©LigaInsider/Getty ImagesGotō-Transfer: Der japanische Marvin Ducksch
Der SC Freiburg bedient sich erneut in Belgien und holt mit Keisuke Gotō nach Rihito Yamamoto den nächsten Japaner, der abgelaufene Saison bei der VV St. Truiden spielte. Der Stürmer war vom RSC Anderlecht ausgeliehen und hat nun eine neue feste sportliche Heimat im Schwarzwald gefunden. Während die Breisgauer über die genaue Vertragslaufzeit Stillschweigen bewahren, soll die fällige Ablösesumme laut Medianangeben bei 10 bis 11 Millionen Euro liegen.
Die Freiburger setzen damit ihren klaren Weg fort, vielversprechende Talente mit hohem Entwicklungspotenzial im europäischen Ausland aufzuspüren. Wir blicken detailliert auf das Profil des Neuzugangs, analysieren seine statistischen Stärken sowie Schwächen im Vergleich zur internen Konkurrenz und beleuchten seine geplante Rolle im Freiburger System.
Keisuke Gotōs Spielweise offenbart das Profil eines hochinteressanten Angreifers, der sich vor allem durch eine ausgewogene Balance zwischen dem eigenen Torabschluss und dem Schaffen von Gelegenheiten für seine Nebenleute auszeichnet. Mit 13 Toren und acht Vorlagen in 40 Pflichtspielen bewies er in der abgelaufenen Saison ein Gespür für Torgefahr. Er bewegt sich clever in den Räumen und nutzt seine Torchancen optimal aus.

Was Gotō für ein modernes Spielsystem besonders wertvoll macht, ist sein ausgeprägter Blick für den Mitspieler. Mit durchschnittlich 1,0 Torschussvorlagen pro 90 Minuten unterstreicht er seine Qualität, Angriffe nicht nur zu vollenden, sondern sie auch effektiv einzuleiten. Zudem ist er 1,91 Meter groß und strahlt damit eine Präsenz im Strafraum aus. Vom Spielertyp erinnert der Japaner in vielen Facetten an Marvin Ducksch, den man bestens aus seiner Bundesliga-Zeit beim SV Werder Bremen kennt – ein Stürmer, der gerne am Kombinationsspiel teilnimmt und mit dem Kopf nach oben agiert.
Allerdings offenbart sein Spiel noch eine ganz klare Baustelle: Gotō tut sich mit dem vorwärts gerichteten Dribbling enorm schwer. Er meidet das direkte Eins-gegen-eins mit den Verteidigern fast komplett und verlässt sich stattdessen lieber auf Doppelpässe oder gezielte Steilpässe. Wenn er seinem Spiel in der Bundesliga mehr Abwechslung und Unberechenbarkeit verleihen will, wird die Verbesserung seiner Vorstöße mit dem Ball am Fuß ein entscheidender Faktor sein.
Um zu sehen, wo Gotō aktuell steht, lohnt sich der direkte Quervergleich mit Igor Matanović, der in der vergangenen Spielzeit die Position des Hauptstürmers im Breisgau bekleidete und folglich sein primärer Mitstreiter im Kampf um den Platz in der Spitze sein wird.
Beim Blick auf die Daten muss zwingend berücksichtigt werden, dass Matanović seine Werte im deutlich anspruchsvolleren Oberhaus der Bundesliga gesammelt hat, während Gotōs Zahlen auf dem Niveau der belgischen Liga basieren.
Beim reinen Torriecher agiert Gotō bereits auf einem guten Niveau, muss sich in Sachen Abschlussstärke aber klar dem exzellenten Wert von Matanović geschlagen geben. Das spiegelt sich auch bei den Expected Goals (xG) und den tatsächlichen Torschüssen wider: Während der Kroate hier herausragend abschneidet und enorm viel Gefahr ausstrahlt, bewegt sich Gotō bei den Abschlüssen in einem soliden Mittelfeld, obgleich sein xG-Wert im guten Bereich liegt. Den Spieß komplett umdrehen kann der Japaner hingegen beim Blick auf die Torvorlagen, wo er ein starkes Niveau aufweist und Matanović, der sich hier im ordentlichen Durchschnitt einpendelt, überflügelt. Beim Kreieren von handfesten Großchancen agiert der Neuzugang gut und legt leicht bessere Werte an den Tag als der physischere Matanović. Bei den reinen Torschussvorlagen hingegen hat der etablierte Bundesligist ein leichtes Plus auf seiner Seite.
Der auffälligste und gravierendste Unterschied liegt jedoch in der Dynamik und der physischen Präsenz. Bei den Dribblings schneidet Matanović zwar ausbaufähig ab, lässt Gotō in dieser Kategorie jedoch hinter sich – die Dribbelstärke des Japaners ist statistisch gesehen schwach und verbesserungswürdig. Gegen den Ball ist der Neuzugang der Physis von Matanović klar ünterlegen. Der Kroate gilt mit seinen exzellenten Werten sowohl in der Luft als auch am Boden als Zweikampfmonster. Gotō hingegen kann im Luftzweikampf zwar noch ein gutes Niveau vorweisen, fällt in den Bodenzweikämpfen aber in einen unauffälligen Bereich ab.
Die Analyse zeigt, dass beide Angreifer in einigen grundlegenden Belangen durchaus ähnliche Ansätze verfolgen, Gotō jedoch seine klaren Vorzüge im direkten Kombinationsspiel und Festmachen von Bällen für nachrückende Mittelfeldspieler besitzt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich der 21-Jährige im Breisgau nicht sofort durchsetzen wird. Die Freiburger Verantwortlichen werden dem Neuzugang einiges an Eingewöhnungszeit zugestehen, um sich an die Bundesliga anzupassen. Mit seiner spielerischen Komponente könnte er im Laufe der Saison aber durchaus zu einer gefährlichen Alternative heranreifen.
Dass der SCF im Sturmzentrum nachlegen wollte, hat auch personelle Gründe im Hinblick auf den restlichen Kader. Lucas Höler, der in der Vergangenheit ebenfalls häufig in der vordersten Spitze auflief, ist für die kommende Spielzeit zusätzlich als Back-up für Yuito Suzuki auf der Zehnerposition eingeplant – eine Rolle, die er bereits in der abgelaufenen Saison immer häufiger bekleidete. Dadurch entstand im Sturmzentrum hinter Matanović eine personelle Lücke, die nun langfristig durch Gotō geschlossen werden soll. Im Gegenzug verlässt Junior Adamu den Verein. Die kommende Spielzeit dürfte für den jungen Japaner daher primär als wichtiges Lehr- und Entwicklungsjahr dienen.
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Leichtes ProgrammØ Liga 15,6
Basis: Vorsaison
























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