Lenz-Transfer: Beste Ergänzung zu Avdullahu?
Mit dem Transfer von Cajetan Lenz schließt die TSG Hoffenheim eine sehr wichtige Kaderlücke und stellt sich gleichzeitig bei den möglichen Herangehensweisen breiter auf. Zuletzt war nach dem kurzen Ausfall von Stamm-Sechser Leon Avdullahu gut zu erkennen, wie abhängig die Kraichgauer von ihrer Sechser-Position im bewährten Dreier-Mittelfeld sind, um Stabilität und Ordnung gegen den Ball zu bekommen und die passende Steuerung des Ballbesitzes sicherzustellen.
Nun schließt man die Lücke hinter Avdullahu und erweitert damit gleichzeitig die Möglichkeiten auf dieser Position. Lenz ist ein klarer Sechser mit typischen, guten Fähigkeiten gegen den Ball, besonders auch in der Luft, was wichtig ist gegen viele lange Bälle in die Sechserräume, wie in der Bundesliga immer wieder zu sehen. Dazu bringt er auch Qualität am Ball mit, allerdings andere als sein zukünftiger Partner und Konkurrent Avdullahu.

Erstellt man ein möglicherweise ideales Positionsprofil für die alleinige Sechs bei den Hoffenheimern und legt dann die jeweiligen Werte der beiden Spieler übereinander, erkennt man zunächst, dass sich beide insgesamt gut ergänzen und zusammen fast das ganze Profil mit allen Qualitäten abdecken können. Während Avdullahus Qualität bekanntermaßen vor allem im Passspiel liegt sowie in der Ballbehauptung unter Druck und dem Abfangen von Pässen (Interceptions), beweist Lenz Qualitäten im Dribbling, in defensiven Zweikämpfen und bei Ballgewinnen durch Tacklings.
Beide Spieler sind zudem gut in der Luftverteidigung, auch wenn Lenz hier vermutlich ein paar Vorteile hat. Interessant im Fall von Lenz ist, dass er teilweise auch im letzten Drittel wirkt und dort Großchancen erzeugen konnte. Welche Qualität beide noch nicht voll ausfüllen können, ist das raumgewinnende Spiel durch Läufe. Das ist allerdings mit zwei Achtern im Team, wie bei Hoffenheim, auch etwas zu vernachlässigen.

Avdullahu ist das Herzstück des Teams von Christian Ilzer. Nächste Saison spielt die TSG sicher international und Rotation wird unumgänglich sein – besonders bei der Art des Spielstils, wie man ihn in Hoffenheim umsetzt, mit enormer Intensität. Dennoch gilt wie immer: Die Liga hat Priorität. Spielzeit ist für den jungen Lenz zu erwarten, sonst würde er diesen Wechsel nicht vornehmen. Gut möglich, dass diese aber auch vor allem in den Pokalwettbewerben stattfindet und in der Liga nur sehr situativ von Beginn an. Sein Profil eignet sich aber auch sehr gut, um eine Führung abzusichern, was ihm Wechselminuten bescheren dürfte. Ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass beide Spieler von Anfang an zusammen auf dem Platz stehen, falls Hoffenheim bei der Aufstellung mit einem Sechser und zwei Achtern bleibt. In diesem Fall würden weder Avdullahu noch Lenz die nötige Torgefahr ausstrahlen und wären seltener in den wichtigen zentralen Zonen aktiv.
Unser Redakteur und Talent-Experte Lukas schätzt den Spieler etwas anders ein und sagt: „Cajetan Lenz ist ein robuster, defensiver Sechser. Am besten ist er als Abräumer neben einem Spielgestalter, wobei sein Dribbling überraschend gut ist für einen primären Defensivakteur. Eine Konstellation mit Lenz und Avdullahu nebeneinander ist vorstellbar, da die nötige Progressivität durch das starke Passspiel des Kosovaren in Teilen gut abgedeckt ist. Lenz könnte ihn dann drumherum entlasten. Lenz gilt zwar nicht als Highlight-Spieler, ist dafür aber sehr konstant und verlässlich – trotz seines jungen Alters.“
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