
Arthur- und Vázquez-Ausfall: Prognose & Ersatz
Bayer 04 Leverkusen wird mehrere Wochen auf Arthur verzichten müssen. Der Brasilianer fällt mit einem Syndesmoseriss am linken Sprunggelenk aus. Zudem steht Positionskonkurrent Lucas Vázquez der Werkself für die kommenden Wochen aufgrund einer Wadenverletzung nicht zur Verfügung. Die Lage auf der rechten Außenposition spitzt sich bei der Werkself zu.
Aktuell spricht der Club bei Arthur noch von einem Ausfall für die „kommenden Wochen“ und vermeldet kein vorzeitiges Saison-Aus. Die Ausfalldauer wird sich zunächst danach richten, ob der Rechtsaußen operiert werden muss. In der nächsten Woche wird der Verein mit ziemlicher Sicherheit entscheiden, wie man die Verletzung behandeln wird. Sollte es zu einem Eingriff kommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Arthur in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommt.
Nach unseren Berechnungen beträgt die durchschnittliche Ausfalldauer bei einer solchen Verletzung 84 Tage. Maßgeblich für die Ausfallzeit wird die OP-Entscheidung sein. Bei einem durchschnittlich langen Heilungsverlauf wäre Arthur für die restliche Spielzeit raus.
Bei Teamkollege Vázquez, der sich seine Wadenverletzung unter der Woche zuzog, sind es im Durchschnitt 27 Tage Ausfalldauer. Auch hier spricht der Verein von einem „Ausfall über mehrere Wochen.”
In Arthur vermissen die Leverkusener ohnehin einen Stammspieler der letzten Wochen. Er kam zwischen den Spieltagen 14 und 24 stets zum Einsatz. Acht der zehn Male stand er in der Startformation. Während der 22-Jährige überdurchschnittlich viele Bälle pro 90 Minuten abfängt (1,45), ist seine Zweikampfquote ausbaufähig (43 %).
Vázquez bringt auf der Schienenposition jede Menge Erfahrung mit. Der Spanier gewinnt prozentual mehr Zweikämpfe als Arthur (51,4%) und hat eine bessere Passquote (84,9%). Allerdings ist an der Fitness des 34-Jährigen zu zweifeln, der die ganze Saison schon mit Problemen zu kämpfen hatte und somit nicht alleine Arthur ersetzen kann, sobald er zurückkehrt.
Wichtig im System ist der Offensivdrang auf den Schienenpositionen. Ebenso wie Teamkollege Alejandro Grimaldo auf der anderen Seite, gingen Arthur und Vázquez immer wieder nach vorne, um Flanken zu schlagen oder boten sich im Zentrum an. Auch diese Spielweise muss derjenige mitbringen, der für die nächsten Wochen diese Position bekleidet.
Axel Tape (18)

Der junge Franzose kam am Wochenende gegen Mainz zur Halbzeit für Arthur rein und erfüllte seine Aufgabe ordentlich. Zuletzt wurde er nach einer Muskelsehnenverletzung im Oberschenkel, die er sich im Oktober vergangenen Jahres zuzog, in der U19 wieder aufgebaut. Tape scheint nun aber wieder bereit für die erste Mannschaft zu sein. Der gelernte Innenverteidiger kam bei Bayer bereits zwei Mal von Beginn an zum Einsatz. Beide Male, am 2. Spieltag gegen den SV Werder Bremen und am 5. Spieltag in Hamburg beim FC St. Pauli, gab er den rechten Verteidiger.
Tape sollte die erste Option sein, wenn man versuchen möchte, keinen der anderen Akteure von seiner gewohnten Position zu verschieben und sich so auf anderen Positionen eine Lücke zu reißen.
Ernest Poku (22)

Poku wurde ursprünglich als Option für die rechte Seite geholt und war wohl vor der Saison als weitere Option neben Arthur und Vázquez eingeplant. „Ernest Poku ist ein exzellenter Schienenspieler, der mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke besondere Akzente in unserer Offensive setzen wird“, betonte Sportdirektor Simon Rolfes bei der Verpflichtung des Niederländers im Sommer.
Mit der von Rolfes genannten Schnelligkeit und Dribbelstärke erinnert der 22-Jährige an den nach der vergangenen Saison verkauften Jeremie Frimpong, der mehrere Jahre bei Leverkusen auf der rechten Seite gesetzt war. Bei seinem Ex-Club Alkmaar Zaanstreek kam er in einem 4-2-3-1 über die rechte Außenbahn. Allerdings war Poku in der aktuellen Saison meist über die linke Offensivseite gestürmt und konnte zeitweise in einer deutlich offensiveren Rolle glänzen.
Der Einsatz von Poku auf der rechten Schiene würde voraussetzen, dass links vorne eine Position frei wird, auf der mit Ibrahim Maza, Malik Tillman und Jonas Hofmann aktuell nur Spieler zum Zug kommen könnten, die andere Facetten mitbringen als Poku.
Jonas Hofmann (33)

Die erfahrenste Option würde sich mit Jonas Hofmann ergeben, der in seiner Karriere bereits die Position des rechten Schienenspielers bekleidet hat. In der aktuellen Saison kommt der Routinier auf dieser Position auf zwei Einsätze. An Spieltag 12 und 13, gegen Borussia Dortmund und den FC Augsburg, waren bereits jeweils Arthur und Lucas Vázquez nicht einsatzfähig. In dieser Phase spielte Hofmann auf der rechten Schiene, während Ernest Poku gegen Dortmund und Augsburg auf links blieb.
Hofmann könnte sich als eine Art Kompromisslösung finden lassen, bei der Poku weiterhin offensiv zum Einsatz kommen, und dessen Spielertyp von Malik Tillman sowie Ibrahim Maza leichter aufgefangen werden kann.
Jede der drei Optionen hat eine realistische Chance, am Ende auch in die Tat umgesetzt zu werden. In der laufenden Saison kam Leverkusen nur sehr selten vom gewohnten 3-4-2-1-System ab. Eine Umstellung auf Viererkette ist dementsprechend sehr unwahrscheinlich. Sollten Arthur und Vázquez positionsgetreu ersetzt werden, wären Tape und Hofmann wohl die wahrscheinlicheren Optionen als Poku, der auf seiner im Werkself-Dress gewohnten Position bleiben könnte.
Je nach Gegner könnte man dann abwägen, ob eine defensive Variante mit Tape, eine offensivere Variante mit Hofmann, oder doch eine stark offensive Lösung mit Poku gewählt werden soll. Gemäß der Leistungen, könnte sich auch eine der Optionen auf der Position festspielen.
Was denkt ihr? Wer hat die Nase auf der rechten Seite vorn?
Meist diskutiert
Nächste Spiele
Leichtes ProgrammØ Liga 15,6
Basis: Vorsaison


























Kommentare15
Diskutiere mit der Community über diesen Artikel