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Entwarnung nach Verletzung: Haaland- Rückkehr absehbar©Getty/LigaInsider

SGE gegen RB: Frankfurts Plan für den Lucky Punch

Eintracht Frankfurt geht als Außenseiter in das Duell mit RB Leipzig. Während die Sachsen mit individueller Klasse und Flügel-Power bestechen, muss Albert Riera bei der SGE den Fokus auf eine extrem disziplinierte Defensive legen. Das Ziel ist klar: Dem Favoriten den Schwung nehmen und durch Nadelstiche zum Erfolg kommen.

 

Die größte Chance für Frankfurt liegt paradoxerweise in der gegnerischen Defensive. Leipzig reist mit massiven Sorgen in der Innenverteidigung an. Da Willi Orbán und Castello Lukeba voraussichtlich fehlen könnten, muss Ole Werner womöglich seine Innenverteidigung komplett neu aufstellen. Diese personelle Notlage ist das Einfallstor, das die Eintracht-Offensive konsequent attackieren muss.

 

Rieras 5-2-3: Schattenboxen im Zentrum

Taktisch hat Riera gegen den Ball zuletzt gegen den VfL Wolfsburg auf ein 5-2-3-System gesetzt. Diese Grundordnung bietet die nötige Kompaktheit, um die offensiven Halbräume zu schließen, in denen sich Leipziger Akteure wie Christoph Baumgartner und Brajan Gruda normalerweise wohlfühlen. Frankfurt wird versuchen, das Spielfeld im Zentrum so eng wie möglich zu machen, eröffnet dabei aber Halbräume für die gegnerischen Außenverteidiger.

 

Ein Schlüsselelement könnte dabei erneut der „Deckungsschatten“ der Halbstürmer sein. Arnaud Kalimuendo und Farès Chaïbi müssen die Leipziger Zentrumsspieler im Aufbau isolieren, indem sie diese beim Anlaufen geschickt zustellen. Wenn Leipzig gezwungen wird, über die Innenverteidiger aufzubauen, steigt die Chance auf Frankfurter Ballgewinne in gefährlichen Zonen. Die zweite Halbzeit gegen Wolfsburg hat aber auch gezeigt, dass die SGE Probleme bekommt, wenn der Gegner selbst das Zentrum verdichtet und einen dritten Mittelfeldspieler dorthin bringt. Leipzig agiert aus einem 4-3-3-System heraus, das eine Anpassung, etwa zu einem 5-3-2, notwendig machen könnte.

 

Besondere Vorsicht ist auf den Außenbahnen geboten. Mit Yan Diomande und Antonio Nusa verfügt Leipzig über Flügelspieler von Weltklasse-Format. Das Problem für Frankfurt: Durch die Ausfälle von Nnamdi Collins und Rasmus Kristensen fehlen die defensivstarken Alternativen. Ayoube Amaimouni-Echghouyab als Schienenspieler gegen Nusa wirkt defensiv wie ein Risikogeschäft; ein Startelfeinsatz von Ansgar Knauff könnte hier für mehr Stabilität sorgen.

 

Draw-Frankfurt-Wolfsburg-Pass-Majer.jpg

Amaimouni (unten im Bild) als rechter Schienenspieler gegen Wolfsburg, während sich ein Diagonalball von Lovro Majer anbahnt. Problem: Aurèle Amenda ist nach innen orientiert und Amaimouni steht außen, sodass Aaron Zehnter freie Bahn hat, aber nicht verwandelt. Auf der anderen Seite füllt Kalimuendo sogar fast zur Sechserkette auf.

 

Im eigenen Ballbesitz hat Riera das Spiel der Eintracht verändert. Weg von wilder Vertikalität, hin zu einer geordneten Diagonalität. Der Plan sieht vor, den Ball über den einrückenden Linksverteidiger Nathaniel Brown und den tiefen Sechser Hugo Larsson zu zirkulieren, um dann mit diagonalen Pässen Kalimuendo oder Amaimouni in isolierte Eins-gegen-eins-Situationen gegen die Leipziger Außenverteidiger zu bringen.

 

Draw-Frankfurt-Wolfsburg-Abseits-Amaimouni.jpg

Beispiel für die Positionierung der Außenstürmer: Kalimuendo (hier unten im Bild) klebt an der Linie, während Amaimouni oben einstartet, den Ball von Oscar Højlund bekommt und verwandelt. Er steht dabei allerdings im Abseits.

 

Aufstellung mit Zetterer im Fokus: Risiko und Ertrag

 

Aufstellung

30. Spieltag
Jonathan Burkardt
5,0

Burkardt

Arnaud Kalimuendo
3,5

Kalimuendo

Ayoube Amaimouni-Echghouyab
71
4,0

Amaimouni

Nathaniel Brown
4,0

Brown

Fares Chaibi
4,0

Chaïbi

Hugo Larsson
71
3,5

Larsson

Oscar Höjlund
64
4,0

Højlund

Robin Koch
4,0

Koch

Arthur Theate
81
4,5

Theate

Aurele Amenda
4,0

Amenda

Michael Zetterer
5,0

Zetterer

18.04.2026|Heimspiel gegenRB Leipzig|1:3

Bank

Can Uzun
4,5
Can Uzun
64
Ellyes Skhiri
4,5
Ellyes Skhiri
71
Ansgar Knauff
4,5
Ansgar Knauff
71
Elias Baum
Elias Baum
81

 

Torhüter Michael Zetterer steht dabei unter besonderer Beobachtung. Seine spielerischen Qualitäten sind für den Aufbau wichtig, doch die Patzer gegen Wolfsburg waren Warnung genug. Gegen ein Team wie Leipzig, das unter Ole Werner das Umschaltspiel perfektioniert hat, darf sich die SGE im Aufbau keine leichtfertigen Ballverluste erlauben.

 

Larsson fungiert in diesem System als der Sicherheitsbeauftragter. Er agiert weniger mannorientiert und lässt sich bei Bedarf als zusätzlicher Mann vor die letzte Kette fallen. Diese Überzahl in der Defensive ist essenziell, um die wuchtigen Vorstöße der Leipziger abzufangen und bei Kontern nicht in Unterzahl zu geraten.

 

Im Angriff ruhen die Hoffnungen auf Jonathan Burkardt. Seine Aufgabe wird es sein, die Schnittstellen zwischen Bitshiabu und Klostermann zu belaufen. Da Bitshiabu oft noch die Konstanz fehlt, könnte ein aggressives Anlaufen des jungen Franzosen zu genau den Fehlern führen, die Frankfurt für den ersehnten Lucky Punch benötigt.

 

Für kreative Momente von der Bank könnten Can Uzun oder Younes Ebnoutalib sorgen. Während Uzun unter Riera noch seinen Platz in der taktischen Disziplin sucht, bietet er eine individuelle Qualität im engen Raum, die in der Schlussphase entscheidend sein kann. Er müsste jedoch die Defensivarbeit im Halbraum lückenlos übernehmen, um das Gefüge nicht zu destabilisieren.

 

Pitchshot-Frankfurt-vs-Wolfsburg.png

Eintrachts Positionierung mit dem Ball gegen Wolfsburg: Asymmetrisch, weil Brown nach innen schiebt, während Amaimouni sich außen rechts positioniert. Ebenso rückt Chaïbi rechts ein, während Kalimuendo links die Position hält.

 

Die zweite Halbzeit gegen Wolfsburg hat gezeigt, dass die Eintracht unter Dauerdruck anfällig für Flanken und Standards wird. Da die physische Komponente in der Frankfurter Defensive aktuell begrenzt ist, muss es auch das Ziel sein, Eckbälle und Freistöße in Tornähe durch kluges Zweikampfverhalten im Mittelfeld von vornherein zu vermeiden.

 

Am Ende wird es für Frankfurt darauf ankommen, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten. Wenn die defensive Fünferkette hält und die Nadelstiche über die Flügel präzise gesetzt werden, ist gegen ein personell geschwächtes Leipzig eine Überraschung möglich. Es ist ein Spiel der Geduld – und der Hoffnung auf den einen, perfekten Moment.

 

Wer ist der wichtigste „Anker“ in Rieras Taktik-Gefüge?

 

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