René Wagner hat beim 1. FC Köln im Derby gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) gleich auf zwei Positionen Veränderungen in der Startelf vorgenommen. Auf der linken Abwehrseite erhielt Borna Sosa (28) den Vorzug gegenüber Gideon Mensah (28), während im zentralen Mittelfeld Ísak Jóhannesson (23) anstelle von Tom Krauß (25) beginnen durfte. Nach der Partie erläuterte der FC-Coach die Hintergründe seiner Entscheidungen.
Ausschlaggebend waren bei Sosa vor allem die Eindrücke aus der Länderspielpause. „Borna hat jetzt super drei Wochen hier gehabt und es sich verdient zu starten. Ich glaube, man muss Trainingsleistung belohnen“, erklärte Wagner auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Darüber hinaus versprach sich der Trainer vom Kroaten Vorteile im Spielaufbau. „Er hat mit dem Ball eine etwas andere Dynamik. Ich glaube, dass er uns mit dem Ball die ein oder andere Lösung mehr gibt“, so Wagner. Die Kölner wollten von Beginn an offensiv und mit viel Zug nach vorne auftreten. Auch bei Standardsituationen sah der Coach in Sosa einen Spieler, der seiner Mannschaft zusätzliche Möglichkeiten eröffnen konnte.
Eine ähnliche Überlegung steckte hinter der Entscheidung für Jóhannesson. Der Isländer sollte im Vergleich zu Krauß mehr offensive Impulse aus dem Mittelfeld setzen und häufiger in Richtung Strafraum vorstoßen. Dieser Plan ging auf: Jóhannesson steuerte einen Treffer zum Derbysieg bei.
„Wir wollten von Anfang an aggressiv nach vorne spielen mit dem Ball“, erläuterte Wagner. Mit Jóhannesson habe man einen Spieler aufgestellt, der häufiger Möglichkeiten finde, nach vorne zu laufen. „Er belohnt sich dann auch mit dem Tor“, freute sich der Trainer, der sowohl dem Mittelfeldspieler als auch Sosa eine gute Leistung bescheinigte.
Die Zurückstufung von Mensah und Krauß ist dabei nicht zwangsläufig als dauerhafte Verschiebung der Kräfteverhältnisse zu verstehen. Wagner betonte, dass er vor der Partie mit beiden gesprochen habe. Entscheidend sei gewesen, für die gewünschte Spielidee die passende Besetzung zu finden.
Besonders positiv hob der FC-Coach anschließend die Reaktion von Krauß hervor. Der 25-Jährige habe seine Nichtberücksichtigung für die Anfangsformation bemerkenswert aufgenommen. „Er sagte zu mir: ‚Bring mich rein und ich gebe Energie‘“, berichtete Wagner über das Gespräch mit dem defensiven Mittelfeldspieler.
Nach seiner Einwechslung im Zuge der Verletzung von Ellyes Skhiri habe Krauß genau diese Energie eingebracht. Wagner lobte insbesondere dessen Stärke bei zweiten Bällen, seine defensive Stabilität und die Bereitschaft, sich für die Mannschaft aufzuopfern.
„Er hat einen super Impact gehabt auf die Mannschaft“, stellte der Trainer fest und schloss mit einer ausdrücklichen Anerkennung: „Daher gibt es heute ein Sonderlob an Tom.“
Für die kommenden Aufgaben verfügt Wagner damit über unterschiedliche Optionen auf beiden Positionen. Während Sosa und Jóhannesson mit ihren offensiven Qualitäten im Derby Argumente für weitere Startelfeinsätze sammelten, bleibt insbesondere Krauß durch seine Vielseitigkeit und seinen Einsatzwillen eine wichtige Alternative. Auch Mensah ist nach der Entscheidung gegen Gladbach keineswegs grundsätzlich außen vor.
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