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Top-Elf-Prog­no­se: 1. FC Köln im Check

30.06.2026 - 09:50 | Gemeldet von: Kristian Dordevic | Autor: Kristian Dordevic

In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf den 1. FC Köln. Für René Wagner ist es die erste komplette Saisonvorbereitung als Cheftrainer der Geißböcke, nachdem er Ende März zunächst interimsweise übernommen und anschließend dauerhaft befördert wurde. Nun bietet sich erstmals die Gelegenheit, seine Spielidee über mehrere Wochen hinweg zu verankern und der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken.

Für unsere Top-Elf-Prognose ergeben sich derzeit allerdings noch einige offene Fragen. Wir gehen aktuell von einer Viererkette aus, die unter Wagner in den bisherigen Bundesligaspielen überwiegend zum Einsatz kam. Der Kader bietet allerdings auch das Personal, um flexibel auf eine Dreierkette umzustellen.

Auch wenn bis zum Ende des Transferfensters noch Bewegung in den Kader kommen dürfte, lautet unser Ansatz wie gewohnt: Wie sieht die stärkste Kölner Elf aus, die aktuell in einem Topspiel zu erwarten wäre?

Torwart: Der Kapitän bleibt die Nummer eins


Top-Elf: Marvin Schwäbe (31)
Trotz latenter Spekulationen um seine Zukunft bleibt Schwäbe die klare Nummer eins des FC. Sein Vertrag läuft zwar nur noch ein Jahr, wodurch Verkaufsgedanken aufkommen könnten, um noch eine marktgerechte Ablöse zu erzielen. Allzu viel wäre angesichts des aktuellen Marktwerts (3 Millionen Euro/Transfermarkt) aber nicht zu erwarten Aus sportlicher Sicht überwiegt sein Wert für die Mannschaft deutlich. Der Schlussmann ist nicht nur ein verlässlicher Rückhalt, sondern seit dem vergangenen Sommer auch Mannschaftskapitän.

Abwehr: Konkurrenzkämpfe auf mehreren Positionen


Rechter Außenverteidiger: Sebastian Sebulonsen (26) | Alternative: Alessio Castro-Montes (29)
Sebulonsen war in der abgelaufenen Saison ein Stammspieler in Köln und trat dabei solide auf. Viel offensiver Output ist von ihm nicht zu erwarten, dafür passt er mit seinen defensiven Attributen zur Position des klassischen Rechtsverteidigers in einer Viererkette.

Für Castro-Montes wäre es nicht die optimale Rolle und im Viererkettensystem ist es ohnehin schwierig, diese für ihn zu finden. Nach vorne bringt er beispielsweise Impulse, wäre auf dem offensiven Flügel jedoch ebenso nicht ideal aufgehoben. Der Posten des rechten (bei Bedarf auch linken) Schienenspielers ist wie auf ihn zugeschnitten. Eine entsprechende Grundordnung (Dreierabwehrkette) ist mit dem FC-Kader durchaus darstellbar. Wie in den meisten Spielen im letzten Saisonabschnitt sehen wir aber zunächst mal weiter die Viererkette. Da der Belgier von seiner Qualität her eine heiße Aktie ist und prinzipiell in die Startelf müsste, soll das mit abgebildet werden, und dafür kommt am ehesten die Position hinten rechts in Betracht.

Rechter Innenverteidiger: Rav van den Berg (21) | Alternative: Joël Schmied (27)
Für van den Berg verlief die erste Saison in Köln nicht ganz wie erhofft. Die Voraussetzungen bleiben jedoch vielversprechend. Immerhin investierte der FC im Sommer 2025 rund 8 Millionen Euro in den Niederländer, und das aus gutem Grund: Bei Ex-Klub Middlesbrough zeigte van den Berg starke Leistungen. Wir rechnen damit, dass van den Berg im zweiten Jahr einen Schritt macht und richtig beim FC ankommt.

Ansonsten steht Schmied parat, der in der vergangenen Saison zunächst Stammspieler war, anschließend jedoch von langwierigen Verletzungen ausgebremst wurde. Zuvor war auch Timo Hübers (29) in der Stammelf etabliert, jedoch braucht er nach der vor acht Monaten erlittenen schweren Knieverletzung Zeit. Köln sieht ihn erst zur Rückrunde als wirkliche Option. Es könnte also sein, dass er noch für eine halbe Saison wieder mittendrin ist, wir schätzen allerdings, dass es tendenziell sogar weniger sein wird. Von der Einsatzzeit her reicht es nicht aus, um ihn in der Top-Elf zu haben.

Linker Innenverteidiger: Jahmai Simpson-Pusey (20)
Der Engländer wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet. Er hat trotz einiger Rückschläge – darunter eine Verletzung, eine Sperre und eine Kaderstreichung nach einem internen Vorfall – dauerhaft einen Stammplatz behauptet. FC-Geschäftsführer Thomas Kessler zeigte sich bei der Verpflichtung überzeugt: „Jahmai hat sich seit seinem Wechsel im Winter sehr schnell bei uns eingefunden und die Herausforderung auf diesem Niveau direkt angenommen.“ Seine Entwicklung spricht dafür, dass er auch in der kommenden Saison ein wichtiger Bestandteil der Kölner Defensive sein wird.

Linker Außenverteidiger: Neuzugang
Ausgeliehen war auch Kristoffer Lund (24) und überwiegend ebenso Teil der ersten Elf (26 Startelfeinsätze). Nachhaltig Eindruck hinterlassen hat er jedoch nicht: Köln verzichtet auf einen Kauf. Wie erwähnt, wäre Castro-Montes auf der Außenposition einer Viererkette nicht gut aufgehoben, links sogar weniger als rechts. Hier besteht also der größte Handlungsbedarf in der Viererkette. Demnach ist fest davon auszugehen, dass ein neuer Linksverteidiger kommt (der vom Profil zur Viererkette passt). Gerüchte um beispielsweise Hennes Behrens (TSG Hoffenheim) untermauern, dass die Rheinländer auf der Suche sind.

Mittelfeld: Die neue alte Zentrale nach dem Martel-Abgang


Defensives Mittelfeld: Ísak Jóhannesson (23)
Fürs defensive Mittelfeld sollten die Geißböcke nachrüsten, denn der Abgang von Eric Martel hinterlässt eine Lücke im Kader. Ein Neuzugang dürfte also noch kommen und einer sein, der mindestens Druck macht und die Konkurrenzsituation anheizt. Ob das dann einer für die Top-Elf sein wird? Abwarten. Ein Platz auf der Doppelsechs geht deshalb zunächst an Jóhannesson. Er ist mehr der offensivere Typ und nicht als Martel-Ersatz einzustufen. Mit 31 Bundesliga-Einsätzen (zwei Tore/drei Vorlagen), davon 21 von Beginn an, gehörte er bereits in der vergangenen Saison zur erweiterten Stammelf. Je nachdem, wer noch kommt, sind im weiteren Verlauf des Sommers Verschiebungen in der Zentrale möglich.

Defensives Mittelfeld: Tom Krauß (25)
Krauß wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet und bringt das Profil mit, das dem von Martel am nächsten kommt. Vor allem seine Mentalität und seine Bereitschaft, sich komplett in den Dienst der Mannschaft zu stellen, werden intern hoch geschätzt. Thomas Kessler hob bei der Verpflichtung insbesondere die Emotionalität, Leidenschaft und Identifikation des Mittelfeldspielers hervor. „Gerade in der entscheidenden Phase der vergangenen Saison hat er trotz einer schmerzhaften Knieproblematik alles dafür getan, sich in den Dienst der Mannschaft und des 1. FC Köln zu stellen“, so der Manager. „Wir sind überzeugt davon, dass Tom mit seiner Qualität und seiner Art ein wichtiges Puzzleteil in unserer Kaderplanung sein wird.“ Krauß dürfte eine wichtige Rolle einnehmen.

Offensives Mittelfeld: Neuzugang | Alternative: Jakub Kamiński (24)
Für die Zehn käme einem zunächst mal Leistungsträger Jakub Kamiński in den Sinn. Bleibt er, ist er klar gesetzt. Am Verbleib gibt es aber berechtigte Zweifel: Der Pole sprach zuletzt offen über seinen Premier-League-Traum und ließ anklingen, dass er nach vier Jahren Bundesliga nun die Zeit für den nächsten Schritt gekommen sieht. Kamiński hat eine Ausstiegsklausel, die Köln zumindest eine hübsche Summe (20 Millionen Euro) einbringen würde. Es sieht also eher nach Abschied aus, weshalb diese Position mit einem Neuzugang vor Kamiński abgedeckt ist.

Angriff: Die größten Baustellen liegen auf den Flügeln


Rechter Flügel: Neuzugang | Alternative: Jan Thielmann (24)
Eine problematische Position in Köln. Linton Maina kann sich nicht nachhaltig aufdrängen, Jan Thielmann gelingt dies ebenso wenig. Der Letztgenannte ist ein langjähriger Kölner und genoss aufgrund seines Potenzials lange ein hohes Ansehen. Vollends ausgeschöpft hat er es aber nicht. Die Entwicklung ist ins Stocken geraten, auch die Ausbeute lässt zu wünschen übrig (drei Tore und zwei Vorlagen in 26 Ligaspielen).

Köln lief auch in Anordnungen mit einem Doppelsturm auf, sodass über Marius Bülter als zusätzliche Alternative nachgedacht werden könnte. Jedoch sehen wir ihn eher als verlässliche Ergänzung und verorten ihn ebenfalls nicht in der Top-Elf der Saison. Vielmehr läuft es rechts auf einen externen Zugang für die offensive Position hinaus, speziell wenn große Geldbeträge für Kamiński und/oder Said El Mala eingehen. Das Kölner Portal GEISSBLOG schrieb erst vor Kurzem, dass der Klub vorhat, einen neuen Rechtsaußen als Nummer eins auf der Position ins Rennen zu schicken.

Linker Flügel: Neuzugang | Alternative: Said El Mala (19)
Said El Mala (19) schien bereits so gut wie weg: Brentford hatte Köln mit einem Mega-Angebot überzeugt, die Spielerseite entschied sich aber dagegen. Ein Abschied im Sommer ist damit nicht vom Tisch, im Gegenteil: Es wird sich höchstwahrscheinlich ein anderer Abnehmer für das Offensivjuwel finden. Und der FC wird seinerseits auf dem Transfermarkt zuschlagen. Bleibt El Mala wider Erwarten, wäre er gesetzt.

Stürmer: Ragnar Ache (27)
Im Sturmzentrum herrscht dagegen Klarheit. Ache benötigte nach seinem Wechsel zwar etwas Anlaufzeit, etablierte sich anschließend aber dauerhaft in der Mannschaft. Ex-Trainer Lukas Kwasniok bezeichnete ihn bereits im Februar als Spieler, der „mittlerweile aus der Mannschaft nicht wegzudenken“ sei. Besonders geschätzt werden seine Arbeit gegen den Ball und die grundsätzliche Bereitschaft, für die Mannschaft zu arbeiten. Sein Einsatz ist auch im Training stets erkennbar. Diese Eigenschaften machten ihn unabhängig von seiner Torquote zu einem wichtigen Bestandteil des Kölner Spiels. Deshalb geht Ache auch in die neue Saison als klarer Stammspieler.

Fazit


Mit René Wagner beginnt beim 1. FC Köln ein neues Kapitel. Der Cheftrainer erhält erstmals die Gelegenheit, seine Vorstellungen über eine komplette Vorbereitung hinweg einzustudieren. Dadurch dürfte die Mannschaft im Vergleich zu den letzten Monaten noch stärker seine Handschrift tragen.

Die größte Herausforderung liegt aktuell in der Kaderplanung. Vor allem auf den Außenbahnen sowie auf der linken Abwehrseite bestehen noch offene Baustellen. Hinzu kommt die Unsicherheit rund um Leistungsträger wie Kamiński oder El Mala, deren Zukunft weiterhin nicht abschließend geklärt ist.

Auf der zentralen Achse verfügt der FC dagegen bereits über ein stabiles Gerüst. Mit Schwäbe, Simpson-Pusey, Jóhannesson, Krauß und Ache stehen mehrere Säulen bzw. erfahrene Kräfte zur Verfügung, auf denen Wagner aufbauen kann. Besonders interessant wird sein, ob ein Spieler wie van den Berg den nächsten Schritt machen und zusätzliche Stabilität in die Defensive bringen kann.

Wie konkurrenzfähig die Geißböcke letztlich sein werden, hängt deshalb stark davon ab, wie die offenen Personalien auf dem Transfermarkt gelöst werden. Die aktuelle Top-Elf enthält noch einige Platzhalter – und genau diese Positionen könnten am Ende darüber entscheiden, ob Köln eine ruhige Bundesliga-Saison erlebt.

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Quelle: LigaInsider

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