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Top-Elf-Prog­no­se: VfB Stuttgart im Check

25.06.2026 - 14:37 | Gemeldet von: Kristian Dordevic | Autor: Kristian Dordevic

In diesem Check richten wir den Fokus auf den VfB Stuttgart. Der VfB geht erneut in drei Wettbewerben an den Start. Neben Bundesliga und DFB-Pokal wartet auch die Champions League, weshalb Rotation wieder ein Dauerthema sein dürfte. Entsprechend wird es immer wieder zu Abweichungen von der vermeintlichen Stammformation kommen.

Auch taktisch ist Stuttgart nicht leicht festzunageln. Verschiedene Grundordnungen sind im Repertoire, wir entscheiden uns für diesen Teamcheck jedoch für eine 3-4-2-1-Formation. Der Hauptgrund: Die Schwaben verfügen inzwischen über eine bemerkenswerte Qualität in der Innenverteidigung, die sich in einer Dreierkette optimal abbilden lässt.

Torwart: Die Zukunft steht zwischen den Pfosten


Top-Elf: Dennis Seimen (20)
Alles spricht dafür, dass nun die Zeit von Dennis Seimen gekommen ist. Das Eigengewächs gilt seit Jahren als die Torwart-Hoffnung des Vereins und dürfte mit viel Spielpraxis und Topleistungen im Rücken (Leihe beim SC Paderborn) zur neuen Saison endgültig den Sprung zur Nummer eins schaffen.

Auch passt das Profil zum VfB-Fußball. Seimen bringt die Voraussetzungen mit, um aktiv am Aufbau teilzunehmen und sich in das druckresistente Ballbesitzspiel der Stuttgarter einzubinden. Hinzu kommt ein strategischer Aspekt: Der Klub hat sicherlich ein Interesse daran, wieder verstärkt Talente aus dem eigenen Nachwuchs nach vorne zu bringen, um Werte aus dem internen Bereich heraus zu schaffen. Seimen könnte dabei zum Aushängeschild werden.

Abwehr: Das nächste Kapitel der jungen Verteidiger


Rechter Halbverteidiger: Finn Jeltsch (19) | Alternative: Luca Jaquez (23)
Jeltsch kommt als Rechtsfuß auf der rechten Halbverteidiger-Position ideal zur Entfaltung. Der 19-Jährige zählt zu den größten Zukunftshoffnungen des Vereins und hat bereits mehr als nur angedeutet, welches Potenzial in ihm steckt. Gerade angesichts seines Alters ist ein weiterer Sprung zu erwarten.

Mit Luca Jaquez lauert allerdings ein Spieler mit ähnlich spannenden Fähigkeiten. Der Schweizer hatte zeitweise sogar die Nase vor Jeltsch, ehe ihn Verletzungsprobleme zurückwarfen. Aufgrund der hohen Belastung in drei Wettbewerben dürfte Jaquez auf seine Einsatzzeiten kommen und ist auch in puncto Top-Elf ein starker Konkurrent.

Zentraler Innenverteidiger: Julian Chabot (28)
An Chabot führt aktuell kein Weg vorbei. Der Innenverteidiger hat sich als Konstante etabliert und bringt genau jene Qualitäten mit, die im Zentrum einer Dreierkette gefragt sind.

Trainer Sebastian Hoeneß bezeichnete seine Kopfballstärke einst als „riesige Qualität“. Hinzu kommen seine generelle Robustheit in direkten Duellen und seine Verlässlichkeit. Belastungspausen sind im Abstand von mehreren Wochen zwar immer mal wieder denkbar, grundsätzlich gehört Chabot jedoch zu den sichersten Startelf-Kandidaten im Kader.

Linker Halbverteidiger: Ramon Hendriks (24) | Alternativen: Neuzugang
Für Hendriks gilt links in der Dreierkette Ähnliches wie für Jeltsch. Er hat im Verlauf der vergangenen Spielzeit seinen Durchbruch geschafft. Als Linksfuß ist er auf der linken Halbverteidiger-Position optimal aufgehoben. Gemeinsam mit Jeltsch gehört Hendriks zu den jungen Spielern, denen man beim VfB sicherlich den nächsten Entwicklungsschritt zutraut.

Sollte sich bei Hendriks in diesem Sommer die Tür zu einem Vereinswechsel öffnen, dürfte Stuttgart auf seiner Position noch einmal nachbessern.

Schiene und Mittelfeld: Luxusprobleme in der Zentrale


Rechte Schiene: Jamie Leweling (25) | Alternativen: Neuzugang
Leweling hat längst bewiesen, dass er die Schienenrolle auf höchstem Niveau interpretieren kann. Der offensive Flügelspieler liefert mittlerweile auch gegen den Ball konstant starke Leistungen.

Bereits im Januar hob Sebastian Hoeneß hervor, dass Leweling ein „verändertes Gesicht“ zeige. Besonders die neu gewonnene Konstanz beeindruckte den Coach. Die Mischung aus Tempo, Physis und Spielintelligenz macht ihn für den VfB enorm wertvoll.

Dass hinter ihm ein Neuzugang als Alternative geführt wird, hat einen einfachen Grund: Auch andere Vereine erkennen seinen Wert. Bereits im Winter gab es ein lukratives Angebot aus England. Aufgrund seines Profils, das im englischen Fußball gefragt ist, dürfte das Interesse im Sommer erneut groß sein.

Zentrales Mittelfeld: Chema Andrés (21) | Alternativen: Grischa Prömel (31), Atakan Karazor (29)
Neben Angelo Stiller ist die zweite Position im zentralen Mittelfeld eine der spannendsten Personalien. Wir rechnen damit, dass sich Chema Andrés im Saisonverlauf durchsetzen wird. Der Spanier bringt hohe Qualität gegen den Ball auf den Platz und hat in der vergangenen Spielzeit bereits angedeutet, welches Potenzial noch in ihm steckt. Er kann sich aber im Passspiel und Dribbling noch weiter verbessern.

Neuzugang Grischa Prömel ist mit seinem Profil besonders für den internationalen Wettbewerb interessant und bringt als typischer Box-to-box-Spieler ideale Voraussetzungen für das Spiel vor einer Dreierkette mit. Er kann mit seiner Torgefährlichkeit punktuell auch als Wechseloption in einer offensiveren Rolle weiter vorne eingesetzt werden.

Auch Karazor bleibt relevant. Der Kapitän ist defensiv der stabilste Sechser im Kader, hat an der Seite von Stiller aber gleichzeitig bewiesen, dass er auch im Spielaufbau eingebunden sein kann. Hier dürfte über den gesamten Saisonverlauf großer Konkurrenzkampf herrschen.

Zentrales Mittelfeld: Angelo Stiller (25) | Alternative: Neuzugang
Stiller bleibt der Dreh- und Angelpunkt des Stuttgarter Spiels. Seine Bedeutung für den Fußball der Schwaben ist enorm, weshalb er aktuell ohne Diskussion gesetzt ist. Nur bei einem Abgang wäre er raus und ein solcher ist nicht auszuschließen. Es gibt weiterhin Gerüchte um einen möglichen Wechsel. Das Profil des tiefen Spielmachers ist auf dem Markt rar und entsprechend begehrt.

Stuttgart würde aber natürlich viel für ihn verlangen und das müsste ein Interessent erst mal stemmen können. Stiller hat zwar eine Ausstiegsklausel, der VfB soll aber die Möglichkeit haben, ihm diese abzukaufen, um so eben eine höhere Ablöse für einen Transfer aufzurufen – oder sogar den Riegel vorzuschieben. Solange sich kein Transfer anbahnt, bleibt Stiller das Herzstück des VfB-Mittelfelds.

Linke Schiene: Maximilian Mittelstädt (29) | Alternativen: Ermedin Demirović (28), Nikolas Nartey (26)
Mittelstädt hat seinen Platz auf der linken Seite weiterhin inne. Auch wenn seine Position inzwischen etwas stärker hinterfragt wird als noch vor einem Jahr und er vielleicht nicht mehr so fest im Sattel sitzt, spielte Mittelstädt erneut eine starke Saison und war eine wichtige Größe.

Es wäre auch die Frage, ob die Schwaben auf eine Viererkette gehen. Je nach System könnten offensivere Varianten interessant werden. Demirović wäre beispielsweise ein Kandidat – einmal prinzipiell ob seiner Qualität, aber erst recht, wenn Stuttgart vorne mit zusätzlicher Offensivkraft agiert. Der Angreifer ist regelmäßig nah an und auch in der Startelf, wird aber ebenso als hochwertiger Joker eingesetzt, so wie es in der Hälfte der letzten zehn Saisonspiele in der Bundesliga der Fall war. Bei der Konkurrenzsituation hat er es schwer, wenn es um die Top-Elf geht.

Auch Nartey sollte nicht vergessen werden als Alternativoption für den Bereich im offensiven Mittelfeld. Nach schier endlos langer Verletzungsphase schaffte es der vielseitig einsetzbare Däne, sich in den Vordergrund zu spielen. Auf Strecke gesehen ist wegen der massiven Konkurrenz allerdings vielleicht nicht genug Durchsetzungspotenzial da. Außerdem ist auffällig, dass Narteys Vertrag zwar verlängert wurde, jedoch nur bis 2028. Würde er einen Status als Hauptakteur in einer Start- bzw. Top-Elf innehaben, hätte der Klub ihn mutmaßlich länger gebunden. Nichtsdestotrotz hat Nartey vergangene Saison ohne Zweifel eine Rolle gespielt und wird von Chefcoach Hoeneß auch sehr wertgeschätzt.

Angriff: Qualität ohne große Diskussionen


Offensives Mittelfeld (rechts): Bilal El Khannouss (22)
El Khannouss war in der Hinrunde praktisch unantastbar. Erst der Afrika-Cup sorgte für einen Bruch in seiner Saison. Ohne eine solche Unterbrechung und bei normalem Verlauf (ohne gravierende Verletzung) dürfte der Kreativspieler schnell zu seinem alten Status zurückfinden. Seine technischen Fähigkeiten, seine Spielintelligenz und seine Wirkung auf alle Spielphasen machen ihn zu einem Spieler im Kader, der für den Unterschied sorgen kann.

Offensives Mittelfeld (links): Chris Führich (28)
Führich spielte eine herausragende Rückrunde und präsentierte sich dabei letztlich sogar noch konstanter als El Khannouss. Zwar war dieses Leistungsniveau in früheren Jahren nicht immer durchgängig zu sehen, die jüngsten Eindrücke wiegen jedoch schwer. Wie El Khannouss hat er sich als Qualitätsspieler erwiesen. Deshalb führen wir auch Führich ohne direkte Alternative in der Top-Elf.

Stürmer: Deniz Undav (29)
Undav bleibt das Gesicht der Stuttgarter Offensive. Mit seiner Vertragsverlängerung hat der VfB noch einmal unterstrichen, welchen Stellenwert der Nationalspieler besitzt. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sprach von einem „absoluten Volltreffer“, der mit der Verpflichtung vor drei Jahren gelungen ist. Erwartungen seien bei Weitem übertroffen worden. Undavs Bedeutung geht weit über Tore hinaus. Tatsächlich ist Undav längst mehr als nur ein Torjäger: Er ist Führungsspieler, Identifikationsfigur und zentraler Baustein des sportlichen Erfolgs der vergangenen Jahre. Was nicht heißt, dass seine Ausbeute nicht stimmt: In der abgelaufenen Saison waren es 25 Tore und zwölf Vorlagen in 45 Pflichtspielen.

Fazit


Der VfB Stuttgart verfügt erneut über einen der spannendsten Kader der Bundesliga. Die Qualität in allen Mannschaftsteilen eröffnet Sebastian Hoeneß zahlreiche taktische Möglichkeiten. Bei aller Offensivkraft kann schnell untergehen, dass die Abwehrbesetzung es in sich hat. Dem wird mit der Darstellung einer Dreierkette Rechnung getragen, auch wenn situative Anpassungen jederzeit denkbar bleiben.

Im Zentrum bleibt Angelo Stiller zunächst mal der wichtigste Taktgeber. Neben ihm dürfte sich ein spannender Konkurrenzkampf zwischen Chema, Prömel und Karazor entwickeln. Aufgrund der Champions League ist ohnehin damit zu rechnen, dass alle drei regelmäßig zum Einsatz kommen. Vorne besitzt der VfB weiterhin außergewöhnlich viel Qualität. Mit El Khannouss, Führich und Undav steht ein Trio bereit, das Spiele auf Bundesliga- und Champions-League-Niveau entscheiden kann. Gleichzeitig sorgen Spieler wie Demirović und Nartey dafür, dass Hoeneß hochwertige Alternativen zur Verfügung hat.

Die größte Spannung dürfte deshalb weniger bei der Qualität als vielmehr bei der Verteilung der Einsatzzeiten liegen. Der VfB ist so tief besetzt wie lange nicht mehr und genau das könnte in einer Saison mit drei anspruchsvollen Wettbewerben wieder einer der größten Trümpfe der Schwaben werden.

Wir freuen uns über eure Unterstützung


Wie immer gilt: Unsere Top-Elf-Prognosen verstehen wir nicht als endgültige Wahrheit, sondern als Grundlage für die Diskussion mit euch. Eure Kommentare, Argumente und Einschätzungen helfen uns regelmäßig dabei, unsere Bewertungen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Deshalb interessiert uns natürlich auch eure Meinung: Ist die Dreierkette für den VfB die beste Lösung? Wer setzt sich im zentralen Mittelfeld langfristig neben Angelo Stiller durch? Und bleiben Leweling und er überhaupt in Stuttgart? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!

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Quelle: LigaInsider

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