Alajbegović: Zu gut für Österreich – Spielzeit ist Pflicht
Gestern noch die bosnische Nationalmannschaft mit dem entscheidenden Elfmeter in die letzte Runde der WM-Play-offs geschossen und zuvor den Assist für Edin Džeko geliefert, der das Elfmeterschießen überhaupt erst möglich machte – und heute die offizielle verkündete Rückkehr zum Jugendverein Bayer 04 Leverkusen. Kerim Alajbegović kehrt mit starken Leistungen und klarer Ansage zur Werkself zurück: Er möchte viel Spielzeit.
Und die kann er auch völlig zu Recht verlangen. Seine Saison in Österreich beim FC Red Bull Salzburg war herausragend. Mit gerade einmal 18 Jahren beweist er, dass er auf Herren-Niveau nicht nur mithalten, sondern sogar überragen kann. Der nächste logische Schritt ist daher eine Top-5-Liga, und wie bekannt, sieht Leverkusen das genauso und zog die Rückkaufoption in Höhe von (laut Medien) 8 Millionen Euro.
Der beidfüßige Offensivspieler kommt primär am linken Flügel zum Einsatz, könnte aber auch im zentral-offensiven Mittelfeld sowie auf der rechten Seite eingesetzt werden. Je nach Leverkusener System in der nächsten Saison gibt es also zwei, drei Positionen, auf denen er agieren könnte. Seine aktuellen Konkurrenten wären primär Ernest Poku, Martin Terrier, Malik Tillman, Ibrahim Maza und Nathan Tella. Nicht zu vergessen sind aber auch Routinier Jonas Hofmann und Talent Eliesse Ben Seghir, auch wenn beide aus unterschiedlichen Gründen zuletzt weniger relevant waren.
Vor allem Poku könnte sein ärgster Konkurrent werden. Wir haben beide miteinander verglichen und wollen euch zeigen, inwiefern sie sich unterscheiden und welche Potenziale das mit sich bringt.

Hinweis: Die direkte Vergleichbarkeit ist nur bedingt möglich, da die statistischen Werte jeweils im Positionsvergleich innerhalb der jeweiligen Liga dargestellt werden. Ziel ist es vor allem, euch die unterschiedlichen Spielerprofile sowie deren Stärken und Schwächen zu präsentieren.
Im Radar-Chart wird das deutlich breitere Profil des jungen Bosniers sichtbar. Während beide bei typischen Flügelqualitäten wie Läufen, Dribblings und Vorbereitungen ähnlich stark sind, bringt Alajbegović zusätzlich Stärken im Pass- und Flankenspiel, eine höhere Torgefahr durch Abschlüsse sowie möglicherweise bessere Defensivqualitäten mit einigen Wiedereroberungen und Ballgewinnen mit. Gerade hier zeigt Poku eher Schwächen. Alajbegovićs Profil bietet damit mehr Variabilität, was ihn besonders interessant für die Startelf macht. Allerdings würde in der Chancenerzeugung etwas fehlen, denn vor allem die sogenannten „second assists“, also die vorletzte Aktion vor einem Tor, sind eine Spezialität von Poku. Alajbegović hingegen glänzt eher in den letzten Aktionen oder im Abschluss und sucht gezielt entsprechende Positionen. Daher könnte ein gemeinsamer Einsatz beider Spieler immer wieder eine spannende Option sein.
Unser Talent-Experte Fadi hat den Spieler in den letzten Jahren genau beobachtet und schätzt seine Lage so ein: „Ich denke, er könnte bereits eine wichtige Rolle übernehmen, gerne auch mal von Anfang an. Mit seiner starken Abschlussqualität aus der Distanz bringt er ein zusätzliches Element ins Spiel. Am besten setzt man ihn halblinks oder links ein.“
Wer könnte sich kommende Saison halblinks eher als Stammkraft etablieren?
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