Alle Verteidiger da: Baum hält Extrasitzung ab
Manuel Baum saß am frühen Donnerstagnachmittag schmunzelnd hinter seinem Mikrofon. Der Trainer des FC Augsburg verkündete im Vorfeld des ausverkauften Heimspiels gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 15:30 Uhr), dass alle seine Spieler fit sind. Er kann auf den gesamten Kader zurückgreifen. Eine Luxussituation, vor allem mit Blick auf die defensive Dreierkette.
Neben Arthur Chaves, Cédric Zesiger, Keven Schlotterbeck und Noahkai Banks kam in den vergangenen Wochen Kapitän Jeffrey Gouweleeuw zurück auf den Platz. Der Niederländer arbeitete sich zurück in die Startelf von Baum, wo er die vergangenen beiden Partien seinen Platz fand.
Nun ist mit Chrislain Matsima der letzte der sechs Innenverteidiger im FCA-Kader wieder bei nahezu 100 Prozent. Nach seinem Sehnenabriss im Oberschenkel war der davor unangefochtene Stammspieler lange außen vor. Zuletzt gab er bei der U23 eine Halbzeit lang sein Comeback. In der Bundesliga könnte das unter Umständen gegen die SGE gelingen. Matsima hat laut Baum „70 Minuten auf jeden Fall schon mal im Kreuz“.
Wer schafft es in die Startelf?
Baum hat also die Qual der Wahl, alle Innenverteidiger brennen auf einen Startelfeinsatz. Nach dem Sieg in Leverkusen (2:1) hat der Augsburg-Coach eigentlich keinen Anlass, umzustellen. Dennoch ist auch das absolut realistisch. Auf die Frage, ob es Änderungen in der Startelf geben könnte nach dem Überraschungserfolg gegen die Werkself, antwortete Baum schmunzelnd: „Ja. Der volle Kader ist es ja.“
„Ich hatte nach der Matchplansitzung eine kleinere Sitzung mit sechs Spielern, die für die gleiche Position vorgesehen sind. Sie können sich wahrscheinlich vorstellen, welche es ist“, so der Übungsleiter der Fuggerstädter. Sichtlich zufrieden sah Baum auf der Pressekonferenz vor dem Frankfurt-Spiel aus, dennoch ist es schwierig, eine Entscheidung zu treffen.
Er lüftete das offene Geheimnis: „Wir haben aktuell drei Innenverteidiger (auf dem Feld) und sechs herausragende Bundesliga-Spieler. Wir machen uns Gedanken, nach welchen Orientierungspunkten die Entscheidungen getroffen werden.“ Es geht dem Trainer also um die Aspekte, die auch vom Gegner abhängen. Gegen Leverkusen ließ Baum zuletzt Schlotterbeck trotz abgesessener Gelbsperre auf der Bank. Chaves, Gouweleeuw und Zesiger bildeten die Dreierkette.
Während Winterneuzugang Chaves gewissermaßen seit seinem Tor beim HSV (1:1) die Nase vor dem jungen Banks hat, führt der zentrale Job in der Dreierkette nur über Gouweleeuw. Schlotterbeck wäre dort ebenso eine Option wie auf der linken Position, wo sich wiederum Zesiger im Winter nach und nach festgespielt hat. Nun macht Rechtsfuß Matsima in Augsburgs Abwehrrepertoire das halbe Dutzend voll.
Experimente oder Tribüne?
Baum schließt angesichts dieser Auswahl sogar Experimente nicht aus. „Ich scheue mich auch nicht, darüber nachzudenken, ob man nicht mit sechs Innenverteidigern spielt. Warum nicht?“, fragte er fast schon provokativ. „Man kann da ruhig mal kreativ sein. Insofern bin ich mir noch nicht sicher, wie viele es tatsächlich sind.“ Es gibt also auch über die Dreierkette hinaus Ideen für die Innenverteidiger. Aktuell dürfte so ein Experiment aber eher unwahrscheinlich sein.
Denn es läuft bei den bayrischen Schwaben richtig gut. Platz 7 in der Rückrunde, vor Leverkusen, Freiburg und Frankfurt! Zudem hat man nach dem Remis gegen Hoffenheim bei Bayer 04 einen Dreier eingefahren. Warum also etwas Größeres verändern? Am Wochenende will der FCA den Klassenerhalt eintüten und danach schauen, was noch nach oben geht.
Alle sind fit, Baum muss entscheiden! Matsima hat noch keine 90 Minuten im Tank, aber steht vor seinem Comeback in der Bundesliga. Chaves und Gouweleeuw scheinen nach den soliden Leistungen der letzten Wochen gesetzt zu sein. Bei dem Überfluss an Verteidigern sind Härtefälle vorprogrammiert. „Es kann auch durchaus sein, dass einer der Sechs nicht im Kader steht“, so der Augsburg-Trainer.
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