren, Verletzungen, Mehrfachbelastung usw. – die Mehrfachbelastung der Vereine versuche ich ungefähr mit einzukalkulieren. Die ungefähre Maximalspielzeit pro Ligasaison liegt bei ca. 3000 Minuten. Diese hat bspw. Patrick Mainka erreicht, der weder gesperrt noch verletzt war und auch keine europäischen Wettbewerbe gespielt hat. Zum Vergleich liegen Spieler wie Dayot Upamecano oder Jonathan Tah bei rund 1700–2000 Spielminuten und gelten dennoch als Stammspieler. Die Prognose der Spielzeit gilt deshalb als Anhaltspunkt für euch, um besser zu verstehen, welche Rolle ich einem neuen Spieler in seinem Verein zutraue.

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