Kennet Eichhorn: Dieser Spieler wird alle überraschen!
Geboren im Jahr 2009. Im Juli wird er 17 Jahre alt. Der Spieler hat bereits seine erste Profisaison in der 2. Bundesliga hinter sich und wird die nächste Saison in der Bundesliga spielen. Sein Alter ist auf dem Platz kaum aufgefallen – im Gegenteil. Es wirkt, als wäre ein Spieler mit etlichen Jahren Erfahrung auf dem Feld.
Das ist Kennet Eichhorn, das möglicherweise größte Talent im Fußball derzeit. Als Sechser besticht er mit Spielintelligenz, defensiver Antizipation, magischer Ballführung und für sein Alter überraschend guter Physis. Alles, was im Fußball Rang und Namen hat, wollte diesen Spieler verpflichten. Der Liverpool FC, Manchester City FC, FC Bayern München und Borussia Dortmund gehören zu den größten Namen, die sich gerüchteweise um die Dienste des Berliner Talents bemüht haben. Aber die Liste geht noch viel weiter. Nun unterschreibt er bei Bayer Leverkusen und die Werkself hat wieder einen absoluten Unterschiedsspieler in ihren Reihen mit Potenzial, welches unmöglich nach oben abzugrenzen ist.
Für diejenigen, die den Spieler bisher nicht gesehen haben, kann man als Vergleich in der Bundesliga am besten Kaishu Sano heranziehen. Die Stärken beider Spieler sind sehr ähnlich.
Diese Fähigkeiten bringt Eichhorn mit nach Leverkusen
Intensität und starkes Timing gegen den Ball zeichnen ihn ebenso aus wie seine Fähigkeiten als Ballschlepper und Dribbler. In einem Moment schnappt er sich den tiefen Pass des Gegners, sichert den Ball, tritt an, lässt drei weitere Gegenspieler aussteigen und findet sich trotz höchsten Gegnerdrucks im letzten Drittel wieder. Solche Szenen wird man von ihm sehen.
Ebenfalls stark ist er im defensiven Zweikampf, besonders in der Luft. Eine Eigenschaft, die in der Bundesliga helfen wird, gerade gegen spielschwächere Gegner, die häufig lange Bälle in die gegnerischen Sechserräume auf ihre großgewachsenen Stürmer schlagen. Eichhorn kann ihnen Gegenwehr bieten.
Nicht zu seinen Stärken zählt bisher das Passspiel. Er ist kein klassischer tiefer Spielmacher, der viele Pässe spielt und verteilt und Progression über lange Pässe erzielt. Er arbeitet lieber mit dem Ball am Fuß. Aber selbst das muss nicht in Stein gemeißelt sein. Stefan-Leitl-Fußball bei Hertha BSC war nicht unbedingt verbunden mit besonders vielen Kontakten und Pässen aus den Sechserräumen. In Leverkusen werden solche Elemente häufiger von ihm gefordert werden, sodass auch hier Entwicklungspotenzial vorhanden ist.
Seine primären Konkurrenten sind Aleix García und Exequiel Palacios. Dagegen muss man sich erst einmal durchsetzen, und das Niveau der Konkurrenz steigt mit einem Mal drastisch für den jungen Eichhorn. Wenn wir die Profile übereinanderlegen, dann erkennen wir schnell die unterschiedlichen Spielertypen.
García ist ein Ballbesitzspieler und typischer „Deep-Lying Playmaker“. Sein Passspiel ist Weltklasse. Er spielt nicht nur enorm viele Pässe, sondern auch viele erfolgreiche vertikale Pässe mit signifikantem Raumgewinn und hat trotzdem Top-Passquoten. Dadurch wird er auch im letzten Drittel deutlich gefährlicher und bereitet regelmäßig Torchancen direkt vor.
Palacios verbindet Ballbesitz und Arbeit gegen den Ball in seinen Stärken. Auch er bietet ein sehr gutes Passspiel an, nicht auf García-Niveau, spielt dafür aber auch sehr intensiv gegen den Ball. Er fängt Pässe ab, führt mehr defensive Zweikämpfe und außerdem erobert kein Spieler in der Bundesliga mehr zweite Bälle als er. Dazu ist er nur schwer greifbar und seine Gegner müssen ihn häufig per Foul stoppen.
Mit Eichhorn kommt nun weitere Power gegen den Ball dazu, besonders wichtig dabei ist mehr Physis in der Luft, die bisher gänzlich fehlte, und endlich starke Dribblingqualität, sodass das Leverkusener Mittelfeld deutlich schwerer zu pressen wird.
Wie wird Eichhorn in Leverkusen eingesetzt werden?
Eine Sache ist klar: Die Entscheidung für Leverkusen ist gefallen, weil ihm dort auch ausreichend Spielzeit in Aussicht gestellt wurde. Er wird sich also sicherlich häufiger in der Startelf wiederfinden. Aber wie wird das aussehen?
Rotation mit Palacios?
Für Eichhorn ist es wichtig, einen guten Passspieler neben sich zu haben. Für García wiederum ist es relevant, einen Spieler neben sich zu haben, der Räume schließt, ackert und ihm defensiv den Rücken freihält. Eine Kombination, die also durchaus denkbar ist, wenn man darüber nachdenkt, dass besonders bei Palacios die Belastungssteuerung ein wichtiges Thema ist, was allerdings ebenso für Eichhorn gelten könnte, da er immerhin noch lange im Wachstum ist und besonders im Unterkörper muskulär viele Wachstumsprozesse in den nächsten Jahren weitergehen, die bei der Belastungssteuerung von jungen Spielern sehr genau beobachtet werden müssen.
Neue Spielidee ohne García?
Der neue Coach hatte bei seiner Trainerstation in Toulouse nicht gerade auf längere Ballbesitzphasen und viele Passzirkulationen gesetzt. Im Gegenteil – seine Spieldominanz erzeugte er vor allem gegen den Ball über intelligentes Pressing, womit er den Gegner aus gefährlichen Bereichen heraushielt und immer wieder zu Risikopässen zwang, die seine Spieler dann abfangen und schnell nach vorne treiben sollten, solange die gegnerische Restverteidigung sehr hoch stand. Genau diese Fähigkeiten besitzen Palacios und Eichhorn, aber nicht García. Ob diese Spielidee genauso ihre Umsetzung in Leverkusen findet, kann man nur mutmaßen. Eine zu betrachtende Option wird es allerdings definitiv sein, die auch sehr sinnvoll sein kann mit Eichhorn als neue Ergänzung.
Ein Entwicklungsjahr hinter den gestandenen Spielern?
Mutmaßlich auf den ersten Blick die wahrscheinlichste Variante. Aber wer Eichhorn spielen gesehen hat, der weiß, wie schnell sich dieser Ausnahmespieler an neue Gegebenheiten anpassen kann und Qualität auf den Platz bringt und somit auch zwiegespaltene Trainer zwingt, ihn aufgrund seiner hohen Qualität einzusetzen. Dazu kommt, wie gesagt, die klare Vermutung, dass Spielzeit garantiert ist. Dennoch gilt: Solange die Werkself unter Dreifachbelastung spielt, wird auch im zentralen Mittelfeld getauscht werden müssen. Allerdings gibt es auch noch weitere spannende Optionen im Kader, die Spielzeit haben wollen, wie z. B. Equi Fernández.
Welche Variante haltet ihr für die wahrscheinlichste?
Was man bei Eichhorn vor allem beachten sollte
Unabhängig von den teils unglaublichen Szenen, die man bei diesem jungen Spieler in beinahe absurd hoher Regelmäßigkeit auf dem Platz beobachten kann, sollte vor allem eines klar sein: Der Fußballer Kennet Eichhorn verfügt über enormes Potenzial und kann bereits in seiner ersten Bundesliga-Saison eine wichtige Rolle spielen.
Der Mensch Kennet Eichhorn hingegen ist jemand, an den schon jetzt eine enorme Erwartungshaltung geknüpft wird. Damit geht zwangsläufig ein erheblicher Druck einher. Hinzu kommt eine mediale Berichterstattung, die sich häufig um Ablösesummen, Gehälter, Handgelder, Ausstiegsklauseln und andere Nebenschauplätze dreht – also um Dinge, die wenig mit dem zu tun haben, was tatsächlich auf dem Platz zu sehen ist.
Dadurch gerät ein sehr junger Mensch immer wieder ungewollt ins Rampenlicht und muss öffentliche Aufmerksamkeit, Druck und teils vorschnelle Urteile aushalten. Eine Belastung, die er als noch nicht einmal 17-Jähriger deutlich früher verarbeiten muss als viele andere Profis – und auch als die meisten Menschen allgemein.
Profifußball hin oder her: Auch dieser Spieler sollte die Möglichkeit bekommen, sich an ein neues Niveau anzupassen. Er sollte Fehler machen dürfen, aus denen er lernen kann, und Phasen erleben dürfen, in denen nicht alles gelingt. Genau diese Erfahrungen gehören zur Entwicklung eines jungen Spielers dazu.
Das gilt grundsätzlich für alle Talente. Im Fall von Eichhorn ist der öffentliche Fokus jedoch von Beginn an besonders groß. Umso wichtiger ist es, bei aller Begeisterung für den außergewöhnlichen Fußballer niemals den jungen Menschen dahinter aus den Augen zu verlieren.
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Kommentare
KommentierenHalleluja · 10.06.26 · Antworten ·
Danke für diesen Beitrag. Das macht definitiv Lust auf mehr. Wenn er sich annähernd so entwickelt wie maza, hat er eine goldige Zukunft für sich, Bayer und der Nationalmannschaft.
Paderborn · 00:44 · Antworten ·
Man muss dazu noch sagen dass er drei Jahre junger ist im Vergleich zu Maza wenn er letztes jahr nach Leverkusen kam, und er war schon extrem jung. Als Maza so alt war wie Eichhorn jetzt dann hat er in die U17 bei Hertha gespielt. Möchte ihn nicht zu hoch hypen, das ist eigentlich nie gut wie man auch unteranderem bei Moukoko sehen kann, aber er ist schon extrem weit für sein Alter.
Hildfried · 10.06.26 · Antworten ·
Hab abgesehen von dem medialen Rummel fast nichts von Eichhorn gesehen. Von daher eine wirklich sehr interessante und fundierte Analyse. Kann das natürlich schwer beurteilen, aber für mich sind die Thesen und Begründungen auch alle schlüssig und gut argumentiert. Dickes Lob von meiner Seite!
Vubén Rargas · 01:12 · Antworten ·
Schaun wa ma, dann sehn ma schon.
Paulie Walnuts · 10.06.26 · Antworten ·
Metrix87 sagt, er ist mid.
Metrix87 · 01:05 · Antworten ·
Immernoch sauer? 😂 Junge du musst mal Druck ablassen ✌🏼